Der „Dynamo-Grundkurs“

Jubelnde Dynamo-Spieler

Du warst noch nie bei einem Fußballspiel im Stadion oder möchtest dich vor deinem ersten Dynamo-Heimspiel schon mal ein bisschen warmlesen? Dann bist du hier richtig. Neben nützlichen allgemeinen Hinweisen zum Stadionbesuch findest du auf dieser Seite auch ein paar Hintergrund-Infos zur besonderen Atmosphäre bei den Heimspielen der Schwarz-Gelben. Durchs Weiterlesen allein wirst du natürlich noch nicht zur Dynamo-Fachkraft, aber es ist ein guter erster Schritt auf einem wundervollen Weg. In jedem Fall kannst du dich hier schon ein bisschen auf die Begegnung einstimmen und manches herausfinden, was sich über die Heimspiele von Dynamo Dresden zu wissen lohnt. Das meiste ist vollkommen ernst gemeint.

Die Lektionen

1. Dein Weg zum Stadion

Das Stadion Dresden liegt linkselbisch und so zentrumsnah wie kaum ein anderes Fußballstadion in Deutschland. Vom Stadtzentrum und vom Hauptbahnhof kommst du, ohne den Fluss zu überqueren, innerhalb weniger Minuten mit mehreren Straßenbahnlinien bis nah ans Stadion heran – wer gut zu Fuß ist, schafft es in 15-20 Minuten. Am günstigsten liegt die Haltestelle „Großer Garten“, die du mit den Linien 10 und 13 erreichst. Für alle Besucher der Blöcke L bis R empfiehlt sich aber auch die Haltestelle „Deutsches Hygienemuseum“, wo die Linien 1, 2, 4 und 12 verkehren. Deine Eintrittskarte ist auch dein Fahrausweis – vier Stunden vor bis sechs Stunden nach Anpfiff. Bitte beachte dabei, dass die Gültigkeit bei online erworbenen Karten personengebunden ist. Alle weiteren Infos zum ÖPNV findest du bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Natürlich gibt es auch einige hundert Parkplätze in unmittelbarer Stadionnähe, aber diese sind meist schon sehr früh ausgelastet. Außerdem gehören Staus rund ums Stadion nach dem Spiel dazu – die zentrumsnahe Lage hat eben auch ihre Schattenseiten. Wir raten dir also grundsätzlich davon ab, mit dem Auto so nah wie möglich an das Stadion heranzufahren.

Am besten kommst du schon eine halbe bis ganze Stunde vor Anpfiff zum Stadion. Dann kannst du dich in aller Ruhe nach deinem Einlass umschauen und verpasst niemals eine der dynamischen Fan-Choreografien.

TIPP: Für alle, die den Dresdner Großen Garten noch nicht kennen (oder unbedingt wiedersehen möchten) – das Stadion liegt direkt daneben...

2. „Schon vor dem Stadiontor…“ – Einlass und Stadionsektoren

Die Dynamo-Fanblocks sind über insgesamt drei Einlasszonen zu erreichen. Jeder Einlassbereich führt in einen Sektor, der wiederum in mehrere Blöcke unterteilt ist. Die Sektoren sind untereinander abgetrennt. Wenn du also vor dem Spiel Freunde triffst, die über einen anderen Einlassbereich ins Stadion gelangen, könnt ihr euch innerhalb des Stadions nur durch Winken oder fernmündlich verständigen – Rauchzeichen sind unzulässig.

Wenn du am Einlass noch eine Flasche bei dir trägst, solltest du sie jetzt langsam leeren. Geeignete Kästen zur Entsorgung von Pfandglas stehen meistens in Reichweite. Falls du ein ermäßigtes Ticket erworben hast, halte den Berechtigungsnachweis bereit. Falls du ihn nicht dabei hast, kannst du deine Eintrittskarte unmittelbar in den Einlassbereichen aufwerten lassen.

TIPP: Es empfiehlt sich, auf manche flugtaugliche Gegenstände des alltäglichen Bedarfs – Zweit- und Drittfeuerzeuge, Lippenstifte etc. – beim Stadionbesuch zu verzichten. Das Ordnungspersonal macht einen guten Job, den du dadurch unterstützt.

3. Und dann auch hinter dem Stadiontor – endlich drin!

Wenn 30.000 Menschen auf wenigen Quadratmetern zusammenkommen, muss es nicht unbedingt unübersichtlich werden. Toiletten und Imbisse bleiben klar unterscheidbar, und über den Eingängen ins Innerste prangen die gewohnten Buchstaben und Zahlen. Vielmehr gibt es dazu nicht zu sagen. Deshalb noch ein paar Worte zum Thema „Bezahlen im Stadion“: Für die Stadionbratwurst oder die Erfrischung zur Halbzeit benötigst du eine Bezahl-Karte. Die Karte ist gegen einen Pfandbetrag erhältlich und mit einem Mindestbetrag von 5 Euro aufzuladen. Kaufen bzw. aufladen kannst du sie am Spieltag bei den grün gekleideten Mitarbeitern im Stadionumlauf und an ausgewiesenen Service-Punkten. Einen Auflade-Automaten gibt es auch im Fanshop.

TIPP: Nicht nur im Fanshop am Stadion, sondern auch im Stadionumlauf bekommst du den KREISEL, das Stadionmagazin der SGD. Das Heft wurde 2013/14 zum zweitbesten Stadionmagazin der 2. Liga gewählt, 2014/15 landete es in der 3. Liga auf Platz 1. Prädikat: „Lesenswert“.

4. „Gebt mir ein Ypsilon“ – dynamische Rituale

Das akustische und optische Herzstück der Dynamo-Gesamtchoreografie ist der K-Block. Der K-Block ist eine unübersehbare Wand aus knapp 10.000 Stehplätzen hinter dem nördlichen Tor. Hier haben all jene Fans ihre Heimat, bei denen sich die gelebte Treue zum Verein auf einzigartige Weise mit leidenschaftlicher und bedingungsloser Unterstützung der Mannschaft verbindet. Junggesellenabschiede und Smartphone-Fotografen sind hier deplatziert. Dies gilt insbesondere für den K3, jenen Teil des K-Blocks, der sich hinter dem Tor befindet. Ein Stadionfrischling im K3 wird in etwa so gut ankommen, wie die Flanke von David Ginola im letzten Quali-Spiel der Franzosen zur WM '94...

Die Choreografien und Gesänge der Dynamo-Fans werden dir mit jedem Stadionbesuch immer weiter in Fleisch und Blut übergehen. Zwei ganz wichtige (und schöne) Rituale möchten wir dir jedoch hier schon kurz vorstellen. Da ist einmal die Dynamo-Hymne. Komponiert vom Dresdner Musiker Bernd Aust und getextet von Rainer Rönsch, hatte das Dynamo-Lied im Juni 1989 Stadionpremiere. Mitsingen ausdrücklich empfohlen. Neben der Hymne darfst du ein zweites Ritual vor dem Spiel auf keinen Fall verpassen – das Einpeitschen. Unser Stadionsprecher Peter Hauskeller lässt die Fans vor jedem Spiel D-Y-N-A-M-O buchstabieren – Gänsehaut ist garantiert.

TIPP: Je nachdem, ob du dich für einen Steh- oder für einen Sitzplatz entscheidest, wird sich ein jeweils ganz eigenes Stadionerlebnis einstellen. Der K-Block feuert die Mannschaft über 90 Minuten an. Dabei kannst du auch mal den einen oder anderen Spielzug verpassen. Auf den Sitzplätzen kannst du die Stimmung eher auf dich wirken lassen – ohne deshalb in Passivität zu verfallen.

5. „Wir reisen mit dir um die Welt“

Kommt dir auf dem Weg zum Auswärtsspiel dieser Bus entgegen, fährst du in die falsche Richtung. Ist aber unwahrscheinlich, da die Kutsche schon beim Alteisen steht. (Nach Burghausen, Oktober 2005)

Die Fans haben sich teils lautstark, teils sächsisch-höflich von der Mannschaft verabschiedet und beginnen nun, das Stadion in gleichmäßig-trägen Strömen zu verlassen. Resümierend geht man seiner Wege, welche meist zu den nahe gelegenen Straßenbahnhaltestellen führen. Die schwarz-gelben Verkehrsbetriebe werfen Zusatzfahrten wie Wellenbrecher in die plötzliche Menschenflut. Nicht nur an warmen Tagen zieht es viele auch erst einmal in die Wirtschaften an der Lennéstraße. Doch ganz gleich, welche Himmelsrichtung man nach dem Spiel einschlägt, einem kann sich jetzt niemand mehr entziehen. Die Fan-Seele durchläuft in den Stunden nach dem Abpfiff einen „dynamischen“ Moment. Mit der Diskussion des soeben erlebten Spieles erfolgt die Ausrichtung auf die nächste Begegnung.

Der erzählten Geschichte folgend, wird diese auswärts stattfinden. Die Analyse des verflossenen Spieles geht nahtlos über in die Beschäftigung mit dem nächsten Gegner. Wer sich diese vor Ort anschauen möchte, findet hier Infos zu preisgünstigen gemeinsamen Auswärtsfahrten. Die Dresdner Fankarawane ist bekannt dafür, die auswärtigen Gästeblöcke zu füllen. Und gerade weil kein Stadion wie das andere und jede Auswärtsfahrt prickelnd neu ist, haben die meisten eines gemeinsam: Sie bleiben nachhaltig in Erinnerung.

TIPP: Wenn sich die Fans verschiedener Mannschaften in Online-Fußball-Foren miteinander austauschen, soll es schon häufiger passiert sein, dass der eine dem anderen eine Übernachtungsgelegenheit fürs nächste Auswärtsspiel in seiner Stadt anbietet. Dieses Couch-Surfing kann sich über viele Jahre einspielen – wenn beide die Liga halten – und ist aus fankultureller Sicht eine echte Delikatesse.