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Saison 09/10

Thomas Hübener: "Dynamo muss oben mitspielen!"



Die Saison 2009/2010 - jetzt habt ihr es geschafft. Es war am Ende doch relativ hart, die ganze Zeit zu überstehen. Es waren viele englische Wochen, dass heißt, es ging auch ordentlich an die Substanz. Wir wollen mal zurück Blicken und dabei etwas früher anknüpfen. Wenn man möchte, kann man die Saison in vier Teile unterteilen. Angefangen bei der Phase vom 1. bis zum 12. Spieltag noch unter Ruud Kaiser. Was habt ihr persönlich aus dieser Zeit mitgenommen?


Aus der Vorsaison war viel Euphorie da. Es war eine sehr gute Rückrunde damals. Wir wollten eigentlich gleich am Anfang der Saison oben angreifen. Das Ziel kam auch vom Verein, dass wir oben mitspielen sollen. Nach den ersten Spielen war es gleich sehr ernüchternd. Es ging eher gegen den Abstieg, von Anfang an eigentlich. Man hat gemerkt, dass was wir in der Rückrunde gespielt haben, nicht so einfach auf den Platz zu bringen war. Wir waren dann auch teilweise frustriert und wie wir dann immer tiefer in den Sumpf geraten sind, wurde es auch immer schwieriger für uns.

Direkt im Anschluss an diese Zeit folgte eine Eingewöhnungsphase mit dem Trainerwechsel. Es ging unter Matthias Maucksch erst einmal darum, in die Winterpause zu kommen und dabei so viel wie möglich Punkte mit zu nehmen. In dieser Phase seid ihr aber auch gewachsen. Kann man die Unterschiede zwischen beiden Trainern zusammenfassen?

Matthias Maucksch hat sehr viel wert darauf gelegt, dass wir unseren Fitnesszustand verbessern. Da wurde jeden Tag daran gearbeitet, ab dem Tag an als er Trainer geworden ist. Das wurde vorher vielleicht ein wenig vernachlässigt. Man hat gemerkt, dass wir von Spiel zu Spiel immer mehr Kraft hatten, um auch die 90 Minuten gehen zu können. Vorher waren wir nach 60 bis 65 Minuten platt und es war natürlich dann schwer noch mal ein Spiel zu drehen oder noch mal eine Schippe drauf zu legen.

Nach der harten Winterpause lief es dann richtig gut. Wo liegen die Gründe dafür? Hat auch Florian Jungwirth seinen Teil dazu beigetragen?

Ich denke, dass man da keinen einzelnen hervorheben kann. Ich denke, dass die ganze Mannschaft da einen Teil dazu beigetragen hat, dass wir aus diesem Loch heraus gekommen sind. Die Winterpause war sehr anstrengend. Dadurch ist unser Fitnesszustand natürlich sehr viel besser gewesen. Wir haben neuen Mut gehabt. Wir sind auch als Mannschaft aus der Vorbereitung heraus gekommen. Es war so, dass jeder wieder Kraft hatte für die Saison und natürlich auch Hoffnung, dass es jetzt besser wird. Es wurde dann auch von Spiel zu Spiel besser. Sicherlich hatte Florian Jungwirth einen großen Anteil daran, aber man muss auch sagen, dass jeder einzelne, sei es Tore Andreas Gundersen mit seinen wichtigen Toren, oder die Leute, die auf der Bank saßen und dann rein gekommen sind, ihren Teil dazu beigetragen haben. Es gehört eben alles dazu.

Es folgte die Schlussphase der Saison. War es vielleicht auch für die Köpfe wichtig, dass die Siegesserie gerissen ist? Wir kennen das ja aus dem letzten Jahr.

Nachdem wir den Klassenerhalt endlich geschafft hatten, ist erst einmal allen ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Ich glaube, dass man da auch schwierig wieder anknüpfen kann. Sicherlich haben wir eine sehr gute Serie hingelegt, mit den acht Heimspielen die wir gewonnen haben. Ich glaube das Highlight mit den 29.000 Zuschauern beim Jena-Spiel war eine riesen Belohnung für uns. Aber es war danach schwer sich zu motivieren und weiter zu machen. Es wurde immer gesagt, die Luft ist raus von Außen. Für einen selber hat man immer gesagt, dass ist nicht so, aber es war dann ungemein schwer auf dem Platz 90 Minuten konzentriert Gas zu geben. Es ist ja nicht so, dass wir verlieren wollten, aber wirklich konzentriert Gas zu geben ist uns etwas abhanden gekommen.

Am Ende sind es wieder genau 50 Punkte geworden. Der Vorsatz war eigentlich ein ganz anderer. Sind es trotzdem positive Eindrücke die hängen bleiben aus der Saison 09/10?

Es ist immer schwierig so etwas dann positiv darzustellen. Das Ziel war ein ganz anderes. Aber dass wir es nach der schlechten Hinrunde noch geschafft haben in der Liga zu bleiben, was uns ja keiner mehr zugetraut hat, war schon positiv. Wobei man auch sagen muss, dass Dynamo einen ganz anderen Anspruch hat. Dynamo muss oben mitspielen, gerade auch mit diesen Fans und mit dem Stadion ist es zu wenig gewesen in diesem Jahr. Ich hoffe, dass sich der Kader in den nächsten Wochen noch ein wenig verbessert, dass man dann sagen kann in der neuen Saison wollen wir oben mitspielen, oder zumindest unter die ersten sechs bis sieben kommen. Man muss sehen können, dass sich die Mannschaft weiter entwickelt. In den letzten Jahren war es eher anders herum. Ich hoffe, dass es unter Matthias Maucksch so weiter geht wie bisher und dass die Mannschaft sich kontinuierlich verbessert.

Zu einer Entwicklung einer Mannschaft gehört auch immer eine personelle Entwicklung der Mannschaft. In dieser Saison hatten die drei Säulen der Mannschaft auch die meiste Einsatzzeit. Axel Keller, Halil Savran und Thomas Hübener. Könnte es hinderlich für die Entwicklung der Mannschaft sein, wenn eine Säule davon weg bricht?

Sicherlich. Es ist immer im Fußball so, dass wenn ein Spieler einen Verein verlässt ist es immer tragisch. Gerade bei Halil Savran wäre es für uns ein herber Verlust. Ich hoffe, dass es der Verein irgendwie hinbekommt, dass er hier bleibt. Aber es ist auch immer eine Chance für die anderen Spieler die da sind, sich dann zu etablieren oder in den Vordergrund zu spielen. Ich denke mit meiner Verletzung in der Rückrunde, wo ich neun Wochen weg war, kam Florian Jungwirth genau richtig. Er hat genau die Lücke gefüllt, die ich hinterlassen habe. Das hat er super gemacht, muss man sagen. Fußball ist ein Tagesgeschäft, wenn einer geht, ist der andere da. Ob es dann ein gleichwertiger Ersatz wäre, wird man dann sehen.


Ist es für die Spieler interessant zu sehen, welche neuen Spieler bei Dynamo spekuliert werden?


Sicherlich. Man will ja selber auch eine erfolgreiche Saison spielen und dazu ist auch eine gute Mannschaft notwendig. Du willst ja wissen wer kommt. Vielleicht ist auch der Eine oder Andere dabei, den man schon kennt, oder mit dem man schon einmal zusammen gespielt hat, wo man dann die Kontakte auch wieder aufleben lassen kann, um demjenigen dann auch einen einfacheren Einstieg zu gewährleisten. Oder sei es einfach nur darum, um zu wissen, dass man nächstes Jahr eine schlagkräftige Truppe hat.

Eine Personalie ist schon sicher und zwar, dass Volker Oppitz seine Fußballschuhe an den Nagel hängt und in die Geschäftsführung wechselt als Assistent.

Volker ist ein super feiner Kerl. Ich habe ihn als Menschen und Spieler schätzen gelernt in den letzten Jahren. Wir waren auch Zimmerkollegen. Ich freue mich für Volker Oppitz, dass er jetzt den Sprung ins Management geschafft hat. Ich hoffe, dass ihm dass Spaß macht und dass er da Erfolg hat.


Wenn wir auf die dritte Liga schauen, hättest du mit den Auf- und Absteigern gerechnet?

Definitiv nicht, also Aufstiegsfavorit von mit war Osnabrück, die haben es geschafft. Zweiter wäre Ingolstadt gewesen, die sind auch oben dabei. Aue kommt ein wenig überraschend. Als Geheimfavorit hatte ich eigentlich Kiel, die jetzt wieder abgestiegen sind. Da sieht man eigentlich, dass die Liga schon ziemlich ausgeglichen ist. Wobei man eigentlich sagen muss, dass die Mannschaften mit großer Qualität auch kontinuierlich oben dabei waren.

Habt ihr euch mittlerweile gewöhnt an die dritte Liga? In den letzten beiden Jahren gab es zu Beginn der Saison immer ein paar Probleme. Seid ihr jetzt angekommen in dieser Liga und kann man jetzt davon ausgehen, dass die Hinrunde diesmal besser läuft?

Eigentlich bist du im ersten Jahr schon nach ein paar Wochen in der Liga angekommen. Du weißt, dass die Liga ausgeglichen ist. Fakt ist, dass jeder einzelne Spieler und das sind nicht nur die ersten Elf, dass sind alle die in der Mannschaft dabei sind, immer 100 bis 120 Prozent konzentriert und bei der Sache sein müssen. Wenn man das in der Liga nicht ist, dann hat man in den letzten Wochen gesehen, geht es nach hinten los. Da muss jeder an sich arbeiten, dass er das in der Zukunft anders macht. Ich denke, dann kann man auch erfolgreich in die Saison gehen.

Jetzt folgt die wohl verdiente Pause. Es war ein hartes Stück Arbeit. Es gibt eine ganze Menge Profi-Fußballer, die nie in ihrer Kariere so viele englische Wochen am Stück spielen müssen. Was macht man jetzt mit der freien Zeit? Nimmt man erstmal die Füße hoch und will erst einmal gar nichts mit Fußball zu tun haben?

Nein, es ist ganz normal, dass man als Fußballer was machen muss in der Zeit wo er frei hat, damit er nicht komplett vom Fußball weg ist. Ich denke, dass viele erst einmal ein bis zwei Wochen nichts machen. Also sich einfach mal ausruhen und entspannen. Dann muss man aber das Trainingsprogramm, welches wir vom Trainer bekommen, durchziehen, damit man fit wieder da ist.

Bei dir persönlich, wie sehen die Pläne aus?

Ich fahre mit meiner Familie nach Kreta und hoffe, dass wir da eine schöne Zeit haben.

Was nimmst du dir persönlich für die neue Saison vor und was wünschst du der Mannschaft?

Für mich persönlich hoffe ich einfach, dass ich verletzungsfrei bleibe, was die letzten zwei Jahre nicht war. Das ist auch das Wichtigste, die Gesundheit. Für die Mannschaft allgemein natürlich Erfolg, dass es allen gut geht und sie sich jetzt erst einmal erholen und wenn sie wieder da sind dann Vollgas geben.