Die Ehrenspielführer der SG Dynamo Dresden

Wolfgang Oeser, Hans-Jürgen Kreische, Klaus Sammer, Dieter Riedel, Hans-Jürgen Dörner, Eduard Geyer und Reinhard Häfner – sieben Spieler, die als aktive Fußballer für die Sportgemeinschaft prägend waren. Als Ehrenspielführer stehen sie stellvertretend für eine lange Reihe verdienter Spieler der Dynamo-Geschichte.

Wolfgang Oeser

6. Juni 1965: Dynamo schaffte durch einen 5:3-Erfolg in Dresden gegen den SC Neubrandenburg den Klassenerhalt in der DDR-Oberliga am letzten Spieltag. Dauerbrenner Oeser verpasste nur die erste von 26 Partien und schoss drei Tore.

  • aktiv von 1956 bis 1968
  • 266 Spiele
  • 37 Tore

Wolfgang Oeser wurde am 21. Februar 1931 in Dresden geboren. Das Fußballspielen lernte er bei verschiedenen Dresdner Vereinen. Seine erste Station ein Jahr vor Kriegsende war die DSG 1893 im Jägerpark, Vorgänger der SpVgg Dresden-Löbtau. Nach dem Krieg erlernte Oeser den Beruf des Ofenbauers und war unter anderem für die BSG Aufbau Dresden Mitte aktiv. 1954, als Deutschland unter Sepp Herberger in Bern Weltmeister wurde, wechselte das Talent 23-jährig zur BSG Stahl Freital. Dort wurde der damalige Sektionsleiter der SG Dynamo Dresden, Erich Jahnsmüller, auf den jungen Mittelfeldspieler aufmerksam. Dynamo Dresden und die BSG Stahl Freital standen sich Mitte der 1950er Jahre in DDR-Liga (zweitklassig) und 2. DDR-Liga (drittklassig) gegenüber, Oeser spielte mehrere Male gegen seinen zukünftigen Verein.

1956 wechselte Oeser dann von der BSG Stahl, wo er durch den Fußball zusätzlich zum Beruf bereits Geld verdient hatte, zu Dynamo Dresden. Der Polizeisportverein ermöglichte es ihm, sich neben der anfänglichen polizeilichen Grundausbildung ganz auf den Sport zu konzentrieren. Mit Dynamo musste Oeser, der bald nach seinem Wechsel Mannschaftskapitän wurde, erst einmal den Gang in die viertklassige Bezirksliga antreten. Doch in den Folgejahren 1957 und 1958 gelang jeweils der Aufstieg, sodass die Mannen um Wolfgang Oeser bald wieder zweitklassig spielten. Dieser gehörte während seiner gesamten Zeit bei Dynamo zu den absoluten Leistungsträgern und entwickelte sich zum Mittelfeldregisseur. 1962 gelang dann der Sprung in die DDR-Oberliga. In der Aufstiegssaison bestritt Oeser 38 Partien, in denen er sechs Tore schoss. Beim ersten Oberligaspiel seit 1954 strömten am 19. August 1962 25.000 Zuschauer ins Heinz-Steyer-Stadion, das Saisonfinale gegen den SC Motor Karl-Marx-Stadt sahen sogar 32.000 Menschen.

Zwar mussten Oeser und seine Mannschaft den direkten Wiederabstieg hinnehmen, jedoch konnten sie 1963/64 unmittelbar ins Oberhaus zurückkehren. Auch in dieser Aufstiegssaison hatte Oeser nach Matthes und Prautzsch mit 29 Partien die meisten Einsätze. In seinen letzten beiden Spielzeiten in der DDR-Oberliga zählte Wolfgang Oeser weiter zum Stammpersonal und verpasste in beiden Jahren insgesamt nur drei Spiele. In elf Jahren erste Mannschaft bestritt er 213 Punktspiele und führte die Mannschaft acht Jahre lang als Kapitän aufs Feld. In seinen drei Oberligajahren stand er in 73 von 78 Begegnungen auf dem Platz. Insgesamt erzielte er 27 Punktspieltore für die erste Mannschaft, davon als Elfmeterspezialist 19 vom Punkt. Seinen vielleicht wichtigsten Strafstoß verwandelte er bereits am 21. Dezember 1958 gegen Motor Süd Brandenburg, als er die SGD aus elf Metern mit dem 2:2-Ausgleich in die Verlängerung des Aufstiegsspieles zur DDR-Liga brachte. Durch Legler und Härtelt gewann Dynamo schließlich 4:2

34-jährig wechselte Oeser zur Saison 1966/67 in die zweite Mannschaft der SGD, bevor er am 1. Juni 1968 vor dem Oberliga-Punktspiel gegen Chemie Leipzig offiziell als Spieler verabschiedet wurde. Wolfgang Oeser blieb dem Verein auch nach seiner aktiven Zeit erhalten. Von 1974 bis 1985 war er unter den Trainern Fritzsch, Prautzsch und Sammer Mannschaftsleiter und erlebte in dieser Zeit drei Meisterschaften und drei Pokalsiege. Bis 2005 trainierte er als Übungsleiter Reserve- und Nachwuchsmannschaften der SGD und steckte weiter viel Herzblut in seinen Verein. Am 12. April 2013 wurde der 82-Jährige anlässlich des 60-jährigen Bestehens der SGD zum Ehrenspielführer ernannt. Nur wenige Tage später, am 4. Mai 2013, schlief Wolfgang Oeser friedlich ein.

Hans-Jürgen Kreische

Hans-Jürgen Kreische beim Europapokalspiel gegen Leeds United am 4. November 1970. Kreische und Meinhard Hemp trafen, Dynamo gewann das Heimspiel vor 35.000 Zuschauern mit 2:1. Aufgrund der Auswärtstorregel zog Leeds jedoch in die nächste Runde ein.

  • aktiv von 1957 bis 1977
  • 344 Spiele, davon 37 Europapokaleinsätze
  • 188 Tore

Einer der besten Dynamo-Fußballer aller Zeiten ist zweifelsfrei Hans-Jürgen Kreische. Er wird noch heute von seinen ehemaligen Mitspielern kurz „Hansi“ gerufen. Als Spieler feierte der Stürmer fünf Meisterschaften und einen FDGB-Pokalsieg mit der SG Dynamo Dresden. Für die DDR-Auswahl absolvierte Kreische insgesamt 50 Länderspiele und gewann 1972 die Bronzemedaille im olympischen Fußballturnier.

Hans-Jürgen Kreische wurde als Sohn des Dresdner Fußballspielers Hans Kreische am 19. Juli 1947 in Dresden geboren. Mit zehn Jahren begann er das Fußballspielen bei der SGD. Er durchlief alle Nachwuchsmannschaften und wurde zeitweise sogar von seinem Vater trainiert. Bereits als 17-Jähriger kam „Hansi“ Kreische als großes Talent zu seinem ersten Oberliga-Einsatz und schoss am 29. November 1964 gegen den SC Leipzig direkt sein erstes Tor für Dynamo im Männerbereich. Vier Jahre später sollte ihm das gleiche Kunststück im Trikot der Nationalmannschaft ein zweites Mal gelingen, als er bei seinem Debüt im Spiel gegen die ČSSR sein erstes Tor für die DDR erzielte. In den folgenden acht Jahren brachte es der Dresdner auf eine stolze Torquote im Nationaldress: In jedem zweiten Spiel gelang ihm ein Treffer, insgesamt kam er auf 25 Tore.

Bei Dynamo Dresden wurde der gelernte Stürmer in der Saison 1970/71 als Mittelfeldspieler mit 17 Treffern in 23 Oberliga-Spielen Torschützenkönig und hatte so einen erheblichen Anteil am ersten Double-Gewinn in der Geschichte des DDR-Fußballs. In den Jahren 1972, 1973 und 1976 war er ebenfalls bester Torjäger der DDR und wurde so zu einem der besten und spielstärksten Fußballer seiner Zeit. 1973 wurde Kreische, der mehrere Jahre als Kapitän für Dynamo auflief, zum besten Fußballer des Jahres in der DDR gewählt. Das haben die Dynamo-Fans bis in die Gegenwart nicht vergessen und wählten „Hansi“ im Jahr 2010 in „Dynamos Traumelf“.

Von 1973 bis 1975 laborierte Kreische an einer schweren Fußverletzung, welche eine fast zweijährige Pause zur Folge hatte. Im Herbst 1977 absolvierte der damals 30-Jährige sein letztes Oberliga-Spiel. Er beendete seine Karriere so, wie sie begonnen hatte, und erzielte im letzten Oberliga-Spiel für Dynamo auch seinen letzten Treffer im Spiel gegen Wismut Gera, das Dynamo mit 4:2 gewann.

Insgesamt gelangen ihm in dreizehn Spielzeiten noch heute beeindruckende 131 Tore in 234 Erstligaspielen für die SG Dynamo Dresden. „Hansi“ Kreische ist somit der erfolgreichste Torschütze in der Ära der DDR-Oberliga für Dynamo Dresden. 37-mal kam er im Europapokal für die Schwarz-Gelben zum Einsatz, wo er insgesamt 17 Tore schoss.

1995/96 übernahm er für knapp eine Saison das Amt des Cheftrainers bei der SGD, die nach dem Zwangsabstieg bis in die drittklassige Regionalliga durchgereicht worden war. 1997 gründete er in Dresden-Weißig eine eigene Fußballschule und arbeitete zwischenzeitlich als Scout für den DFB und den Hamburger SV. Heute ist er als Chefscout bei RB Leipzig tätig und lebt mit seiner Frau noch immer in Dresden.

Klaus Sammer

Das Stadtderby gegen den FSV Lokomotive Dresden im Heinz-Steyer-Stadion am 11. Mai 1969 sahen 23.500 Zuschauer. In der zweitklassigen DDR-Liga Süd bestritt Klaus Sammer (am Ball) in der Saison 1968/69 26 Spiele und erzielte zwei Tore. Am Ende hatten die Mannen um Sammer neun Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierte ASG Vorwärts Meiningen (17 Punkte auf FSV Lok) und schafften so den direkten Wiederaufstieg in die DDR-Oberliga.

  • aktiv von 1965 bis 1973
  • 272 Spiele, davon 19 Europapokaleinsätze
  • 39 Tore

Er hat die goldenen 70er-Jahre von Dynamo Dresden als Spieler mitgeprägt und trug maßgeblich dazu bei, dass die Sportgemeinschaft 1971 das erste Double aus Meisterschaft und Pokal in der Vereinsgeschichte holte. Als Trainer gewann er mit den Schwarz-Gelben zweimal den FDGB-Pokal.

Klaus Sammer begann seine Fußballer-Karriere 1954 bei der TSG Stahl Gröditz, ehe er zur Saison 1962/63 beim DDR-Ligisten SC Einheit Dresden anheuerte. Nach drei Spielzeiten in der zweiten Liga wechselte der 1,91 Meter große Gröditzer zum Ende der Saison 1964/65 zur SG Dynamo Dresden, die  eine Liga höher gegen den Abstieg spielte. Mit Sammer schaffte Dynamo den Klassenerhalt. In den Folgejahren sammelte er unter Trainer Manfred Fuchs weiter Erfahrung in der höchsten DDR-Spielklasse und im internationalen Wettbewerb, wo er bei den ersten Europapokal-Auftritten der Dresdner gegen die Glasgow Rangers beide Spiele bestritt.

Nachdem Dynamo 1968 zum vorerst letzten Mal in die zweite Liga abgestiegen war, stand Sammer beim direkten Wiederaufstieg in 26 Partien auf dem Platz und erzielte zwei Tore. Zwei Jahre später, 1971, läuteten Sammer und Co. das erfolgreichste Dynamo-Jahrzehnt ein. Zusammen mit Frank Ganzera bestritt er alle Meisterschaftsspiele und war unverzichtbarer Bestandteil der von „Dixie“ Dörner organisierten Hintermannschaft. Im FDGB-Pokalfinale desselben Jahres markierte Sammer beide Tore gegen den BFC Dynamo (2:1) und trug so entscheidend zum ersten Double der Vereinshistorie bei. Zwei Jahre später feierte Sammer seine zweite Meisterschaft. Mit 23 Einsätzen gehörte er zu den Garanten des Erfolges, der mit nur zwei Niederlagen in der kompletten Saison eingefahren wurde. Auch im UEFA-Cup konnten die Dresdner in der zweiten Meistersaison überzeugen, als sie erst im Viertelfinale gegen den FC Liverpool ausschieden. Sammer hatte bis dato alle EC-Partien der SGD über die volle Distanz bestritten.

Sein Debüt in der DDR-Nationalmannschaft feierte „der Lange“ am 11. November 1970, als er zusammen mit Kreische, Kurbjuweit und Co. die Niederlande in Dresden mit 1:0 besiegte. Er gehörte auch zum Kader, der die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der BRD schaffte. Doch das Jahr 1973 hielt für Sammer einige bittere Momente bereit: Beim wichtigen Sieg im Qualifikationsspiel gegen Rumänien (2:0 in Leipzig) war er noch dabei. Kurz darauf jedoch strich ihn Nationaltrainer Georg Buschner aus dem Aufgebot. Es blieb sein letztes Länderspiel. Wenige Wochen später setzte ihn Walter Fritzsch im Europapokal der Landesmeister in beiden Spielen gegen Bayern München auf die Bank. Sammer musste von draußen zusehen, wie seine Mannschaftskameraden denkbar knapp gegen Beckenbauer und Co. ausschieden.

Ein Jahr später lief Klaus Sammer im UEFA-Pokal-Erstrundenmatch im dänischen Randers zum letzten Mal auf internationalem Parkett auf (1:1). Am 14. Februar 1976 wurde er 33-jährig vor dem Spiel der SGD gegen Sachsenring Zwickau offiziell verabschiedet.

Nach seiner aktiven Laufbahn, in der er 272 Pflichtspiele für Dynamo absolvierte und dabei 39 Tore erzielte, schlug er eine Trainerlaufbahn ein. Nach zwei Meistertiteln mit der A-Jugend der SGD wurde er 1983 zum Trainer der ersten Mannschaft ernannt. 1984 und 1985 gelangen unter seiner Führung jeweils Siege im FDGB-Pokalfinale gegen den BFC Dynamo Berlin, die den Berliner Serienmeistern das Double verwehrten.

In Folge der historischen 3:7-Niederlage im Viertelfinal-Rückspiel des Europapokals der Pokalsieger gegen Bayer 05 Uerdingen musste Sammer am Ende der Saison 1985/86 zurücktreten. Für wenige Spiele kehrte 1992/93 auf den Trainerstuhl der Dresdner zurück. Danach arbeitete Sammer als Scout für den DFB und in einer Prüfungskommission, die für die Erteilung von Trainerlizenzen zuständig ist  und sich um sich um Amateur- und Nachwuchsteams kümmert.

Sammer, der wegen der überwältigenden Stimmung an die Europapokal-Spiele auf der Insel besonders gute Erinnerungen hat, ist auch heute noch regelmäßig Tribünengast, wenn die Schwarz-Gelben zum Heimspiel an der Lennéstraße antreten.

Dieter Riedel

  • aktiv von 1967 bis 1980
  • 335 Spiele, davon 46 Europapokaleinsätze
  • 76 Tore

Dieter Riedel wurde am 16. September 1947 im sächsischen Gröditz geboren. Von 1967 bis 1980 war er für Dynamo als Spieler aktiv. Als dynamischer, pfeilschneller und kraftvoller Flügelstürmer war Dieter Riedel eine der zentralen Figuren in der Dresdner Angriffsriege. In 335 Pflichtspielen, davon 46 Europapokalspielen, erzielte er 76 Tore. Am 20. September 1967 erzielte Riedel beim 1:1 gegen die Glasgow Rangers im Messestädte-Pokal das erste Europapokal-Tor der Vereinsgeschichte. In den 70er Jahren feierte er mit Dynamo fünf Meisterschaften und zwei Pokalsiege, zweimal gewann er das Double. Zweimal erreichte Dieter Riedel mit Dynamo in dieser Zeit das Viertelfinale im Europapokal der Landesmeister, weitere zwei Male drang er mit den Schwarz-Gelben bis ins Viertelfinale des UEFA-Cups vor.

Dieter Riedel begann 1957 bei der BSG Stahl Gröditz mit dem Fußballspielen. Kurz nach seinem ersten Auftritt als DDR-Juniorennationalspieler wurde er 1966 Elbflorenz delegiert. Schon in seinem ersten Jahr bei den Schwarz-Gelben kam das 1,70 Meter große Offensivtalent auf 13 Oberligaspiele, wobei er auf allen Sturmpositionen eingesetzt wurde. In seinem zweiten Jahr in Dresden spielte sich der bullige Sturmtank mit seinen ersten Toren weiter in den Vordergrund. In der Oberliga-Saison 1969/70 fand er seinen endgültigen Platz als rechter Außenstürmer. Im Verbund mit Gert Heidler bildete Riedel die Flügelzange des Dynamo-Kreisels. Als dieser dem Verein 1971 das erste Double aus Meisterschaft und Pokalsieg bescherte, trug er sich mit sechs Treffern auf Rang vier der internen Torschützenliste ein.

In den Folgejahren steuerte Dieter Riedel kontinuierlich zum Erfolg der Mannschaft bei und gehörte stets zu den absoluten Leistungsträgern des Teams. Weitere Meisterschaften folgten 1973, 1976, 1977 und 1978. Mit dem Pokalsieg 1977 holte er auch sein zweites Double. In der Saison 1978/79 schließlich konnte sich Riedel mit neun Treffern aus 22 Partien erstmals auch die interne Torjägerkrone aufsetzen. Insgesamt stand Riedel in 211 Oberligaspielen für Dynamo Dresden auf dem Platz. Glanzpunkte setzte er in dieser Zeit auch im Europapokal, wo er von den 50 Spielen während seiner aktiven Zeit 46 bestritt.

Dieter Riedel absolvierte vier A-Länderspiele für die DDR. Mit der Nachwuchsauswahl wurde er 1974 Vize-Europameister. 1976 spielte er für die DDR-Olympiaauswahl und gewann mit seinen Dresdner Mannschaftskameraden „Dixie“ Dörner, Reinhard Häfner und Hartmut Schade in Kanada die Goldmedaille.

Nach seiner aktiven Zeit war der Diplomsportlehrer Riedel von 1982 bis 1986 Co-Trainer unter Gerhard Prautzsch und Klaus Sammer. In dieser Zeit förderte der einstige Stürmer so hervorragende Offensivspieler wie Torsten Gütschow und Ulf Kirsten. Auch danach blieb er dem Verein treu, engagierte sich als Gremienmitglied und Jugendleiter. Unmittelbar nach dem Lizenzentzug 1995 stellte sich Riedel für das Amt des Präsidenten des damaligen 1. FC Dynamo Dresden zur Verfügung, welches er zwei Jahre lang bekleidete. Dieter Riedel war stets ein aufmerksamer Beobachter der Sportgemeinschaft, der Missstände offen und direkt ansprach. Nunmehr Ehrenmitglied des Vereins, betreut er ehrenamtlich die Dynamo-Traditionsmannschaft.

Hans-Jürgen Dörner

Hans-Jürgen Dörner im Spiel der DDR-Oberliga am 23. Mai 1971 gegen Hansa Rostock. „Dixie” trug mit einem Tor zum 3:1-Heimsieg der Dresdner bei.

  • aktiv von 1967 bis 1986
  • 558 Spiele, davon 65 Europapokaleinsätze
  • 101 Tore

Hans-Jürgen „Dixie” Dörner zählte zu den absoluten Leistungsträgern der 70er und 80er Jahre bei Dynamo Dresden und war eine prägende Figur in der DDR-Nationalmannschaft. In 392 Oberliga-Spielen erzielte „Dixie“ Dörner für die Sportgemeinschaft 65 Tore. Außerdem lief er 65-mal für die Schwarz-Gelben im Europapokal auf, wobei ihm sieben Treffer gelangen. Er ist damit einer der erfolgreichsten Dresdner Fußballer. Im Trikot der SGD wurde er fünfmal DDR-Meister und feierte fünf FDGB-Pokalsiege. Außerdem bestritt er 100 Spiele für die DDR und gewann 1976 mit der Olympia-Auswahl Gold in Montreal.

„Dixie“ Dörner erblickte am 25. Januar 1951 in Görlitz das Licht der Welt. Das Fußball-ABC erlernte er bei seinen Jugendvereinen BSG Energie Görlitz und Motor WAMA Görlitz. Im Sommer 1967 wurde der damals 16-Jährige zur SG Dynamo Dresden ins Leistungszentrum des Bezirks Dresden delegiert. Hier lief er zunächst für die Juniorenmannschaft der Schwarz-Gelben auf, wurde Bezirksauswahlspieler und bekam erste Einsätze in der DDR-Juniorennationalmannschaft. Als Libero wurde Dörner mit der Nachwuchs-Nationalmannschaft 1974 Vize-Europameister.

Zwischen 1969 und 1986 lief der Görlitzer in 392 Spielen in der Oberliga für die SGD auf und ist damit der Spieler, der für die Dresdner die meisten Partien im Oberhaus bestritten hat. Vereinsübergreifend kamen lediglich drei Spieler auf mehr Einsätze in der DDR-Oberliga. Im ersten Oberliga-Jahr lief „Dixie“ Dörner aufgrund seiner guten Trefferquote als Nachwuchsspieler im Sturmzentrum auf, ehe er in der Saison 1969/70 den verletzten Abwehrspieler Wolfgang Haustein vertrat und fortan in der Verteidigung eingesetzt wurde. Ab 1973 war er auf der Libero-Position gesetzt. Seine erfolgreichsten Spielzeiten im Trikot der SGD erlebte Dörner 1970/71 und 1976/77, als er mit Dynamo das Double Meisterschaft und Pokal gewann. Außerdem feierte er 1973, 1976 und 1978 mit der Sportgemeinschaft weitere Meisterschaften und wurde 1984 und 1985 FDGB-Pokalsieger. „Dixie“ Dörner wurde 1977, 1984 und 1985 zum Fußballer des Jahres in der DDR gewählt. Die Leser der „fuwo“ nominierten ihn 1989 für die „Traumelf 40 Jahre Oberliga“.

1981 machte der Görlitzer das Sportlehrerdiplom an der Leipziger Sporthochschule und wurde nach dem Ende seiner Fußballer-Laufbahn 1986 von Dynamo Dresden als Nachwuchstrainer übernommen. Bei der Dresdner Talenteschmiede war er bis 1988 tätig, ehe er bis 1990 die DDR-Olympia-Auswahl trainierte. Nach der Auflösung des Deutschen Fußball-Verbandes (DFV) wurde er Nachwuchstrainer beim Deutschen Fußball-Bund.

Als erster ehemaliger DDR-Trainer übernahm Dörner einen Trainerposten in der Bundesliga. Anfang 1996 beerbte der damals 44-Jährige Aad de Mos als Coach bei Werder Bremen und führte die Mannschaft vom 15. auf den neunten Tabellenplatz. Später stand er beim FSV Zwickau, Al-Ahly Kairo, dem VfB Leipzig und beim Radebeuler BC an der Seitenlinie. Im Sommer 2013 übernahm er das Traineramt beim Dresdner Stadtligisten SG Einheit Mitte. Am 16. November 2013 wurde „Dixie“ Dörner auf der Mitgliederversammlung der SG Dynamo Dresden als Kandidat mit den meisten Stimmen in den Aufsichtsrat der SG Dynamo Dresden gewählt.

Eduard Geyer

  • aktiv von 1969 bis 1975
  • 156 Spiele, davon 18 Europapokaleinsätze
  • 12 Tore

Eduard Geyer wurde am 7. Oktober 1944 in Bielsko-Biała im heutigen Polen geboren. Von 1968 bis 1975 war er für Dynamo als Spieler aktiv. In sechs Oberliga-Spielzeiten absolvierte er 90 Einsätze, wurde zweimal Meister und einmal Double-Gewinner. Für Schwarz-Gelb stand er 26 Mal im FDGB-Pokal und 18 Mal im Europapokal auf dem Platz. Er war Teil der legendären Dynamo-Elf, die den FC Bayern München 1973 im Europapokal der Landesmeister an den Rand des Ausscheidens brachte.

Nach seiner aktiven Laufbahn war er als Trainer für den Nachwuchs (1975 bis 1986) und die Oberliga-Mannschaft (1986 bis 1990) verantwortlich. 2007 kehrte er noch einmal als Chefcoach zu Dynamo zurück. Insgesamt stand er bei 157 Pflichtspielen in der Verantwortung, von denen mehr als die Hälfte gewonnen wurden: 83 Siegen und 45 Unentschieden stehen lediglich 29 Niederlagen gegenüber.

„Ede“ Geyer war der letzte Nationaltrainer in der Geschichte der DDR-Auswahl. Von 1994 bis 2004 war er als Chefcoach von Energie Cottbus erfolgreich. Geyer übernahm die Lausitzer in der Regionalliga und führte den Verein bis in die Bundesliga (2000/01 bis 2002/03). Heute ist Geyer Stammgast bei den Heimspielen der Schwarz-Gelben.

Reinhard Häfner

Hier setzte sich Reinhard Häfner im Europapokal gegen zwei Spieler von Napredak Krusevac durch. Dynamo behielt am 17. September 1980 vor 27.000 Zuschauern im heimischen Rund mit 1:0 die Oberhand.

  • aktiv von 1971 bis 1988
  • 519 Spiele, davon 66 Europapokaleinsätze
  • 69 Tore

Reinhard Häfner feierte in den 70er Jahren als Aktiver im schwarz-gelben Trikot die größten Erfolge seiner Spielerlaufbahn. Der damals 21-Jährige wechselte zur Saison 1971/72 vom FC Rot-Weiß Erfurt zur SG Dynamo Dresden und etablierte sich sofort als Stammspieler bei seinem neuen Verein. Bereits in seinem zweiten Jahr bei der SG Dynamo Dresden feierte er den Gewinn seiner ersten von insgesamt drei DDR-Meisterschaften. Sein größter Erfolg gelang ihm allerdings im Trikot der DDR-Nationalmannschaft, als er zusammen mit der Olympia-Auswahl 1976 bei den Spielen in Montreal/Kanada die Goldmedaille gewann. Im Finale erzielte Häfner in der 84. Minute das vorentscheidende 3:1 gegen Polen.

Reinhard Häfner zeichnete sich als Fußballer vor allem durch seine Führungspersönlichkeit auf dem Platz aus und war nicht zuletzt aufgrund seiner außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten über siebzehn Jahre ein absoluter Leistungsträger der SG Dynamo Dresden. Als letzter Dynamo-Spieler der „Generation der goldenen 70er“ beendete Häfner nach 366 Erstliga-Spielen und 66 Europapokalspielen 1988 seine erfolgreiche Karriere als Fußballspieler. Die Dynamo-Fans haben seine Verdienste bis in die Gegenwart nicht vergessen, so wurde Reinhard Häfner Ende 2010 in „Dynamos Traumelf“ gewählt.

Seinen zweitgrößten Erfolg feierte er trotz schwierigster Umstände in der Saison 1990/91. Reinhard Häfner kompensierte als Cheftrainer die schweren Verluste gleich mehrerer Stammspieler wie Matthias Sammer, Ulf Kirsten und Hans-Uwe Pilz, die allesamt zuvor den Verein verlassen hatten, und qualifizierte sich mit Dynamo Dresden trotzdem für die 1. Bundesliga im wiedervereinten Deutschland. Trotz des großartigen sportlichen Erfolges wurde Häfner kurz darauf als Dynamo-Trainer abgesetzt, blieb der Sportgemeinschaft aber bis heute eng verbunden. Später arbeitete Häfner als Cheftrainer unter anderem für den Chemnitzer FC und den Halleschen FC.

Statistik: Ronny Günther