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Dynamo ist für mich das schönste Geschenk
Peter Pacult beantwortet Fragen der BILD-Leser
Von STEFFEN HOFMANN und TORSTEN PAULYBei BILD glühten gestern die Telefondrähte. Dynamos neuer Trainer Peter Pacult (46) beantwortete geduldig und mit einem Schuß Wiener Humor die Fragen unserer Leser. Dabei ging es nicht nur um sportliche Dinge. Aber lesen Sie selbst:
- Ramona Weber (44. Dresden): Ich wünsche Ihnen erstmal ein gutes Jahr und natürlich den Klassenerhalt Was sagt eigentlich Ihre Frau in Wien dazu, daß sie so plötzlich Trainer bei Dynamo ge worden sind? Pacult schmunzelt: Für meine Manuela war es ein Schock. Sie hatte sich in den vergangenen sechs Monaten, in denen ich ohne Job war, gerade wieder an mich gewöhnt Aber letztlich hat sie Verständnis für meine Entscheidung. Sie kenn das Geschäft. In November feiern wir immerhin schon Silber-Hochzeit.- Steffen Rau (37. Dresden): Rene Beuchel ist der Kapitän der Mannschaft. Wird er es bleiben? Pacult: Ich werde mir in den nächsten Tagen anschauen, ob was geändert werden muß. - Evelyn Kaden (29, Zittau): Herr Pacult, als Wiener sind Sie doch sicher ein Super-Tänzer... Pacults Stirn legt sich sofort in Falten: Das ist nicht mein Ding. Ich tanze wie ein Stockerl, wie Pinocchio. Dafür ist meine Frau ein Profi. Sie hat schon mit 15 Jahren Tanzwettbewerbe gewonnen.- Jörg Naumann (38, Frohburg): Was hat sie bewegt nach Dresden zu kommen? Pacult (lacht): Dynamo ist ein Traditionsklub wie 1860 Münchnen. Das Angebot am 24. Dezember war für mich das schönste Weihnachtsgeschenk.Da habe ich keine Sekunde gezögert.- Anika Giese (23, Radebeul): Was tragen Sie eigentlich zum Spiel? Pacult grinst schelmisch: Meinen Sie drunter? - Natürlich drüber! Pacult: Ich bin nicht der Anzugtyp, kein Trapattoni. Ich will nicht aufpassen müssen, daß meine Lackschuhe nicht schmutzig werden. Ich fühle mich sportlich leger wohler. Im Spaß: Mit Schlips und Badehose wäre auch mal ganz lustig...- Ines Müller (44, Dresden): Verstehen Sie uns Sachsen überhaupt? Pacult: Kein Problem. Ihr müßt ja auch mit meinem Dialekt klarkommen. - und haben Sie denn schon mitbekommen, daß wir in Sachsen die schönsten Mädchen haben? Pacult: Davon habe ich gehört und darüber gelesen. Aber bislang kenn ich nur das Hotel und den Trainingsplatz.- Falk Kramer (34, Dresden): Dynamo ist nicht gerade bekannt für optimale Trainingsbedingungen. Wie finden Sie das Umfeld? Pacult: Mag sein, daß zum Beispiel die Kabinen veraltert sind. Aber was hilft die schönste Kabine, wenn's auf dem Feld nicht läuft. Wir dürfen nicht alles tot jammern, müssen mit dem Vorhandenen positiv umgehen. - Andre Heinze (34, Dresden): Ich habe gelesen, daß Sie Motorradfreak sind... Pacult: Ja, stimmt. Ich fahr ein ganz Berühmtes. Eine Harley-Davidson? Pacult nickt: Richtig! Ich drehe oft mit meinem früheren Sturmpartner Hans Krankl ein paar Runden zum Abreagieren. - Karin Kapron (44. Dresden): Mal ehrlich. Können Sie sich überhaupt ein Spiegelei braten? Pacult schüttelt den Kopf: Kochen kann ich zwar nicht, aber einen Toast kann ich mir schon zubereiten...- Ulf Becker (35. Dresden): Wie ist Ihr erster Eindruck von der Mannschaft? Pacult: In ihr steckt Potential. Das ist positiv. Die Spieler sind mit großem Eifer bei der Sache, trainieren fleißig. Aber ich habe auch gesehen, daß die Körpersprache bei einigen nicht stimmt. Hier fehlt mir das Wichtigste, die Eigenmotivation. Schließlich haben die Spieler einen wunderbaren Beruf. Das sollten sie niemals vergessen.- Ulrich Zange (40. Gera): Hansas Trainer Frank Pagelsdorf hat einen Drei-Stufenplan bis zum Wiederaufstieg. Wie sieht Ihrer aus? Pacult: Bei mir gibt es nur eine Stufe. Und die heißt Klassenerhalt!
Brinkmann suspendiert
... weil er sich angeblich nicht richtig gedehnt hatVon JAN ARNDT und STEFFEN HOFMANN Peter Pacult (46) und Ansgar Brinkmann (36) - zwischen dem neuen Trainer von Dynamo und dem Mittelfeld-Oldie war Ärger vorprogrammiert. Aber das es so schnell geht...Brinkmann wurde gestern bei den Schwarz-Gelben suspendiert. ?Ja, es stimmt", bestätigt der bundesligaerfahrene Profi (Frankfurt, Bielefeld). ?Manager Menz hat mir telefonisch mitgeteilt, daß mich der Coach vom Training freistellt." Was war passiert? ?Eine Lappalie", berichtet Brinkmann. ?Nach dem Lauftraining soll ich mich angeblich nicht richtig gedehnt haben.' Daraufhin schickte Fitneß-Trainer Christian Canestrini den ?weißen Brasilianer" in die Kabine. Brinkmann vermutet: ?Das war vorgespielt." Denn Pacult selbst war nicht dabei. Fakt ist: Zwischen dem Österreicher und Brinkmann stimmt die Chemie nicht. Bereits zwei Jahren krachte es zwischen den beiden schon beim FC Kärnten.Wie geht's jetzt weiter? Brinkmann: ?Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Solange ich nichts schriftlich habe, gehe ich zum Training."
Das wird Dresdens neues Stadion
Auch wenn OB Roßherg es eigentlich gar nicht wollte
von Wiebke Müller
Dresden - Die Giraffen haben gewonnen, der OB hat verloren....Seit gestern nachmittag ist´s entschieden: Dresden bekommt ein neues Dynamo-Stadion. Allerdings wird nicht das von OB Ingolf Roßberg(44/FDP) favorisierte Hallmich-Modell gebaut, sondern die 7 Millionen Euro billigere Variante des Investors HBM. HBM ist eine Tochter des holländischen Baukonzerns ?Royal BAM", der schon Die Arena auf Schalke und das Rostocker Ostseestadion baute, das Vorbild für Dresden war. 33 Stadträte stimmten für, 23 gegen das Modell, 10 enthielten sich. Immerhin: ?HBM erhält als einziger Investor die Giraffen in voller Funktion", sagt CDU-Stadtrat Klaus-Dieter Rentsch (58). Neben den markanten Flutlichtmasten des Harbig-Stadions hatten viele Räte offenbar auch die Stadtkasse im Auge: für den HBM-Bau muß die Stadt nur 3,1 Mio. Euro zuschießen - bei einer Gesamt-Bausumme von 40,7 Mio. Euro. Noch dieses Jahr soll mit dem Umbau begonnen werden, der dann 15 Monate dauern wird. Und so soll die neue Dynamo-Arena aussehen:- Es wird 21 000 statt bisher 13 000 Sitzplätze geben! Insgesamt passen 32 700 statt 23 900 Fans ins neue Stadion.- Aus Kostengründen wird auf ein eigenes Parkhaue verzichtet. Ledigllich 700 ebenerdige Auto-Stellplätze soll es für die Fans geben. - Um Staus zu vermeiden, wird an der Lennestraße eine gesonderte Zufahrt zum Stadion gebaut. - Auch auf mehrere Stockwerke wird verzichte: wie heute bleibt es ein Ein-Rang-Stadion, d.h., die Tribünen ziehen sich in einem Zug bis unters Dach. - Die Neigung des Dachs paßt sich automatisch der Sonneneinstrahlung an, damit niemand geblende wird. Allerdings läßt es sich - wie derum aus Kostengründen nicht komplet schließen. - Dafür wird im Stadion eine überdachte Fußball-Halle integriert.- Für Promis wird ein VIP-Bereich mit 21 Logen und 242 Plätzen gebaut, dazu ein 1700 Quadratmeter großer ?Business-Club"

