Interview mit Sebastian Schuppan

„Mein Vater ist mein größter Kritiker“

Seit einem Jahr bei den Schwarz-Gelben, erkämpfte er sich in der Drittliga-Rückrunde einen Stammplatz und trug als eine der Stützen im defensiven Mittelfeld seinen Teil zum Zweitliga-Aufstieg bei: Sebastian Schuppan.

Im Interview mit dem Dynamo-KREISEL spricht der 25-Jährige über die fußballerische Jugend an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen, über seine Zeit beim SC Paderborn – und warum er nach dem Wechsel zu Dynamo wieder zu alter Leistung zurück finden konnte.

KREISEL: Wir sind mit dir in Dresdens Innenstadt unterwegs. Da kennst Du dich nach einem Jahr in Dresden bestimmt bestens aus?
Schuppan: Auf jeden Fall. Dadurch, dass meine Heimat nicht weit weg von Dresden ist, war ich natürlich schon öfter da, bevor ich hier gespielt habe. Da kannte ich mich mit den größten Sehenswürdigkeiten schon ganz gut aus.

Gibt es manchmal noch neue Ecken zu entdecken?
Mittlerweile kann ich schon sagen, dass ich mich fast so gut auskenne wie in meiner Westentasche. Dresden ist eine Super-Stadt und gefällt mir richtig gut. Da hatte ich keine großen Eingewöhnungsprobleme. Deswegen fühle ich mich wirklich pudelwohl hier.

Gerade hat dich auch ein Fan angesprochen. Passiert das öfter?
Das ist in Dresden wirklich außergewöhnlich. Man hat das Gefühl, dass hier wirklich alle fußballverrückt sind und jeder die Spieler von Dynamo kennt. Das gibt es nicht in jedem Verein, glaube ich, dass sich die ganze Stadt für Fußball interessiert und hinter dem Verein steht. Das ist eine Super-Geschichte!

Was sagen denn die Fans auf der Straße, wenn sie euch ansprechen?
Die Leute nehmen dann generell Bezug auf das letzte Spiel. Dann sagen sie: „Mensch Jungs, super gemacht!“ oder sagen auch mal kritische Worte. Das gehört auch dazu. Aber das finde ich nicht schlimm. Das zeigt eben, dass sie sich wirklich damit beschäftigen. Das ist wirklich unglaublich und man muss es den Leuten hier hoch anrechnen, dass sie so fußballverrückt sind.

Beim Sprung ins Internat mit 14 Jahren hätte ja auch Dresden (geographisch) nahe gelegen. Warum hast Du dich damals für Cottbus entschieden?
Einen Kontakt nach Dresden gab es da nicht. Das war wirklich eine geographische Geschichte. Ich bin 1996 mit meinen Eltern in einen kleinen Ort namens Hohenbocka gezogen. Das ist der letzte Ort vor der Grenze zu Sachsen, aber gehört eben zu Brandenburg. Deswegen hatte ich fußballerisch immer den Bezug zu Brandenburg. Dann geht es so seinen Lauf: Man spielt in der Brandenburger Landesauswahl, ... Da werden dann die großen brandenburgischen Vereine – na ja, Cottbus ist ja der einzige große Verein in Brandenburg – auf einen aufmerksam. Deshalb ging es eher in die Cottbuser Richtung.

Seite 1  2  3