Interview mit Giannis Papadopoulos
„Bereits als Siebzehnjähriger ging mein Traum in Erfüllung“
Er wuchs in der zweitgrößten griechischen Stadt als Sohn eines Fußball-Idols auf und schaffte bei Iraklis Thessaloniki den Sprung in den Profi-Fußball. Im Alter von nur 19 Jahren wechselte er zum erfolgreichsten Verein seines Heimatlandes und wurde einmal Pokalsieger und zweimal griechischer Meister mit Olympiakos Piräus, bevor er im August 2011 seine Heimat verließ, um zur SG Dynamo Dresden zu wechseln: Giannis Papadopoulos.
Der Dynamo-KREISEL traf sich mit dem 22-Jährigen in seinem Lieblingslokal „Orfeas“ im Wallgäßchen 2a, wo er in Dresden eine griechische Ersatzfamilie fernab seines Heimatlandes gefunden hat. Wir sprachen mit „Papa“, wie er von seinen Mitspielern gerufen wird, über die Anstrengungen während der Wintervorbereitungen, über chaotische Zustände im griechischen Fußball und er erklärte uns, warum sein Vater ihn wohl nicht so schnell in Dresden besuchen wird.
KREISEL: Giannis, sprechen wir zu Beginn erst einmal über die zurückliegende Winterpause. Wie hast Du die freie Zeit in deiner Heimat Griechenland verbracht?
Papadopoulos: Wir hatten ja insgesamt zwei Wochen Urlaub. Ich habe im Kreise meiner Familie über die Weihnachtszeit in Griechenland ein bisschen entspannt und mich sehr darüber gefreut, dass ich nach einem halben Jahr in Deutschland meine Freunde wiedersehen konnte. So habe ich den Kopf frei bekommen, indem ich einfach mal nicht an den Fußball gedacht habe.
Nach dem Weihnachtsurlaub ging es zur Vorbereitung für zehn Tage ins Trainingslager. Wie anstrengend war die Zeit in der Türkei?
Das Trainingslager hat natürlich an unseren Kräften gezerrt, aber das ist absolut normal in der Vorbereitung und vom Trainer ja explizit so gewollt. Ich denke, dass wir sehr gut vorbereitet in die Rückrunde gehen werden. Ich bin vor allem darüber froh, dass ich verletzungsfrei geblieben bin und ausnahmslos jede Trainingseinheit mitmachen konnte. Ich muss zugeben, dass es für mich schon etwas Besonderes war, dass gleich drei Übungseinheiten an einem Tag auf dem Trainingsplan in der Türkei standen. Das habe ich bisher noch bei keinem anderen Trainer erlebt. Ich habe aber hart an mir gearbeitet und komme topfit und hoch motiviert aus der Winterpause.
Der Trainer hat dich gegenüber den Journalisten für deine Leistungen im Trainingslager ausdrücklich gelobt. Tut das besonders gut nach den Strapazen?
Es macht mich natürlich stolz, wenn der Trainer so etwas über mich sagt. Denn auch daraus ziehe ich in gewisser Weise mein Selbstvertrauen für die Rückrunde. Wichtig ist aber nicht, welche Leistungen ich in einem Testspiel abgerufen habe. Ich muss vielmehr dann da sein und meine Leistung zu 100 Prozent bringen, wenn der Trainer mich in der 2. Bundesliga spielen lässt. Nur dann zählt es!
Durch die zehn Tage im Trainingslager konnte die Mannschaft noch einmal enger zusammenrücken. Bist Du jetzt endgültig bei Dynamo angekommen?
Ja, das fühle ich! Ich bin im vergangenen Sommer ja erst relativ spät Anfang August zur Mannschaft gestoßen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine richtige Vorbereitung absolviert und brauchte sowohl körperlich als auch seelisch meine Eingewöhnungszeit in Dresden. Durch das Trainingslager und die Vorbereitung bin ich in einem sehr guten körperlichen Zustand und kenne jetzt alle Mitspieler, weiß, wie sie Fußball spielen und welches Niveau die 2. Bundesliga hat. Ich fühle mich jetzt richtig integriert und versuche für die Mannschaft mein Bestes zu geben.


