Historie der Dynamo-Hymne „Der 12. Mann“

„The Rhythm of Dynamo“: Der K-Block vor dem Spiel gegen Hansa Rostock im Oktober 2010

Im Jahr 1989 trafen sich Komponist Bernd Aust und Texter Rainer Rönsch, um ein modernes Vereinslied zu komponieren. Bernd Aust hatte sich in der ostdeutschen Musikbranche bereits mit der Band „Electra“ einen Namen gemacht, die mit Progessive Rock und der Abwandlung von klassischer Musik sehr erfolgreich war.

„Der 12. Mann“ entstand als „Auftragswerk des Rates der Stadt Dresden anlässlich der Erringung des Titels Fußballmeister der DDR 1988/89“. Die Produktionskosten von etwa 5.000 Mark übernahm die Stadt unter Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer. Die Hymne wurde im Tonstudio von „Electra“ eingespielt, welches nach damaligen Maßstäben sehr modern ausgestattet war. Der Text sollte schlicht und einfach sein und mit einer „zündenden Melodie“ unterlegt werden, um das Mitsingen möglichst einfach zu machen. Es sollte ein echter Stadionchor werden.

Nachdem das Lied bei der Meisterparty 1989 seine Premiere erlebte, verschwand es in den Folgejahren wieder, da der Text nicht zum seinerzeit erfolgsverwöhnten Dresdner Fußballpublikum passte. Bernd Aust sollte Mitte der 90er Jahre ein neues Lied schreiben, weigerte sich aber strikt. Als es dann mit dem Verein nach dem Zwangsabstieg in die dritte Liga stetig bergab ging und die Zuschauerzahl immer weiter sank, wurde die Hymne im Stadion wieder abgespielt: Ein Fan hatte sich an den „12. Mann“ erinnert und Peter Hauskeller den Text in den Sprecherturm gelegt. Das Lied passte jetzt zur Situation des Vereins  und fand Zugang ins Gemüt der Fans. Die Dynamo-Hymne wurde nun immer und immer wieder abgespielt.

Anfang des neuen Jahrtausends ließ Aust die wieder aufgelebte Dynamo-Hymne in einer Auflage von 10.000 Stück auf eigene Kosten auf CD pressen. Da „Der 12. Mann“ inzwischen das wichtigste Stück im dynamischen Liedgut war, gingen die Scheiben weg wie warme Semmeln. Die Einnahmen teilte Aust mit dem Verein. Bis heute ist die Hymne vom „12. Mann“ das Dynamo-Lied schlechthin.


„Der 12. Mann“ als mp3

Liedtext „Der 12. Mann“

Ob um Punkte oder im Pokal
wir Fans sind da in großer Zahl.
Wir verpassen nie ein Spiel
Fußball wird uns nie zuviel.
Schon vor dem Stadiontor singt unser Riesenchor:

DYNAAAAMO DYNAAA-AAAMO,
wir steh'n zu unserer Mannschaft, ist doch klar!
Wir sind der 12. Mann, auf uns kommt's heute an
und alle singen mit und schrein
so drücken wir den Ball hinein!

Wenn's bei Schwarz-Gelb auch einmal nicht so rollt
wir Fans, wir sind euch treu wie Gold
Ihr werdet seh'n, dass keiner fehlt
weil wieder jede Stimme zählt.

Schon vor dem ersten Tor singt unser Riesenchor:
DYNAAAAMO DYNAAA-AAAMO,
wir steh'n zu unserer Mannschaft, ist doch klar!
Wir sind der 12. Mann, auf uns kommt's heute an
und alle singen mit und schrei'n
so drücken wir den Ball hinein!

Reporter: "Ja, liebe Zuhörer, wir befinden uns genau am Ende
eines dramatischen Spiels, so eben wurde der Ball
von der Mittellinie in den gegnerischen Strafraum geflankt
und dort steht eine Mauer, eine Mauer von Verteidigern
die unsere Stürmer nicht vorbei lassen, sie drängen, 
sie schieben, sie nehmen alle Kraftreserven zusammen 
um den Ball ins Tor hinein zu bringen 
aber es gelingt ihnen nicht.
Hier müssen die Fans auf den Rängen mithelfen"

9-10-11: Wir sind der 12. Mann, auf uns kommt's heute an
und alle singen mit und schrei'n
so drücken wir den Ball hinein!
Wir sind der 12. Mann, auf uns kommt's heute an 
und alle singen mit und schrei'n 
so drücken wir den Ball hinein!