Interview mit Marcel Heller
„Ich will am liebsten immer dort sein, wo der Ball gerade ist.“
Er schaffte es von einem Klub aus der Provinz bis in die U21-Nationalelf des DFB und trug zuletzt 4 1/2 Jahre lang das Trikot der heutigen Gäste. Der 1, 72 Meter große Flügelspieler zeichnet sich insbesondere durch seine Schnelligkeit und seine mutigen Tempodribblings im Offensivbereich aus: Marcel Heller.
Der Dynamo-KREISEL traf sich mit dem 25-Jährigen im Jagdfalkenhof im Moritzburger Wildgehege zu einer exklusiven Greifvogel-Flugshow von Falkner Hans-Peter Schaaf. So konnten wir gemeinsam mit Marcel Heller seltene Greifvögel, Eulen und Uhus hautnah begutachten. Danach sprachen wir mit ihm über die Vorfreude auf das Spiel gegen seine Ex-Kollegen, über takti-
sche Anpassungsschwierigkeiten eines Straßenfußballers und warum die vergebenen Chancen im bisherigen Saisonverlauf an ihm nagen. Außerdem sprach er offen über den viel zu frühen Tod und den Verlust seiner Mutter.
KREISEL:Marcel, was ist es für ein Gefühl, wenn man einen Adler auf den Arm nimmt?
Heller: Am Anfang war ich aufgrund der Größe und der kraftvollen Ausstrahlung der Adler schon etwas ängstlich (lacht). Aber es ist schon ein außergewöhnliches Gefühl, so ein großes, schönes und stolzes Tier auf den Arm nehmen zu dürfen – das erlebt man schließlich nicht jeden Tag. Es ist schon beeindruckend und faszinierend zu beobachten, wenn der Meister seine Greifvögel fliegen lässt, sie ihm dabei aufs Wort gehorchen und immer wieder zu ihm zurückkehren.
Einem Adler bist du ja früher schon zu deiner Frankfurter Zeit begegnet. Und das nicht nur deshalb, weil er das Wappentier der Eintracht ist…?
Ja, richtig. Bei der Eintracht ist Attila das Vereinsmaskottchen. Er ist ein wunderschöner Steinadler, wie man ihn auch hier in der Falknerei findet. Atilla ist immer bei den Heimspielen der Eintracht im Stadion und begrüßt die Mannschaft vor dem Spiel.
Du konntest verschiedene Adler sogar mit Fingern streicheln. Wie fühlen sie sich an?
Die sind überraschenderweise total weich, man kann richtig in die Federn hineingreifen. Das hätte ich so nicht gedacht. Es ein überragendes Gefühl, wenn man mal einen so großen Vogel etwas massieren kann! (lacht)So ein Greifvogel braucht zur Jagd seine großen Krallen.
Benötigen wir diese – sinnbildlich – auch im Spiel gegen die Eintracht?
Ja, ganz sicher! Jeder weiß, dass die Eintracht ein Topteam in der 2. Liga ist. Meiner Meinung nach hat Frankfurt sogar einen Erstliga-Kader zusammengestellt. Jeder weiß, dass sie bisher noch kein Spiel in der laufenden Saison verloren haben. Das spricht nach acht Spieltagen für sich. Natürlich werden sie auch zu uns kommen, um die Punkte mitzunehmen. Dass wir das nicht zulassen wollen, ist doch aber auch klar. Wir spielen zu Hause vor unserem phantastischen Publikum mit dem 12. Mann im Rücken. Unsere Fans haben uns in dieser Saison bisher unglaublich unterstützt. Ich denke, dass sie sich auch – genau wie wir als Mannschaft – für dieses Spiel etwas Besonderes vorgenommen haben. Ich hoffe, dass uns diese Unterstützung über die gesamte Spielzeit pushen und antreiben wird. Wir müssen, wie gegen Bochum, alles in die Waagschale werfen, dann können wir, mit etwas Glück, auch Frankfurt besiegen.
Du hast viereinhalb Jahre für die Eintracht gespielt. Wo liegen die Stärken der aktuellen Frankfurter Mannschaft?
Mit Rob Friend und Mo Idrissou hat die Eintracht ihr Angriffsspiel erheblich verstärkt. Wenn man noch Alexander Meier hinzu zählt, sind diese drei Spieler extrem Kopfballstark. Insbesondere bei Standardsituationen müssen wir verdammt konzentriert gegen diese Spielertypen verteidigen. Darauf müssen wir unbedingt vorbereitet sein. Alle Mannschaftsteile sind bei der Eintracht mit Erstliga-Spielern besetzt, die sich sicher auch mit einem guten Spielaufbau auszeichnen. Wir müssen auf eine große Herausforderung gefasst sein. ??Wie können wir sie dennoch bezwingen?Wir müssen, mit dem eigenen Publikum im Rücken, über den absoluten Siegeswillen in die Partie kommen und uns durch ein konsequentes Zweikampfverhalten Respekt bei unserem Gegner verschaffen. Wir dürfen sie nicht spielen lassen, denn dann hat es jedes Team in der 2. Liga gegen eine solche Mannschaft schwer…


