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Forts Glückstor rettet ersten Punkt

"Rudelbildung" nach dem 0:1: Romain Brégerie (2.v.r.) hat Björn Ziegenbein umgestoßen, Referee Felix Zwayer ist über den Torschützen gestolpert und knöpft sich die Streithähne vor. Robert Koch (l.), Marek Mintal, Kevin Pannewitz, Florian Jungwirth, Tobias Jänicke und Tino Semmer (r.) "diskutieren" mit.
Dynamo Dresden und Hansa Rostock trennen sich im Aufsteigerduell der 2. Bundesliga 1:1 (0:0)
Dresden (DNN). Im ersten Heimspiel der neuen Zweitliga-Saison musste sich Dynamo Dresden im Duell der Aufsteiger mit einem Punkt begnügen. Gegen Hansa Rostock geriet die Mannschaft von Trainer Ralf Loose nach starkem Beginn in der zweiten Halbzeit durch einen Freistoßtreffer von Björn Ziegenbein mit 0:1 in Rückstand (54.), konnte aber vor 29.189 Zuschauern im ausverkauften Glücksgas-Stadion dank eines Glückstores von Pavel Fort (76.) noch zum 1:1-Endstand ausgleichen.
Loose begann die Partie wie angekündigt mit Romain Brégerie und Martin Stoll in der Innenverteidigung, Florian Jungwirth nahm zunächst auf der Bank Platz. Dort fand sich auch Marvin Knoll wieder, der für Robert Koch draußen bleiben musste. Mit Pavel Fort und Marcel Heller an vorderster Front suchte Dynamo die Offensive und setzte auch die ersten sportlichen Achtungszeichen, nachdem Rostocker Fans bei Anpfiff mit Pyrotechnik für ein unrühmliches Feuerwerk im Gästeblock gesorgt hatten. Heller hatte in der 12. Minute das 1:0 auf dem Fuß, als er im Strafraum Hansa-Keeper Müller geschickt umspielte, aber sein Schuss von Pavel Kostal noch abgewehrt werden konnte.
Heller war es auch, der zwölf Minuten später erneut knapp die Führung verpasste: Im Strafraum kam der Neuzugang von Eintracht Frankfurt zum Schuss, doch der Ball ging an den linken Pfosten. Von dort prallte die Kugel Heller noch einmal vor die Füße, aber der Abstauber zischte nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Eine Riesenchance, wie sie Dynamo nicht noch einmal bekommen sollte (24.). Nicht viel fehlte auch bei Forts Kopfball nach Zuspiel von Filip Trojan, doch nach 29 Minuten hieß es weiter 0:0.
Bis auf die Chancenverwertung war Dynamo-Coach Loose denn auch zufrieden: "Meine Mannschaft hat von Anfang an das umgesetzt, was ich erwartet habe: zielstrebiges Spiel nach vorne. Wir konnten uns auch relativ gut vorne durchsetzen. Heller war am Anfang wenig zu halten. Leider hat er die Chancen nicht in Treffer umgemünzt. Das war sehr schade, das wäre für unseren Spielverlauf wichtig gewesen." Filip Trojan ärgerte sich: "Wir haben drei hundertprozentige Möglichkeiten. Hätten wir die reingemacht, hätte Hansa keine Chance mehr gehabt."
Den verpassten Gelegenheiten schien Dynamo auch lange nachzutrauern, denn ab der 30. Minute kam Hansa auf. Eine Kopfball-Ablage von Marek Mintal lenkte Tobias Jänicke aus drei Metern aufs Tor, doch Dennis Eilhoff parierte den direkt auf Mann geköpften Ball (30.). Vier Minuten später schoss das in der ersten halben Stunde kaum zu sehende "Phantom" selbst, Eilhoff aber parierte den Versuch des Slowaken. Auch gegen Jänicke musste der Ex-Bielefelder klären (43.). Der Kopfball des früheren Dresdners Tino Semmer ging indes vorbei (44.).
In der Pause brachte Loose zwei frische Leute: David Solga klagte über Schwindelgefühle und wurde durch Lars Jungnickel ersetzt, Toni Leistner war für Looses Begriffe in den Minuten vor der Pause zu "wacklig" geworden, sodass er Jungwirth weichen musste. Als Koch gleich Kevin Müller prüfte (49.), erwarteten die Fans die Fortsetzung der starken Anfangsphase in der ersten Halbzeit, doch das gelang Dynamo nicht. Hansa hatte die Partie im Griff, Dynamo war völlig neben der Spur. "Wenn du so spielst, wird es schwierig", ahnte Trojan schon Schlimmes. Und nach Ziegenbeins Freistoß war es passiert: Dynamo lag plötzlich hinten. Eilhoff ärgerte sich: "Der Ball geht in die Torwartecke, da darf er nicht rein."
Ziegenbein zog dann den Unmut der Gegenspieler auf sich, als er vor Cristian Fiel provozierend herumtanzte. Während "Fielo" halbwegs ruhig blieb, obwohl er beim 2:2 im Oktober vergangenen Jahres kurz vor Schluss von Ziegenbein umgetreten worden war, stieß Brégerie den unfairen Rostocker um. Schiedsrichter Felix Zwayer stolperte über Ziegenbein und zeigte dem Torschützen und dem Franzosen Gelb. Ziegenbein entschuldigte sich zwar kurz darauf, aber Hansa-Trainer Peter Vollmann war trotzdem sauer: "Ich denke, dass das überhaupt nicht in Ordnung ist. Die Entschuldigung reicht mir persönlich nicht. Ich werde die Woche nochmal mit ihm reden."
Zuspruch ganz anderer Art brauchen auch Hansa-Torwart Müller und Verteidiger Michael Wiemann. Denn sie verhalfen Pavel Fort zu dessen erstem Pflichtspieltor für Dynamo. Als den in Weiß spielenden Dresdnern kaum noch etwas zu gelingen schien, zog Fort ab, Wiemanns Rettungsversuch landete an Müllers Hacke und von dort prallte der Ball ins Tor (76.). Besonders Loose freute sich für den glücklichen Torschützen: "Ich habe ihn etwas kritisiert, weil er in der ersten Halbzeit doch zu weit weg vom Tor agiert hat. Beim 1:1 stand er am richtigen Ort. Auch wenn wir die Hilfe des Gegners gebraucht haben, war es sein Treffer." Referee Zwayer sah es auch so und trug den Tschechen auf dem Spielberichtsbogen als Urheber ein.
Mehr als zwei Namen musste der Berliner in der Rubrik nicht verewigen, denn in der hitzigen Schlussphase gab es zwar noch Chancen auf beiden Seiten, doch Tore fielen keine mehr.
Von Jochen Leimert
