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1948-1959

Die Fünfziger: Gründerjahre


Oktober 1948

Die Sportvereinigung der Deutschen Volkspolizei (DVP) wird gegründet.

April 1950

Die Mannschaft der SG Dresden-Friedrichstadt, Nachfolger des berühmten Dresdner SC 1898, verlässt fast vollständig die DDR in Richtung Westen. Als Anlass gilt das "Skandal"-Endspiel um die DDR-Meisterschaft, welches mit der BSG Horch Zwickau eine sozialistische Betriebssportgemeinschaft und ein Vorzeigebetrieb gewann.

Mai 1950

Die SG Dresden-Friedrichstadt wird aufgelöst und formal an die VVB Tabak Dresden angeschlossen.

Juni 1950

Die Fußball-Funktionäre der DDR beschließen die Gründung einer Dresdner Oberligamannschaft, um die Fußballhochburg Dresden nicht zum "Pulverfaß" werden zu lassen. Die Flucht der Friedrichstädter fand in den DDR-Medien nie statt.

Juli 1950

Die vermeintlich 40 besten Spieler aller seit 1948 gegründeten Volkspolizeimannschaften werden zu einem Lehrgang in Forst zusammengeholt. Die Trainer Fritz Sack und Paul Doering entscheiden sich letztlich für 17 Spieler aus 11 verschiedenen Städten; das Gerüst bilden die 4 Potsdamer Spieler Schön, Schröter, Matzen und Michael.

28.07.1950

Erstes Spiel der SG Deutsche Volkspolizei Dresden (Freundschaftsspiel gegen BSG Freiheit Wismut Lauter (3:1)). Spielkleidung bzw. Vereinsfarben sind grün und weiß, die Landesfarben Sachsens.

02.09.1950

Nach weiteren Testspielen des zusammengewürfelten Teams erfolgt die Oberliga-Premiere mit der Partie Volkspolizei Dresden - BSG Lokomotive Stendal mit einem 2:0-Auswärtssieg. Im Team sind die Spieler Klemm, Michael, Blochmann, Fischer, Schön, Schumann, Holze, Schröter, Warmo, Usemann und Matzen.

10.09.1950

Erstes Heimspiel der Dresdner im Heinz-Steyer-Stadion (bis 1945 Ostragehege) endet mit einer 1:2-Niederlage gegen BSG Brieske-Ost. Wichtiger jedoch: Die Mannschaft wird vom begeisterten und erfolgsverwöhnten Dresdner Publikum angenommen. Heimniederlagen sollten in den folgenden Jahrzehnten zur Seltenheit werden.

11.10.1950

Erstes internationales Spiel im gut gefüllten Steyer-Stadion gegen ATK Praha (später Dukla Praha) endet mit einem überraschenden 1:0. Zu jener Zeit, als es noch keine Europapokalspiele gab, hatten diese Freundschaftsspiele noch einen weitaus höheren Stellenwert als heute.

23.09.1951

Das Rudolf-Harbig-Stadion wird nach seiner Zerstörung im 2.Weltkrieg mit der Oberligabegegnung Dynamo Dresden gegen Lok Stendal vor 14.000 Zuschauern wieder eingeweiht. Zuvor hieß das Stadion Illgenkampfbahn. Es wurde 1922/1923 erbaut und faßte damals 24.000 Zuschauer. Dynamo spielt aber zunächst weiterhin im größeren Heinz-Steyer-Stadion.

14.09.1952

Der erste Titel wird an die Elbe geholt. Die BSG Einheit Pankow wird im Pokalfinale in Berlin klar mit 3:0 bezwungen.

21.09.1952

Dresden hat seine ersten Nationalspieler. Beim ersten offiziellen Länderspiel einer DDR-Auswahl (0:3 gegen Polen) sind die Dresdner Schön, Torhauer, Matzen und Schröter dabei.

27.03.1953

Im Gesellschaftshaus in Berlin-Grünau wird ganz nach sowjetischem Vorbild die Sportvereinigung (SV) Dynamo gegründet, welcher alle Mitglieder der Sicherheits- und Schutzorgane der DDR angehören. Alle VP-Mannschaften der Republik erhalten den Namen Dynamo. Die neuen Vereinsfarben der Dresdner sind Rot und Weiß.

12.04.1953

Die offizielle Gründung der Sportgemeinschaft (SG) Dynamo Dresden im Filmtheater "Schauburg" in Dresden-Neustadt. Heinz Tülch (Oberstleutnant der Volkspolizei) wird der erste Vereinsvorsitzende.

05.07.1953

Erster Meistertitel für Dynamo: im Entscheidungsspiel in Berlin wird die BSG Wismut Aue in der Verlängerung 3:2 besiegt.

21.11.1954

Drei Tage nach dem vorerst letzten Oberligaspiel gegen SC Lok Leipzig (2:3) erfolgt völlig überraschend die Delegierung der Mannschaft zum SC Dynamo Berlin (dem späteren BFC Dynamo). Dresden hat praktisch über Nacht keine Erstligamannschaft mehr.

21.01.1955

Eine neue Dynamo-Mannschaft (die Reservespieler und die wenigen, die sich weigerten, nach Berlin zu wechseln) "darf" den Platz des kurzerhand aufgelösten SC DHFK Leipzig in der 1.DDR-Liga übernehmen, inklusive Punkt- und Torstand. Das erste Punktspiel unter dem neuen Trainer Heinz Werner gegen die BSG Fortschritt Hartha geht (wie ohne jede Saisonvorbereitung zu erwarten war) mit 1:2 verloren.

24.04.1955

Trotz einer Steigerung im weiteren Saisonverlauf muss Dynamo das kommende Spieljahr in der neugegründeten 2.DDR-Liga (dritthöchste DDR-Spielklasse) verbringen.

14.11.1956

Zwei Wochen nach Ende der Saison 1956 wird festgestellt, dass Dynamo einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte (Wechselfrist von 4 Wochen wurde nicht eingehalten). Daraufhin entscheidet der DFV-Rechtsausschuß auf einen Abzug von 9 Punkten, was gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Bezirksliga ist. Mit der Viertklassigkeit ist Dynamos absoluter sportlicher Tiefpunkt erreicht.

Januar 1957

Dynamo tauscht mit dem SC Einheit Dresden das Stadion und spielt ab sofort im kleineren Rudolf-Harbig-Stadion.

15.05.1957

Sensation im FDGB-Pokal: der Viertligist SG Dynamo Dresden bezwingt den Erstligisten BSG Motor Zwickau mit 3:1.

27.10.1957

Mit Trainer Kurt Kresse gelingt der sofortige Wiederaufstieg in die 2.DDR-Liga.

29.12.1957

Bezirksmeistertitel, Bezirkspokal (2:1 Sieg gegen BSG Lok Zittau).

21.12.1958

Mit dem neuen Trainer Helmut Petzold gelingt Dynamo nach einem 4:2-Sieg in der Aufstiegsrunde gegen die BSG Motor Süd Brandenburg der zweite Aufstieg in Folge.