Interview mit Lars Jungknickel

„Mich fasziniert es, in der Natur zu sein“

Er erlernte das Fußball-ABC von klein auf im Nachwuchsbereich der SG Dynamo Dresden und durchlief alle Jugendmannschaften bis hinein in den Herrenbereich der Sportgemeinschaft.
Zur finanziellen Rettung des Vereins wurde er 2001 gemeinsam mit Silvio Schröter als Tafelsilber zum  heutigen Konkurrenten aus der Lausitz transferiert: Lars Jungnickel.

Der Dynamo-KREISEL verabredete sich mit dem 30-Jährigen vor dem Ostderby gegen seinen Ex-Verein auf dem historischen Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt in Dresden zum Interview. Wir sprachen mit ihm über seine große Leidenschaft als Jäger im eigenen Revier und darüber, was ihm aus seiner Cottbuser Zeit besonders in Erinnerung geblieben ist. Außerdem verriet er uns, wer sein bisher härtester und bester Trainer war.

KREISEL: Heute ist schon der dritte Advent, der Weihnachtsmann steht quasi fast schon vor der Tür ... Lars, bist Du schon in Weihnachtsstimmung?
Jungnickel: (lacht) Irgendwie nimmt mein Gefühl für die Weihnachtszeit mit den Jahren immer mehr ab. Aber in diesem Jahr haben meine Frau und ich mit der anstehenden Geburt unserer gemeinsamen Tochter auch einen bedeutsameren Höhepunkt als das Weihnachtsfest. Da der berechnete Geburtstermin kurz vor Weihnachten ist, werden unsere Weihnachtsfeiertage wohl  in diesem Jahr eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Du bist vor ein paar Monaten von Geising mit deiner Frau nach Radebeul umgezogen. Wo verbringst Du gewöhnlich die Weihnachtsfeiertage?
Die meisten Weihnachten habe ich bisher bei meinen Eltern zu Hause in Geising verbracht. Seit zwei Jahren leben meine Frau und ich zusammen in einer Wohnung und haben Heiligabend seitdem allein verbracht.

Was kommt bei euch zum Heiligabend auf den Tisch?
Ganz klassisch: Bei uns gibt es immer Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat. Dazu einen Kakao!
… Kakao?
Das ist bei uns im Erzgebirge so Tradition, zumindest bin ich bei meinen Eltern damit groß geworden. Zum Essen gibt es bei uns immer einen heißen Kakao, danach ist Bescherung.

Du bist ein ausgebildeter Jäger und besitzt sogar dein eigenes Jagdrevier im Osterzgebirge. Wirst Du über die freien Tage auf die Pirsch gehen?
In diesem Jahr wird das wohl nichts mehr werden, da unsere Kleine ja das Licht der Welt erblicken wird. Die Geburt meiner Tochter hat natürlich Priorität. Ich war in diesem Jahr oft genug draußen, da verzichte ich gern und bin stattdessen lieber für meine Frau da.

Nutzt Du die Zeit im Wald generell als Ausgleich zum Fußballalltag?
Absolut! Mich fasziniert es einfach, in der Natur zu sein. Wenn Du ein eigenes Revier hast, musst Du es über Jahre kennenlernen und es nach und nach strukturieren. Du musst das Wild genau beobachten, um beispielsweise herauszufinden, bei welcher Windrichtung die Tiere sich wie verhalten und wohin sie sich bewegen. Mir persönlich geht es am wenigsten darum, die Tiere zu erlegen – ich genieße es einfach, wenn ich als stiller Beobachter das rege Treiben im Wald beobachten und so das Verhalten der Tiere studieren kann. Ich schaue nicht danach, die prachtvollsten und schönsten Tiere zu erlegen. Mir geht es mehr darum, schlecht veranlagte Tiere zu jagen. Das spornt mich an, auch wenn ich weiß, dass es sehr viele Leute gibt, die das nicht verstehen können und so ihre Vorbehalte dagegen haben.

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