Ultras Dynamo (UD)

Idee / Ziele

Die „Ultras Dynamo“ zählen zu den bekanntesten Fangruppierungen der SG Dynamo Dresden. Ohne zu übertreiben können wir behaupten, wie kaum eine andere Gruppe die Fanlandschaft in Dresden geprägt zu haben.

Wir, die Ultras Dynamo, möchten die optische und akustische Unterstützung für die SG Dynamo Dresden verbessern, die Selbstorganisation von Fußballfans fördern und die lebhafte Fankultur Dynamo Dresdens erhalten. Wir verfolgen dabei im Wesentlichen folgende Ziele:



  • Eine Fankurve dirigieren, für die eine lautstarke und geschlossene akustische Unterstützung unabhängig vom Erfolg der Mannschaft normal ist
  • Fertigung und Einsatz von traditionellen optischen Elementen der Fankultur wie Spruchbändern, Fahnen, Schwenkfahnen und Choreographien
  • Die Autonomie der Kurve verwirklichen: Selbstorganisation und Eigendisziplin (Einhaltung der Stadionordnung) /  keine Eingriffe von Dritten (Ordner im Fanblock, künstliche Stimmungsanimation durch Maskottchen) auf der anderen Seite
  • Die traditionelle Zaunfahnenkultur der um die SG Dynamo erhalten
  • Die Selbstorganisation auf Auswärtsfahrten fördern
  • Der Vereinzelung und Anonymität von Fans entgegenwirken
  • Alle Auswüchse der Kommerzialisierung von Fankultur und Vereinswesen bekämpfen
  • Aktive Mitgestaltung eines demokratischen Vereinslebens
  • Kritik von Missständen rund um Verein, Fan-Szene
  • Anerkennung und Einhaltung der Fancharta

Chronik

Nach dem Zwangsabstieg Dynamo Dresdens im Jahr 1995 veränderte sich die Fanstruktur in Dresden radikal. Drängten sich in den 80ern noch bis zu 40.000 Zuschauer bei einem internationalen Spiel, so waren es bspw. in der Regionalliga Nord nur durchschnittlich 5.000 Zuschauer. Stimmung war nicht mehr vorhanden. Die einzige Abwechslung bot sich in den Derbys gegen die Kontrahenten der ehemaligen „DDR Oberliga“. Sportlich nur mäßig begeisternd, war dies vor allem ein Schauplatz für exzessive Ausschreitungen. Dies begünstigte den weiteren Zerfall der Fan-Szene und Fankultur.

Trotz oder eher gerade wegen all dieser Tiefschläge versuchten mehrere Gruppierungen, die historisch gewachsene Fankultur in Dresden am Leben zu erhalten und ihr neue Impulse zu verleihen. Die Gruppen „Commando Elbhorde“ und „Eastside Dresden“, sowie später die „Yellow Madness“ und das „Dynamo Geschwader“ versuchten, den Stadionalltag bunter zu gestalten. Schnell wurde allerdings erkannt, dass es nur gemeinsam funktionieren kann. So wurden aus oben genannten Gruppen und einigen Einzelpersonen am 3. Dezember 2000 die „Ultras Dynamo“ (UD) gegründet.

Erste Hürde waren die Missverständnisse zwischen den nun zwei Welten des Fanlebens. Einerseits wollten wir uns ja im Block als tonangebende Instanz behaupten, andererseits wollten wir auch niemanden vor den Kopf stoßen. Doch wenn jugendlicher Leichtsinn auf Alterssturheit trifft, sind die Konflikte vorprogrammiert. Deshalb wirkte UD lange wie in Fremdkörper im Block. Ein Meilenstein war, dass sich ein Jugendlicher aus unseren Reihen eines Tages auf den Zaun schwang und die Lieder als „ Capo“ vorgab. Ab diesem Moment gab es mehr Koordination und auch die ein oder andere straffe Ansage dieses Herrn ließ den K-Block neu aufleben. Ein schwieriges Unterfangen stellte auch die Durchführung von Choreographien dar. Dem Publikum war nicht bekannt, was mit Zetteln, Folien oder Kassenrollen anzufangen ist. Eine Lösung stellte die Anfertigung von zahlreichen Fotocollagen mit den besten Szenen abseits des Spielfeldes dar.

Auch abseits der Spielbegegnungen wurde UD bald aktiv. Aufgrund der drohenden Insolvenz halfen wir daher beim Sammeln von Spenden und bei der Durchführung einer Demonstration, die schließlich mithalfen, die Stadt Dresden zum Ausstellen eines Darlehens zu bewegen.

Die Zweitligazeit, von 2004 bis 2006, stellte einen harten Bruch in der Gruppenentwicklung dar. Um die vergangenen Erfolge noch zu steigern, sollte die Mitgliederzahl erhöht werden. Daher wurde die bisher geschlossene Gruppe nun für alle Interessenten geöffnet, was im Nachhinein betrachtet eine folgenschwere Fehlentscheidung war. Dass Abstiege für Fanszenen meistens eher positiv sind, sollte sich in der Saison 2006/2007 wieder bestätigen. Der Zusammenhalt in der Szene konnte vor allem durch gemeinsame Zugfahrten wieder gestärkt werden.

Erstmals griffen wir auch aufsehenerregend in das Geschehen zur Vereinspolitik ein. Der Paukenschlag gelang uns mit dem Antrag zur Rückbenennung Dynamos in SG Dynamo Dresden. Außerdem beteiligten wir uns an einer großen Demo für den Baustart des Stadions, welchen die Stadt seit Jahren hinauszögerte. Ein die Fanszene im Allgemeinen betreffender Meilenstein, war unsere Idee der „Fangemeinschaft Dynamo“. Nachdem wir diese Fanvertretung auf Probe aufbauten, konnten wir weitere Fans von dem Konzept überzeugen. Im Juni 2007 wurde die Fangemeinschaft Dynamo e.V. offiziell im Rathaus Dresden gegründet. Die Interessenvertretung aller Fans und Fangruppierungen agiert seitdem unabhängig von UD.

Soweit zur historischen Entwicklung unserer Gruppe. Diese ist bei weitem nicht vollständig, viele Themen und Ereignisse wurden gar nicht erwähnt. Wir empfehlen bei weiterem Interesse unsere Zentralorgan-Saisonhefte, sowie das Buch „Schwarzer Hals, Gelbe Zähne“ von Veit Pätzug. Choreos können in unserem Bilderarchiv eingesehen werden.

(Autor dieser Seite: Ultras Dynamo)