Dynamo Dresden - Gestern und Heute

Dynamo Dresden ist ein Kultverein. Begleitet von historischen Bildern erzählen die folgenden Kapitel die spannende Geschichte der Sportgemeinschaft. Hier erfährst du, wann der Fußball nach Dresden kam, und wie aus dem einstigen Polizeisportverein eine der heimstärksten Mannschaften in der Geschichte des Europapokals wurde. Die letzten Kapitel schildern den sportlichen und wirtschaftlichen Niedergang der 1990er Jahre bis zum dramatischen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga 2011.

Oben: 28. Mai 1977 – eine Woche nach der Meisterfeier im eigenen Stadion (2:1-Sieg gegen den BFC Dynamo) sichert sich Dynamo Dresden im Ostberliner Stadion der Weltjugend das zweite von insgesamt drei Doubles. Im Endspiel gegen Lokomotive Leipzig setzt sich die Mannschaft um „Dixie“ Dörner (vorn, dritter v.l.) mit 3:2 durch.

(Fotos „Gestern und Heute“ soweit nicht anders gekennzeichnet Archiv Dresdner Fußballmuseum)

Dresden – Fußballstadt mit Tradition

Gründeten 1874 einen der ersten Fußballvereine Deutschlands: Die Mitglieder des „Dresden English Football Club“

Schon vor der Gründung der SG Dynamo ist Dresden eine Fußballstadt von nationaler Bedeutung. 1874 wird in Elbflorenz erstmals organisiert Fußball gespielt. Mit dem „Dresden English Football Club“ gründen Arbeitsimmigranten aus dem Mutterland des Fußballs in der sächsischen Landeshauptstadt einen der ersten Fußballvereine Deutschlands. Später werden der Dresdner Sportclub 1898, Guts Muts oder Fußballring 02 zu klangvollen Namen, die den Dresdner Fußball regional und überregional erfolgreich vertreten.

Nach dem 2. Weltkrieg werden auf dem Gebiet der späteren DDR von der Sowjetischen Militäradministration die als „bürgerlich“ geltenden Fußballklubs aufgelöst. Der Wiederbeginn des Spielbetriebs erfolgt zunächst auf Kreisebene und in Sportgemeinschaften, die nach ihrem Stadtteil benannt werden. 1948/49 wird erstmals wieder eine Landesmeisterschaft ausgetragen, in der sich die SG Dresden-Friedrichstadt mit zahlreichen Spielern des erfolgreichen Dresdner SC den Titel holt. Vor allem die Spiele von Städteauswahlen ziehen in dieser Zeit die Zuschauer in ihren Bann: Bis zu 40.000 pilgern schon kurz nach dem Krieg zu einem Vergleich zwischen Dresden und Berlin ins Dresdner Ostragehege.

Von der SG Volkspolizei zur SG Dynamo

Herbert Schön mit dem FDGB-Pokal (SG VP Dresden 3:0 BSG Einheit Pankow, 14.9.1952)

Neben dem gemeinschaftlich organisierten Fußball wird ab 1948 auch staatlich unterstützter Leistungsfußball gespielt. Dazu wird nach sowjetischem Vorbild im Oktober 1948 die Sportvereinigung Deutsche Volkspolizei gegründet – mit dem Ziel, "dass jeder Mitarbeiter […] der Deutschen Volkspolizei sich sportlich betätigt und der Sport zu einem gesellschaftlichen Bedürfnis wird".
Im Juli 1950 werden die vierzig besten Spieler aller Volkspolizei-Mannschaften zu einem Lehrgang in Forst zusammengeholt. Die Trainer Fritz Sack und Paul Doering entscheiden sich letztlich für 17 Spieler aus elf verschiedenen Städten. Das Gerüst der künftigen Dresdner Mannschaft bilden die vier Potsdamer Spieler Schoen, Schröter, Matzen und Michael. Die SG Volkspolizei Dresden übernimmt zum Start der Saison 1950/51 den Oberliga-Platz der SG Friedrichstadt. Damit wollen die sportlich und politisch Verantwortlichen des Landes die aufgebrachte Stimmung in (Fußball-)Dresden besänftigten, nachdem die Spieler der SG Friedrichstadt aus Protest gegen das mutmaßlich manipulierte Meisterschaftsfinale im April 1950 die DDR in Richtung Westen verlassen haben.

Nach Dresden delegierte Spieler wie Hänsicke, Matzen, Möbius, Schoen und „Moppel“ Schröter erhöhen die sportliche Qualität. Mit überzeugenden Auftritten spielen sie sich mit der Mannschaft schnell in die Herzen des Dresdner Publikums. In ihrer Premierensaison wird die VP-Elf Oberliga-Vierter, in der Saison 1951/52 Vizemeister.

Die Gründerjahre: Meisterehren und Zwangsabstieg

Die Bezirksliga-Mannschaft von Dynamo 1957

Am 12. April 1953 wird im Dresdner Filmtheater „Schauburg“ die SG Dynamo Dresden gegründet. Heinz Tülch, ein Oberstleutnant der Volkspolizei, wird der erste Vorsitzende. Knapp drei Monate später kann in Dresden der erste DDR-Meistertitel gefeiert werden: Im Entscheidungsspiel in Berlin wird die punktgleich platzierte BSG Wismut Aue in der Verlängerung mit 3:2 besiegt. In der Saison darauf folgt ein 3. Platz, danach aber der erste Niedergang in Fußball-Dresden: Im November 1954 wird die Mannschaft überraschend zum SC Dynamo Berlin (dem späteren BFC Dynamo) delegiert. Dresden hat praktisch über Nacht keine Erstliga-Mannschaft mehr. Eine neue Dynamo-Mannschaft aus Reservespielern und den wenigen, die sich weigerten, nach Berlin zu wechseln, „darf“ den Platz des kurzerhand aufgelösten SC DHFK Leipzig in der 1. DDR-Liga (zweithöchste Spielklasse) übernehmen, steigt aber unmittelbar ab.

Noch bitterer kommt es im November 1956: Nach dem Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers – die Wechselfrist von vier Wochen wurde nicht eingehalten – wird Dynamo zu einem Punktabzug verurteilt, der schließlich den erstmaligen Abstieg in die viertklassige Bezirksliga zur Folge hat. Schnell geht es jedoch wieder bergauf: 1957 gelingt unter Trainer Kurt Kresse der sofortige Wiederaufstieg, ein Jahr später unter seinem Nachfolger Helmut Petzold der direkte Durchmarsch in die 1. DDR-Liga.

Die 1960er Jahre: Rückkehr ins Oberhaus

20. September 1967, Messe-Pokal, Dynamo - Glasgow Rangers, Hinspiel im Heinz-Steyer-Stadion 1:1 (rechts Bernd Hofmann)

Bis zum Ende des Jahrzehnts gelingt es Dynamo, sich wieder in der DDR-Oberliga zu etablieren. Zuvor stehen dem Verein jedoch noch einige Fahrstuhljahre ins Haus. Nach dem Aufstieg 1962 führt der Weg ein Jahr später abermals in die 2. Liga. Dem sofortigen Wiederaufstieg folgt 1968 ein weiterer Abstieg. Zu diesem Zeitpunkt ist Dynamo jedoch längst als bedeutendster Klub der Region etabliert – und seit Sommer 1968 auch Fußball-Leistungszentrum des Bezirkes Dresden. Von 1969 an spielen die Schwarz-Gelben dann durchgehend in der DDR-Oberliga.

Schon 1967 gibt es die Zusage für den Start im internationalen Messestädte-Pokal, dem Vorgänger des UEFA-Pokals. Beim ersten Auftritt der SG Dynamo Dresden auf europäischer Ebene trifft die Mannschaft von Trainer Manfred Fuchs auf die Glasgow Rangers. 40.000 Zuschauer im Heinz-Steyer-Stadion sehen eine sich achtbar schlagende Dresdner Mannschaft, für die Dieter Riedel das Tor zum 1:1-Endstand erzielt. Das Rückspiel im Glasgower Ibrox Park verlieren die Dynamos mit 1:2. Nach dem späten Ausgleich durch den 20jährigen „Hansi“ Kreische gelingt den Schotten in letzter Sekunde der entscheidende Treffer. Der nächste internationale Auftritt der Schwarz-Gelben folgt erst im September 1970, abermals im Messe-Cup.

Die 1970er Jahre: Walter Fritzsch, der „Dresdner Kreisel“ und Titel in Serie

UEFA-Pokal, 3. Oktober 1979: „Dixie“ Dörner und Atlético Madrids Luiz Pereira führen ihre Mannschaften aufs Feld. Nach dem 2:1 in Madrid gewinnt Dynamo auch das Rückspiel mit 3:0. In der nächsten Runde wird der „Kreisel“ jedoch aufgrund der Auswärtstorregel vom späteren Halbfinalisten VfB Stuttgart gestoppt.

Die 70er Jahre werden zum erfolgreichsten Jahrzehnt der Vereinsgeschichte. Fünf Mal holen die Schwarz-Gelben den Meistertitel, zwei Mal wird Dynamo FDGB-Pokalsieger. Dafür verantwortlich: Trainer Walter Fritzsch. Nach dem Aufstieg 1969 übernimmt der gebürtige Planitzer (heute ein Stadtteil von Zwickau) die Mannschaft und führt sie mit akribischer Arbeit, die Wert auf Tempo und Präzision legt, an die nationale Spitze und auf die europäische Bühne: 52 Mal treten die Schwarz-Gelben zwischen 1970 und 1979 im internationalen Wettbewerb an und treffen dabei auf renommierte Gegner wie Leeds United, Ajax Amsterdam, FC Porto, Benfica Lissabon, FC Liverpool, Juventus Turin, Bayern München und den Hamburger SV. In insgesamt 49 Europapokal-Heimspielen sollte Dynamo Dresden bis 1991 35 Siege, elf Unentschieden und nur drei Niederlagen einfahren.

Neben einer attraktiven, ballorientierten Spielweise, die als „Dresdner Kreisel“ berühmt wird, gelingt es Fritzsch, in Dresden 15 Nationalspieler zu entwickeln und Talente wie Ulf Kirsten und Matthias Sammer früh zu entdecken.

Die 1980er Jahre: Berliner Dominanz in der Liga, Höhen und Tiefen im Europapokal

26. Mai 1984: Im mittlerweile abgerissenen Stadion der Weltjugend bejubelt Dynamo den 2:1-Erfolg gegen den Meister BFC Dynamo im 33. FDGB-Pokalfinale. Dresden gewann das Spiel durch einen Doppelschlag von Dörner mit einem Freistoß aus 30 Metern (81.) und Häfner (82., Foulstrafstoß), der BFC schaffte durch Troppa (85.) nur noch den Anschluss. Das Spiel war ein Offensivspektakel, es gab zahlreiche Latten- und Pfostentreffer auf beiden Seiten.

Ende der 1970er Jahre übernimmt der BFC Dynamo die Vorherrschaft in der DDR-Oberliga. Die vom Chef des Ministeriums für Staatssicherheit, Erich Mielke, protegierten Berliner holen von 1979 bis 1988 zehn Mal in Folge den Meistertitel. Den anderen Klubs bleibt meist das sportliche Nachsehen, auch weil die Schiedsrichter das Spielgeschehen regelmäßig zugunsten der Weinrot-Weißen beeinflussen.

Umso größer ist die Freude, wenn dennoch ein Triumph gegen den BFC Dynamo gelingt. Mit den FDGB-Pokalsiegen 1982, 1984 und 1985 verderben die Schwarz-Gelben den Hauptstädtern drei Mal das fest eingeplante „Double“.

Auch international erleben die Dresdner in den 80er Jahren viele Sternstunden. Ein Debakel bleibt gleichwohl bis heute als Fixpunkt in der Dynamo-Geschichte verankert. Im März 1986 führt Dynamo nach einem 2:0-Hinspielsieg auch im Rückspiel bei Bayer 05 Uerdingen zur Pause bereits mit 3:1. Nach einer schweren Verletzung von Torwart Bernd Jakubowski brechen jedoch alle Dämme und die Schwarz-Gelben scheiden mit einer 3:7-Niederlage aus dem Wettbewerb aus.

Große Momente gibt es vor allem in den späten 80er Jahren. Nachdem die Schwarz-Gelben im Achtelfinale den AS Rom (mit DFB-Nationalstürmer Rudi Völler) im Hin- und Rückspiel jeweils mit 2:0 besiegt haben und auch Viktoria Bukarest im Viertelfinale keine Hürde darstellt, zieht erstmals eine Dynamo-Elf ins Halbfinale des Europapokals ein. Im April 1989 scheitert das Team von Trainer Eduard Geyer jedoch am VfB Stuttgart (0:1/1:1). Grund zur Freude gibt es dennoch im Sommer des Jahres. Bereits vier Spieltage vor Saisonende steht die Mannschaft um Ulf Kirsten und Matthias Sammer als verdienter DDR-Meister fest.

Die 1990er Jahre: Bundesliga-Euphorie und Nachwende-Tiefpunkte

Qualifiziert für die Bundesliga: Ein 2:1 gegen Lok Leipzig durch ein spätes Gütschow-Tor sichert am 17. Mai 1991 den 2. Platz in der letzten Spielzeit der DDR-Oberliga. Den ersten Treffer hatte Heiko Scholz markiert.

Die Jahre ab 1990 stehen auch für Dynamo Dresden unter dem Eindruck der politischen Wende. Mit der Änderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wird der Sport in den neuen Bundesländern von Anpassungszwängen erfasst. Der Spitzenfußball wird nach westlichem Vorbild professionalisiert. Dynamo verzeichnet die ersten Abgänge zentraler Spieler. Am 1. Juni 1990 wird Dynamo Dresden als eingetragener Verein gegründet. Zum ersten Präsidenten wird Wolf-Rüdiger Ziegenbalg gewählt.

Nach dem Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokal 1990 startet die letzte Oberliga-Saison mit der Herausforderung, die Qualifikation zur 1. Bundesliga zu erreichen. Das gelingt den Schwarz-Gelben schließlich am vorletzten Spieltag.

Überschattet wird dieser Erfolg von einem schwarzen Abend im Europapokal, der einen Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte darstellt. Beim Europapokal-Rückspiel gegen Roter Stern Belgrad im März 1991 kommt es im Stadion und in der ganzen Stadt zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Krawallmacher waren teils aus ganz Deutschland angereist. Die Eskalation im Stadion veranlasst den spanischen Schiedsrichter Aladren in der 78. Minute zum Spielabbruch. Das bis heute letzte Spiel auf europäischer Ebene wird zu einem bitteren Abgang. Dynamo wird für zwei Jahre aus allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Doch der Verein sollte sich auf sportlichem Wege ohnehin nicht mehr für Europa qualifizieren. Inzwischen ist die Strafe verjährt.

In den Folgejahren bekommt der Klub die Gesetzmäßigkeiten des Profi-Geschäfts zu spüren. Zwar gelingt es aufgrund der zu DDR-Zeiten hervorragenden Jugendarbeit noch für einige Jahre, sportlich in der 1. Bundesliga mitzuhalten. Doch hierbei lebt der Verein von einer Substanz, die nicht mehr erneuert wird. Wirtschaftlich schwierige Rahmenbedingungen, fehlende Erfahrung und Missmanagement sorgen schließlich für den Niedergang des ostdeutschen Vorzeigeklubs. 1994 gelingt trotz eines Abzugs von vier Punkten noch der viel umjubelte Klassenerhalt, doch ein Jahr später können auch die medialen Inszenierungen von Präsident und Schwergewicht Rolf-Jürgen Otto den Lizenzentzug durch den DFB nicht mehr verhindern. Ab 1995 spielt Dynamo in der (damals drittklassigen) Regionalliga Nordost.

Die Nuller-Jahre: Viertliga-Absturz und Rückkehr in den Profifußball

12. Februar 2000, Sachsenderby gegen Aue in der Regionalliga Nordost (1:1). Harte Zeiten nicht nur für den gefoulten Daniel Petrowsky. In der Folgesaison spielt Dynamo nur noch viertklassig. (Foto: Dehli-News)

Trotz anhaltend hoher Zuschauerzahlen kann Dynamo die Ansprüche – allen voran der Aufstieg in Liga 2 – nicht erfüllen. Stattdessen folgt 2000 der nächste Tiefpunkt. Dynamo verpasst die Qualifikation für die neu eingeführte zweigleisige Regionalliga und muss erstmals seit 1957 wieder viertklassig spielen.

Nach Jahren der Enttäuschungen beginnt ab 2001 unter Trainer Christoph Franke der Neuaufbau. Franke führt die Schwarz-Gelben 2002 zur Staffel-Meisterschaft in der Oberliga. In der anschließenden Relegation gelingt gegen die Amateure von Hertha BSC der Aufstieg in die Regionalliga Nord. Zwei Jahre später schafft die Mannschaft unter Franke den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Gegner heißen nun nicht mehr Eintracht Sondershausen, Spandauer SV oder SV Braunsbedra, sondern Eintracht Frankfurt, 1. FC Köln und SC Freiburg.

Nach einem überraschenden 8. Platz bei der Zweitliga-Premiere, reicht in der folgenden Saison eine Siegesserie am Saisonende nicht aus. Trotz der ordentlichen Bilanz von 41 Punkten muss Dynamo den abermaligen Abstieg in die Regionalliga Nord hinnehmen.

Dort wird 2007 der direkte Wiederaufstieg knapp verpasst. 2008 qualifiziert sich die Elf für die neue eingleisige 3. Liga. Die Folgejahre verstreichen nicht ohne wiederholtes zwischenzeitliches Bangen um den Klassenerhalt. 2009 sorgt der Neubau des Rudolf-Harbig-Stadions für deutlich verbesserte Rahmenbedingungen. Bereits in der 3. Liga ist die neue Spielstätte mehrfach ausverkauft. Regelmäßig strömen Zehntausende Fans zu den Heimspielen und sorgen für eine begeisternde Kulisse.

Dynamo in der Gegenwart

Am 24. Mai 2011 schafft Dynamo durch ein 3:1 beim VfL Osnabrück den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Einen Tag später feiert die Mannschaft auf dem Dresdner Altmarkt mit Zehntausenden Fans. (Foto: Dehli-News)

2011 wird zum erfolgreichsten Jahr der jüngeren Vereinsgeschichte. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Finale führt der kurz vor Saisonende verpflichtete Trainer Ralf Loose die zwischenzeitlich weit abgeschlagenen Schwarz-Gelben am letzten Spieltag auf den 3. Platz der 3. Liga, der zur Relegation um den Zweitliga-Aufstieg berechtigt. Nach dem 1:1 im Hinspiel geht es im Rückspiel beim VfL Osnabrück in die Verlängerung, wo Dani Schahin und Robert Koch den Aufstieg perfekt machen.

Auch im DFB-Pokal kann Dynamo feiern. Gegen den amtierenden Vizemeister Bayer 04 Leverkusen liegt Dynamo in der zweiten Hälfte bereits 0:3 zurück. Dann wird die Partie zum 3:3 ausgeglichen, bevor kurz vor dem Schluss der Verlängerung Alexander Schnetzler zum 4:3 trifft. In der 2. Hauptrunde erlebt Dynamo ein ambivalentes Spiel beim Deutschen Meister Borussia Dortmund. Eine trotz des 0:2 sportlich gute Leistung gerät durch Ausschreitungen im Dresdner Block in den Hintergrund. Im weiteren Saisonverlauf kommt die Mannschaft in der 2. Bundesliga nie in ernste Abstiegsgefahr und wird am Saisonende souverän Tabellen-Neunter.

Mit den sportlichen Erfolgen geht ein spürbarer Aufschwung für den Verein und sein Umfeld einher. Der Aufstieg 2011 löst einen wahren Mitglieder-Boom aus und macht Dynamo zum größten Sportverein der neuen Bundesländer. Angesichts der höheren Einnahmen in der 2. Bundesliga wird auch die wirtschaftliche Konsolidierung erfolgreich voran getrieben. Künftig soll Dynamo keine roten Zahlen mehr schreiben. Stattdessen sollen die noch bestehenden Verbindlichkeiten mittelfristig abgebaut werden. Darüber hinaus ist es Dynamo in den letzten Jahren gelungen, gegenüber Geschäftspartnern und Institutionen wie der Landeshauptstadt Dresden wieder Anerkennung als verlässlich handelnder Verein zu finden.

Neben dem im öffentlichen Fokus stehenden Erfolg der Profi-Mannschaft ist Dynamo aber noch viel mehr: Als größter Mitgliederverein der neuen Bundesländer steht die SG Dynamo Dresden auch für eine professionelle Nachwuchsarbeit im eigenen Nachwuchs-Leistungszentrum sowie für gelebtes soziales Engagement. Der Verein unterstützt zahlreiche Initiativen, die sich gegen Gewalt und Rassismus engagieren. Darüber hinaus sind im Dynamo-Umfeld einige soziale Projekte entstanden, die sich gegen soziale Benachteiligung einsetzen. Ein Beispiel: Das Projekt „Dynamo für alle Kinder“, mit dem Kindern aus sozial schwachen Familien ein Besuch im Stadion ermöglicht wird.

Hier geht's zu den Faninitiativen

Hier findest du Infos zur Mitgliedschaft

Zur Stadiongeschichte