- Direkt zum Inhalt -

Mitgliedschaft: Vorteile für Vereinsmitglieder. Werde Mitglied!
» Mitglieder-Infos

TICKETS: Kommt ins Stadion. Dynamo muss man live erleben!
» zu den Tickets

FANSHOP: Trikots, Sportswear, Fanartikel, uvm. Schaut einfach mal rein!» zum Fanshop

Zukunft-Dynamo - Fans für ihren Verein!
» News und Aktionen

Community: Foren, Chats, Umfragen, ... Eure Meinung zählt!
» zur Dynamo-Community

SMS-Info-Dienst: Alle Infos von den Spielen live als SMS!
» zum SMS-Info-Dienst

Mitgliedschaft: Vorteile für Vereinsmitglieder. Werde Mitglied!
» Mitglieder-Infos

Webcam: Das Rudolf-Harbig-Stadion live!
» zur Stadion-Webcam

Dynamo auf's Handy: Bilder, Klingeltöne, Videos, ... Hol dir Dynamo auf Dein Handy!
» zum Mobile-Bereich

Dynamo-LIVE: Live-Ticker, Live-Radio, Fotos, Berichte, Interviews, ... Erlebt Dynamo live!
» zum Live-Ticker

-
PRESSE - Morgenpost
Morgenpost
10. August 2009

Eine Stadt zwischen Kaiser Mania Kaiser-Frust

Jetzt beginnt der Abstiegskampf - Kann und darf Dynamos Trainer das Ruder rumreißen
DRESDEN- Eine Stadt zwischen „Kaiser Mania" und Kaiser-Frust. Während Roland Kaiser am Samstagabend am Dresdner Elbufer für gewohnt ausgelassene Stimmung sorgte, gab's am Nachmittag für seinen Namensvetter und die Dresdner Fußball-Fans Frust pur. Denn Dynamo hatte in der 3. Liga beim 0:3 gegen den SV Sandhausen für eine weitere bittere Enttäuschung im heimischen Harbig-Stadion gesorgt. Die SGD in der Krise - und mit ihr Trainer Ruud Kaiser.

Die Situation
Nach drei Spielen in der Liga hat Dynamo dank des 1:0-Sieges in Wiesbaden drei Pünktchen auf dem Konto. Die Heimbilanz ist erschreckend: Null Punkte, null Tore, dafür vier Gegentreffer. Dazu kommt das Aus im Pokal. „Eine Katastrophe", meint auch Routinier Volker Oppitz. Debütant Bekim Kastrati warnte schon vor einem „Heimkomplex". Erinnert verdammt stark an die Vorsaison, in der man zu Hause in der Hinserie ebenfalls wenig auf die Reihe bekam. Das neue Stadion sollte Dynamo einen Schub geben. Doch bisher feierten hier nur die Gäste. Am Sonntag muss Dynamo zu den unberechenbaren Bayern-Amateuren, danach stehen die Ostderbys gegen Aue und Erfurt an. Es wird also nicht einfacher.

Die Mannschaft
Dynamos Mannschaft wirkte auch gegen Sandhausen total verunsichert. Zudem bestätigte sich einmal mehr der Eindruck, dass die letzten „Körner" fehlen, eine Partie auch in der Schlussphase mal umbiegen zu können. Zumindest wirken die Gegner oft körperlich und damit geistig frischer. Zu Hause selbst das Spiel zu machen, fällt Dynamo schwer. Gegen Sandhausen hemmten Missverständnisse und Ungenauigkeiten den Spielaufbau. Von offensivem Tempofußball, wie ihn Trainer Ruud Kaiser seit seinem Amtsantritt proklamiert, ist nichts zu sehen, Die Mannschaft wurde durch die Neuzugänge nicht ausreichend verstärkt. Sind dazu die wenigen Führungsspieler nicht in Topform, ist man oft ideen-und hilflos.

Die Taktik
„Wenn wir taktisch gut sind, sind wir auch eine richtig gute Mannschaft", betont Kaiser regelmäßig. Doch wie schon im Vorjahr scheinen einige Spieler von den taktischen Schachzügen Kaisers überfordert zu sein, Mal Vierer-, mal Dreierkette, mal zwei, mal drei Sechser. Gegen Sandhausen fehlte oft die Grund- und Zuordnung. Auffällig, wie leicht Dynamo Gegentore kassiert. Auffällig, dass die fast immer über Flanken und Eingaben entstehen - zwei klassische Außenverteidiger gibt's derzeit nicht. Zwei weitere Beispiele: Gegen den SVS sollte Gerrit Müller den verletzten Sascha Pfeffer auf der rechten Außenbahn ersetzen. Doch eine Halbzeit sucht Müller plötzlich die imaginäre Zehnerposition, ohne korrigiert zu werden. Halil Savran musste nach der Einwechslung von Kastrati erst im linken Mittelfeld, nach der Einwechslung von Ibad Muhamadu dann über rechts ran. Schon im Vorjahr soll es interne Taktikdiskussionen gegeben haben. Auch jetzt wäre man gut beraten, sich auf die simplen Dinge des Fußballs zu konzentrieren.

Das Saisonziel
Nach der ordentlichen Rückrunde der Vorsaison, in der Kaiser die erreichten Punkte einfach hochrechnete, sprach Dynamos Trainer sogar vom Aufstieg. Um das später zu relativieren. Ziel sei es laut Dreijahresplan, oben anzugreifen. „Uns war vorher klar, dass wir nicht die Mannschaft sind, die sofort oben mitspielen kann", sagt Volker Oppitz nun. Die offensichtliche Fehleinschätzung des Saisonziels sollte schnellstens korrigiert werden. Ab sofort muss Dynamo um den Klassenerhalt und gegen den Abstieg kämpfen. Sonst droht erneut ein Tanz auf der Rasierklinge.

Der Trainer
Auch nach seinem Amtsantritt hatte Ruud Kaiser schwierige Phasen zu überstehen. Fakt ist: Der Holländer gerät bei ausbleibendem Erfolg wieder unter Druck. Ob es sinnvoll ist, nach drei Spieltagen eine Trainerdiskussion zu beginnen, sei dahingestellt. Dass mittlerweile sogar schon vor dem ersten Spieltag die Reißleine gezogen wird, zeigte zuletzt das Beispiel Mainz. Bei Dynamo stellt sich die Frage: Wer hat im Verein die Kompetenz, die sportliche Situation zu bewerten und gegebenenfalls zu handeln? Dass die Zweifler sich mehren, ob Kaiser noch der richtige Mann ist, Dynamo aus der Drittklassigkeit zu führen und seinen eigenen Dreijahresplan zu erfüllen, ist nicht verwunderlich. Zumal eine positive Entwicklung der Mannschaft nicht zu erkennen ist.

Das Publikum
Mit 13 000 Zuschauern pro Heimauftritt hat der Verein geplant. Gegen Sandhausen kamen 9 891, die enttäuscht nach Hause gingen. Auch wenn der Dresdner Fan im Allgemeinen leidensfähig ist, will er ab und an für sein Eintrittsgeld auch etwas sehen. Bleiben Siege aus, bleiben Zuschauer aus - für die wirtschaftliche Situation des Vereins tödlich. Trainer Ruud Kaiser fordert immer wieder Geduld - vor allem vom Anhang. Der brachte am Sonnabend schon zeitig seinen Unmut zum Ausdruck. Was Kaiser richtig sauer machte. „Wenn zweimal hinten der lall rumgeschoben wird und man pfeift, ist das Unsinn, nicht so schlau. Es ist nicht gut, wenn schon nach 15 Minuten gepfiffen wird. Wenn man Ahnung vom Fußball hat, dann weiß man, dass man auf den richtigen Moment warten muss." Ob Kaisers Kritik am Dresdner Publikum, das ihn bisher immer vorbehaltlos unterstützt hat, schlau ist, werden die nächsten Heimauftritte zeigen.
Dirk Löpelt

...zurück zur News-Übersicht

PRESSE - Artikel bewerten
· Schreibstil:
3.57
 12345 · Thema:
4.09
 12345