Dynamo in der Presse
"Wie die mit Minge umspringen, ist unglaublich"
(DNN) Ex-Dynamo-Berater Reiner Calmund redete sich gestern beim Grünkohlessen in Rage
Im Rahmen des traditionellen Grünkohlessens im Dresdner Hilton-Hotel rechnete Ex-Dynamo-Berater Reiner Calmund gestern mit der Vereinsführung ab. "Wie die mit Ralf Minge umspringen, wie die ihn ins offene Messer laufen lassen haben, das ist unglaublich", ereiferte sich das Schwergewicht. "Der kommt hierher nach Dresden, arbeitet ein Jahr als Sportdirektor umsonst, obwohl er sehr, sehr gute Angebote von namhaften Adressen außerhalb hatte, und wird jetzt mit unhaltbaren Vorwürfen öffentlich diffamiert."
Hintergrund des Wutausbruchs am Mittagstisch, an dem unter anderem auch Sachsens früherer Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) saß, ist, dass Dynamo von den früheren Geschäftsführern Bernd Maas, Ralf Minge und Markus Hendel 270000 Euro zurückfordert. Die Summe war 2008 als Aufstiegsprämie an die Mannschaft gezahlt worden (DNN berichteten). "Rechtlich ist da kein Krümel in der Suppe", meint Calmund. Lobende Worte fand der 63-Jährige derweil für Aufsichtsratschef Thomas Bohn, Geschäftsführer Volker Oppitz sowie die Trainer Matthias Maucksch und Ralf Loose. "Als der Maucksch kam, hat er Dampf reingebracht und die Mannschaft aus einem aussichtslosen Abstiegskampf gerettet. Wer einmal unter Maucksch trainiert hat, freute sich aufs Sterben."
In Schutz nahm Calmund die Verantwortlichen von Dynamo im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund. "Bei der Sportgerichtsverhandlung wurde erklärt, dass sie sich nachweislich keine Schuld zukommen lassen haben, dass sämtliche Vorbereitungsmaßnahmen und Check-Kataloge erfüllt wurden." Er hofft, dass das Urteil Pokalausschluss noch einmal revidiert wird, Dynamo mit einem blauen Auge davonkommt.Ihm täte es nicht nur für den Verein leid, sondern auch für die Stadt und die "99 Prozent von wunderbaren Fans", die durch "diese Idioten" in ein schlechtes Licht gerückt würden. Calmund richtete schließlich einen Appell an die Politik: "Auf Fußballkrawalle in Gänze reagieren kann nur der Staat über Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte. Was wir weltweit erleben, sind sehr oft keine Kavaliersdelikte. Ich spreche von Hausfriedensbruch, von Körperverletzung. Diese Leute sind Kriminelle." Keine Aussicht auf Erfolg haben aus Sicht des gebürtigen Brühlers moderierte Gesprächsrunden zwischen den Beteiligten. "Ich bin ja immer für Runde Tische, Kuschelkurs, da bin ich dabei. Aussprache, Dialog, alles besser als Streit. Aber Chaoten haben an solch einem Runden Tisch nichts mehr zu suchen. Dieses Recht ist verwirkt."
Christoph Stephan
