Erfolgsgeschichten

Sie wurden Europameister und Vizeweltmeister, gewannen die Champions League und holten zahlreiche Deutsche Meisterschaften – immer wieder wurden in der Vergangenheit Fußballer in der Nachwuchsschule der SG Dynamo Dresden erfolgreich ausgebildet und gefördert. Wir stellen hier einige Profis vor, die von Dresden den Sprung auf die große Fußballbühne geschafft haben. Weitere Erfolgsgeschichten aus dem Dynamo-Nachwuchs sind in Arbeit...

Ralf Hauptmann

UEFA-Pokal 1988/89. Dynamo schaltet u.a. den FC Aberdeen und Rudi Völlers AS Rom aus, bleibt erst im Halbfinale am VfB Stuttgart hängen. Ralf Hauptmann hier am Strafraum des belgischen KSV Waregem beim 4:1-Heimsieg im Zweitrundenspiel. (Foto: Archiv Dresdner Fußballmuseum)

Im Nachwuchs aktiv von 1981 bis 1987

Aus Riesa kam der Mittelfeldspieler in die Jugendabteilung der SG Dynamo Dresden, wo er nahtlos den Sprung in die Oberliga-Mannschaft der Schwarz-Gelben schaffte. Er entwickelte sich zum Stammspieler und absolvierte über 60 Spiele. Zehnmal lief er für die Dresdner im Europapokal auf, viermal durfte er das DDR-Nationaltrikot überstreifen. Mit Dresden holte er zwei Meistertitel und einen Pokalsieg und qualifizierte sich 1991 für die 1. Bundesliga. Zwei Spielzeiten trug er das schwarz-gelbe Dress auch in der höchsten deutschen Spielklasse, bevor sein sportlicher Weg zum 1. FC Köln führte. Für die Geißböcke war er insgesamt acht Jahre aktiv, in denen er 179 Spiele in der ersten und zweiten Liga bestritt und sogar die Kapitänsbinde übernahm. Nach seinem Karriereende leitete er von 2008 bis 2010 das Nachwuchsleistungszentrum der SG Dynamo Dresden. Seit 2012 ist er als Leiter der Fußballschule der Schwarz-Gelben tätig.

Jens Jeremies

Jens Jeremies im Trikot-Chic der 90er

Im Nachwuchs aktiv von 1986 bis 1992

Von seinem Heimatverein Motor Görlitz kam der Mittelfeldakteur 1986 in die Jugendschule der SG Dynamo Dresden. Im letzten Bundesliga-Jahr der Schwarz-Gelben gab er zehn Spieltage vor Saisonende sein Debüt in der Profimannschaft und erzielte ein Tor. Nach dem Abstieg wechselte er zum TSV 1860 München und 1998 zum FC Bayern, für die er 163 Spiele in der 1. Bundesliga bestritt. Dort feierte er seine größten sportlichen Erfolge: Sechs Meisterschaften, vier Pokalsiege sowie den Triumph in Champions League und Weltpokal. Im Trikot der Nationalmannschaft bestritt er 2002 alle sieben Spiele bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea und wurde Vize-Weltmeister. Insgesamt kam der Görlitzer auf 55 Länderspiele. Heute arbeitet er in einer Agentur im Bereich Sportmarketing.

Ulf Kirsten

7. April 1990: Sechs Spieltage vor Saisonschluss braucht Dynamo einen Punkt, um die Rostocker auf Distanz zu halten. Kirsten macht nach 13 Minuten das 1:0, muss kurz darauf verletzt runter. Das Spiel endet 1:1, Dynamo wird später Meister.

Im Nachwuchs aktiv von 1979 bis 1983

Der „Schwatte“ fand 1979 von der BSG Stahl Riesa den Weg in die schwarz-gelbe Nachwuchsabteilung. Zuvor genoss er bereits eine langjährige gute Ausbildung bei seinem Heimatverein BSG Chemie Riesa. Schon mit 17 Jahren konnte er 1983 sein Debüt im Männerbereich feiern. In den 80er und 90er Jahren avancierte er zu einem der besten deutschen Torjäger. Für die SG Dynamo Dresden erzielte er in 154 Ligaspielen 57 Tore, im Europapokal waren es acht Treffer in 21 Partien. Zwei Meisterschaften und drei Pokalsiege sowie die Wahl zum Fußballer des Jahres der DDR stehen in seiner schwarz-gelben Fußball-Vita. 1990 wechselte der Stürmer zu Bayer Leverkusen, wo er in 13 Jahren 182 Tore in 350 Pflichtspielen markierte. Damit belegt er Platz fünf der ewigen Torschützenliste der Bundesliga. Außerdem gelangen dem Angreifer 32 Treffer in 54 Partien im Europapokal. Einmal gewann er mit den Rheinländern den DFB-Pokal, stand 2002 im Finale der Champions League und sicherte sich dreimal die Torjägerkrone der Bundesliga. In 100 Länderspielen (49mal DDR/51mal BRD) traf er insgesamt 34 Mal.

Sven Kmetsch

Sven Kmetsch auf dem Weg zur Grundlinie. Dynamo verliert das Spiel am 07.02.1992 mit 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg, hat aber am Ende der Saison drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. (Foto: Archiv Dresdner Fußballmuseum)

Im Nachwuchs aktiv von 1981 bis 1989

„Kmetscher“, wie er heute im Umfeld von Dynamo Dresden von ehemaligen Wegbegleitern und Fans noch genannt wird, wechselte 1981 von Bautzen in die schwarz-gelbe Nachwuchsschmiede an der Elbe. Mit ihm gelang 1991 die Qualifikation für die 1. Bundesliga, in der er für den Verein anschließend vier Jahre lang in über 100 Punkt- und Pokalspielen die Fußballschuhe schnürte. Nach dem Zwangsabstieg wechselte er elbabwärts zum Hamburger SV. Ab 1998 kickte er noch sieben Jahre für den FC Schalke 04 in der höchsten Spielklasse und wurde mit den Knappen 2001 und 2002 Pokalsieger. Zweimal durfte er das Trikot der Nationalmannschaft tragen. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Sven Kmetsch vorwiegend als Co-Trainer für die U23 in Gelsenkirchen sowie an der Seite von Benno Möhlmann beim FC Ingolstadt und beim FSV Frankfurt.

Matthias Sammer

1. November 1986: Dynamo schlägt die BSG Stahl Riesa. Der 19jährige Matthias Sammer (links) besorgt den Treffer zum 2:0-Endstand – bereits sein drittes Saisontor, vier weitere sollten folgen. (Foto: Archiv Dresdner Fußballmuseum)

Im Nachwuchs aktiv von 1976 bis 1985

Der in Dresden geborene Mittelfeldspieler durchlief bis 1985 alle Nachwuchsmannschaften der SG Dynamo Dresden und konnte kurz vor dem Sprung in die erste Männermannschaft in der Junioren-Oberliga Meistertitel und Pokalsieg feiern. Mit 18 Jahren gab er in der DDR-Oberliga seinen Einstand für die Schwarz-Gelben. Bis 1990 absolvierte der Rotschopf für Dresden 102 Spiele und schoss dabei 39 Tore, bevor er zum VfB Stuttgart wechselte und zum ersten Mal Deutscher Meister wurde. Mit Borussia Dortmund folgten später zwei weitere Titel. 1997 gewann er mit den Westfalen auch die Champions League, ein Jahr zuvor mit der Nationalmannschaft die Europameisterschaft in England. In dieser Zeit wurde er als bester Fußballer Europas sowie zweimal zum „Fußballer des Jahres“ in Deutschland gekürt. Als Trainer führte er Borussia Dortmund 2002 zum Meistertitel. Von 2006 bis 2012 war Matthias Sammer als Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund tätig. Seit Juli 2012 arbeitet er als Sportvorstand beim FC Bayern München.

Lars Jungnickel

Der Wechsel von Lars Jungnickel zu Energie Cottbus im Sommer 2001 lindert Dynamos existenzielle Notlage. 2007 kommt der gebürtige Dohnaer zurück an die Elbe. (Spielszene Regionalliga Nord 2007/08, 2:1 Auswärtssieg bei Fortuna Düsseldorf)

Im Nachwuchs aktiv von 1987 bis 1999

Der Stürmer gab nach zwölf Jahren im Nachwuchs der SG Dynamo Dresden 1999 sein Debüt in der ersten Männermannschaft der Schwarz-Gelben und avancierte in einer sportlich turbulenten Phase zum Stammspieler. Aufgrund von finanziellen Zwängen wurde er nach dem verpassten Wiederaufstieg aus der viertklassigen Oberliga in die Regionalliga nach Cottbus transferiert. In sechs Jahren stand er für die Lausitzer in 27 Erstliga- und 53 Zweitliga-Spielen auf dem Platz. 2007 kam er mit reichlich Bundesliga-Erfahrung zurück an die Elbe. Mit den Schwarz-Gelben feierte er als Stammspieler die Qualifikation zur neuen dritten Liga und 2011 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Für die deutsche U21-Auswahl konnte er 2002 in vier Länderspielen ein Tor erzielen.

Tom Starke

Tom Starke im Trikot der TSG Hoffenheim. Für die Baden-Württemberger bestritt der gebürtige Freitaler in zwei Spielzeiten 58 Bundesligapartien.

Im Nachwuchs aktiv von 1989 bis 1999

Der Torhüter begann seine Karriere bei Stahl Freital und wechselte 1989 in die Nachwuchsabteilung der SG Dynamo Dresden. 1999 holte ihn Reiner Calmund nach Leverkusen. Am Rhein gewann er mit der A-Jugend die deutsche Meisterschaft und stieg 2001 mit den Amateuren der Werkself in die drittklassige Regionalliga auf. Als Leihspieler kam der 1,94 Meter große Keeper beim Hamburger SV zu seinem ersten Pflichtspiel in der 1. Bundesliga. Über den SC Paderborn und den MSV Duisburg landete er 2010 bei der TSG Hoffenheim. Bei allen drei Vereinen stand Tom Starke als Nummer 1 im Kasten und kann mittlerweile auf die Erfahrung aus über 200 Erst- und Zweitligaspielen  verweisen. Im Sommer 2012 wurde er vom FC Bayern München als Ersatzkeeper hinter Nationaltorwart Manuel Neuer verpflichtet.

Alexander Zickler

Immer noch in bestechender Form: Beim Oldstars-Turnier 2012 setzte sich Alexander Zickler (am Ball) mit seinen Dynamos im Finale gegen den FC Barcelona durch

Im Nachwuchs aktiv von 1980 bis 1992

Der in Bad Salzungen geborene Stürmer erhielt mit 18 Jahren einen Vertrag bei den schwarz-gelben Profis, nachdem er zuvor alle Nachwuchsmannschaften der SG Dynamo Dresden durchlaufen hatte. In der zweiten Bundesliga-Saison der Sachsen machte der Youngster zum ersten Mal auf sich aufmerksam und schoss sich mit einem Doppelpack gegen Borussia Dortmund in den Notizblock von Bayern-Manager Uli Hoeneß. Der holte ihn von Dresden an die Isar, wo der Stürmer in zwölf Jahren unzählige Titel in Diensten der Münchner einfahren konnte. Siebenmal wurde er Deutscher Meister, viermal Pokalsieger. Hinzu kamen zwei Erfolge im Europapokal: 1996 der Gewinn des UEFA-Cups und 2001 der Triumph in der Champions League. Nach einigen Einsätzen in der U21-Auswahl trat Alexander Zickler um die Jahrtausendwende auch zwölfmal in der deutschen A-Nationalmannschaft an den Ball und schoss dabei zwei Tore. Insgesamt bestritt der Angreifer über 380 Erstliga-Spiele in Deutschland und Österreich, wo er seine Karriere ausklingen ließ und heute bei einem dort ansässigen Unternehmen im Marketing arbeitet.

Maik Wagefeld

Nach anderthalb Jahren 1. Bundesliga beim „Club“ in Nürnberg kommt Maik Wagefeld im Winter 2005/2006 für 14 Spiele zurück nach Dresden. Seine zwei Tore und sechs Vorlagen reichen am Ende nicht zum Klassenerhalt. (Hier im Zweikampf mit Shao von 1860 München)

Im Nachwuchs aktiv von 1994 bis 1999

Der in Riesa geborene Fußballer lernte das Fußball-ABC in seiner Heimatstadt und kam während der Bundesliga-Zeit der Schwarz-Gelben in den 90er Jahren nach Dresden. Als der Verein um die Jahrtausendwende in die Viertklassigkeit abgerutscht war, wurde der Mittelfeldspieler als Youngster in die erste Männermannschaft berufen und übernahm als Kapitän sehr frühzeitig Verantwortung. Als Stammspieler und Leistungsträger führte er die SG Dynamo Dresden innerhalb von zwei Jahren zurück in die Regionalliga. Bis 2004 absolvierte Maik Wagefeld für die Schwarz-Gelben bereits 123 Spiele und erzielte 17 Tore.

Nach dem Aufstieg wechselte er zum 1. FC Nürnberg und kam dort zu 24 Bundesligaeinsätzen mit zwei Toren. 2006 kam „Wage“ im Abstiegskampf für ein halbes Jahr zurück an die Elbe, bevor er im Sommer zu Hansa Rostock wechselte. Im Jahr darauf kehrte er ein zweites Mal zurück. Wagefeld übernahm als Kapitän erneut Verantwortung und absolvierte 90 weitere Spiele im Dynamo-Trikot, in denen er elf Tore schoss. 2011 führte sein Weg nach Halle, wo er als Leistungsträger beim Aufstieg des HFC in die 3. Liga einen entscheidenden Anteil hatte.

Daniel Ziebig

In der Aufstiegssaison 2003/04 gehört Daniel Ziebig bei Dynamo zu den Dauerbrennern. Der Linksaußen in Aktion beim letzten Heimspiel, in dem die Schwarz-Gelben durch ein 1:0 gegen Neumünster das Ticket für Liga 2 lösen.

Im Nachwuchs aktiv von 1998 bis 2002

Nach einer zehnjährigen Ausbildung in seinem Heimatverein in Gröditz kam Daniel Ziebig 1998 zu den Schwarz-Gelben und durchlief die letzten Altersklassen im Nachwuchsbereich bei der SG Dynamo Dresden, bevor er ab 2002 regelmäßig bei der ersten Mannschaft zum Einsatz kam. Als „frischer Wind“ erlangte er im letzten Punktspiel der Saison 2001/2002 Berühmtheit, als er eingewechselt wurde und als Joker mit seinem Treffer zum 3:1 kurz vor Abpfiff den Staffelsieg und den Einzug in die Relegationsspiele gegen Herthas Amateure perfekt machte. Anschließend gehörte er dauerhaft zur Stammelf und schaffte mit den Schwarz-Gelben zwei Jahre später den erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga. Ein Jahr darauf wechselte er für ein halbes Jahr zum Hamburger SV und dann zu Energie Cottbus. Mit den Lausitzern gelang ihm auch der Aufstieg in die 1. Bundesliga, wo der Linksverteidiger auf insgesamt 78 Erstliga-Partien kam. Derzeit ist er an den Halleschen FC ausgeliehen.