Projekte

FARE-Woche gegen Rassismus und Diskriminierung

Die SG Dynamo Dresden beteiligt und engagiert sich seit Jahren an der Aktionswoche der internationalen Fan-Organisation FARE – Football Against Racism in Europe (Fußball gegen Rassismus in Europa). So erwärmten sich beispielsweise in der Saison 2010/11 Dynamos Drittliga-Profis im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion in extra für diesen Tag angefertigten Shirts mit der Aufschrift „Love Dynamo – Hate Racism“ und positionierten sich so öffentlichkeitswirksam für Engagement gegen Rassismus, fehlende Akzeptanz und Diskriminierung.

Außerdem wurde eine Zaunfahne mit der gleichen unmissverständlichen Botschaft während des gesamten Spiels an der Haupttribüne über dem Spielertunnel angebracht, um den Slogan nicht nur zu den über 29.000 Gästen im Stadion, sondern auch in die vielen Wohnzimmer der Fernsehzuschauer zu transportieren.

Hintergrundinformationen zur europaweiten Aktionswoche gegen Diskriminierung im Fußball:

Die FARE-Aktionswoche vereint Fans, Vereine und potenzielle Opfer von Rassismus auf dem ganzen Kontinent in der gemeinsamen Anstrengung, Diskriminierung zu einem Problem der Vergangenheit zu machen. Die Aktionswoche des Netzwerks ‚Fußball gegen Rassismus in Europa‘ will die öffentliche Wahrnehmung der Probleme von Rassismus und Ausgrenzung verstärken und eine gemeinsame Front im Umgang mit diesem bösartigen Einfluss auf Europas Sportart Nummer 1 schaffen. Die Idee hinter der FARE-Aktionswoche ist, dass durch breit gefächerte Initiativen und Aktivitäten lokale Probleme bei den Vereinen oder in den Gemeinschaften angesprochen werden, und gleichzeitig mit Gruppen auf dem ganzen Kontinent zusammengearbeitet wird, um vereint Stellung gegen den Rassismus im Fußball zu beziehen.

Rassismus zu ignorieren heißt, Rassismus zu akzeptieren. Beziehe Stellung und beteilige dich bei der FARE-Aktionswoche! Informationen unter: www.farenet.org

Sondertrikots vom Rostock-Spiel für den guten Zweck

„LOVE DYNAMO – HATE RACISM“ lautete das Motto der Sondertrikots zum ersten Heimspiel der Zweitliga-Saison 2011/12 gegen den FC Hansa Rostock. Im Anschluss an das Ost-Derby wurden folgende sechs Sondertrikots versteigert: Dennis Eilhoff (1), Florian Jungwirth (6), Filip Trojan (8), Martin Stoll (16), Robert Koch (25) und Cristian Fiel (40) stellen jeweils dieses einmalige Trikot für einen guten Zweck zur Verfügung.





Insgesamt kamen 3.000 Euro bei der knapp vierzehntägigen Versteigerung zusammen und wurden anschließend auf insgesamt drei verschiedene Initiativen verteilt.

Der damalige Geschäftsführer der SG Dynamo Dresden, Volker Oppitz, kommentierte die gelungene Aktion wie folgt: „Ich bin sehr glücklich, dass wir die drei Initiativen nach der Versteigerung der Sondertrikots mit einem Betrag von jeweils 1.000 Euro unterstützen konnten. Uns war es sehr wichtig, dass wir mit unserer Aktion gemeinnützigen Vereinen helfen, die sich seit Jahren regional und überregional erfolgreich für Opfer von Gewaltverbrechen einsetzen, sich sozial engagieren oder aktiv Aufklärungsarbeit gegen Fremdenfeindlichkeit leisten.“

Mit der Auktion wurden 2.904 Euro eingenommen, die von der SG Dynamo Dresden auf die Summe von 3.000 Euro aufgestockt wurde. Den höchsten Betrag erzielte mit 610 Euro das Trikot von Mannschaftskapitän Cristian Fiel, insgesamt gingen für dieses Trikot 14 Gebote ein. Danach folgten Florian Jungwirth (552 Euro), Filip Trojan (482 Euro), Robert Koch (450 Euro), Martin Stoll (410 Euro) und Dennis Eilhoff (400 Euro).

Gemeinsam mit der Faninitiative 1953international, die sich schon seit Jahren gegen Rassismus und Ausgrenzung im Fußball engagiert, überreichte Dynamo Dresden folgenden drei Initiativen jeweils 1.000 Euro:

  • Der RAA Sachsen e.V. setzt sich aktiv für Opfer rechter Gewalt ein. Dafür führt dieser Verein einen Hilfe-Fonds. Aus diesem wird Betroffenen schnelle und unbürokratische Unterstützung zuteil. Dieser Fonds finanziert sich ausschließlich über Spenden. Die Opferberatung des RAA Sachsen sieht als wesentliches Ziel ihrer Arbeit, innerhalb verschiedener Präventionsangebote für das Auftreten rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt zu sensibilisieren und darüber aufzuklären.
  • Das Kulturbüro Sachsen e.V. berät seit 2001 lokale Vereine, Jugendinitiativen, Kirchgemeinden, Netzwerke, Firmen sowie Kommunalpolitik- und -verwaltung in Sachsen mit dem Ziel, rechtsextremistischen Strukturen eine aktive demokratische Zivilgesellschaft entgegenzusetzen. In Projekten werden Methoden und Inhalte erarbeitet, die bürgerschaftliches Engagement und konkretes Handlungswissen gegen Rechtsextremismus stärken, und so eine demokratische Alltagskultur in sächsischen Kommunen und Landkreisen verankern.
  • Die „Aktion Zivilcourage“ zeichnet sich seit Jahren durch sehr gute Aufklärungsarbeit in der Region zum Thema Rechtsextremismus aus. Gegründet hat sich die Aktion Zivilcourage im Jahr 1997 auf Grund besorgniserregender Kommunalwahl-Ergebnisse rechtsextremer Parteien im damaligen Landkreis Sächsische Schweiz und einer zunehmenden Gewaltbereitschaft vor allem unter jungen Menschen. Seit den ersten Ansätzen von damals haben die Initiative und die Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eine positive Entwicklung genommen. Mit großem Engagement in verschiedensten Bereichen wurde die Zahl umgesetzter Projekte immer weiter gesteigert.

Engagement am 13. Februar

Gemeinsam mit der 1. Mannschaft, den Gremien sowie Mitarbeitern und Fans reihte sich die SG Dynamo Dresden in die Menschenkette der Stadt Dresden am 13. Feburar 2014 ein.

Aktion Menschenkette

Am 13. Februar jeden Jahres gedenkt Dresden seiner Zerstörung während des zweiten Weltkrieges. Die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden, Helma Orosz lädt dazu gemeinsam mit den Fraktionen des Stadtrates, Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Kultur, Sport, Gewerkschaften und Kirchen, mit der Jüdischen Gemeinde und zivilgesellschaftlichen Akteuren alle Bürgerinnen und Bürger zum gemeinsamen kraftvollen Handeln ein! Mit Blick auf die Geschichte unserer Stadt soll in würdiger Weise an die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg erinnert werden.

Die komplette erste Mannschaft sowie alle Gremien und Mitarbeiter der SG Dynamo Dresden unterstützen den Aufruf am 13. Februar 2014. Damit nahm die Sportgemeinschaft im vierten Jahr in Folge an der Menschenkette teil.

Denn welches Ausmaß rechtsextremistische Gewalttaten in Deutschland erreicht haben, mussten wir in Dresden bereits mit Erschrecken erfahren. Alltagsrassismus und nationalsozialistische Parolen sind der Nährboden für Terror und Gewalt in unserer Gesellschaft. Das werden wir nicht unwidersprochen hinnehmen. Wir alle sind verantwortlich für unsere Stadt und die Gesellschaft, in der wir leben. Bei aller Unterschiedlichkeit verbindet uns das Eintreten für eine demokratische Gesellschaft. Wir unterstützen alle Initiativen und Organisationen unserer Stadt, die sich nicht nur in diesen Tagen engagieren: im Erinnern an das Geschehene, im Engagement für Frieden, Demokratie und Menschenrechte, im friedlichen und gewaltfreien Widerstand gegen Rechtsextremismus.

Dynamo Dresden reiht sich seit Jahren in die Menschenkette ein. Dieses stille Gedenken einer ganzen Stadt ist ein großartiges Symbol und eine wichtige Mahnung. Sich gemeinsam an die wohl schwärzesten Stunden der Stadt Dresden zu erinnern und einander die Hand zu reichen, heißt zusammen zu stehen und diese Zeit nicht zu verdrängen. Für mich als Cheftrainer des größten Sportvereins der Stadt, für meine Spieler, die Mitarbeiter und Gremienmitglieder von Dynamo Dresden war es deshalb eine Selbstverständlichkeit, uns gemeinsam mit den Dresdnern in die Menschenkette einzureihen,


erklärte Olaf Janßen am 13.02.2014.

Drei signierte Fotowände für den guten Zweck

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden, die SG Dynamo Dresden und Fußballfans aus ganz Deutschland unterstützten im Herbst 2012 eine tolle Aktion: Drei Fotowände mit dem Panoramabild der großartigen Fan-Choreografie vor dem Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue wurden von allen Dynamo-Spielern und -Trainern signiert und versteigert. Insgesamt kamen 2.225 Euro zusammen, die an das Lernzentrum „Denk-Anstoß“ des Fanprojekts Dresden e.V. überwiesen wurden.

Torsten Rudolph, Leiter des Fanprojekts Dresden e.V., bedankte sich für die gelungene Aktion: „Unser Lernzentrum kann diese Finanzspritze gut gebrauchen. Im Stadion Dresden werden damit auch zukünftig spannende Projektwochen stattfinden. Wir versuchen auf diesem Weg nicht nur die Lernmotivation der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zu steigern, sondern zu eigenverantwortlichem Handeln, Mitbestimmen und Mitgestalten anzuregen.“

Wofür steht das Lernzentrum „Denk-Anstoß“?

Das Lernzentrum „Denk-Anstoß“ basiert auf einer Idee aus dem Mutterland des Fußballs. An vielen Spielorten der englischen „Premier League“ werden die Stadion-Räumlichkeiten bereits für vielfältige Bildungsangebote zur Verfügung gestellt. Hierfür übernehmen die ansässigen Fußballvereine die Patenschaft und ermöglichen Jugendlichen somit ein einmaliges Lernerlebnis an einem außergewöhnlichen Ort. Damit verbunden ist der Wille, die soziale Verantwortung des Breitensports Fußball wahrzunehmen, und mit der Öffnung der Stadien für Bildungs- und Präventionsprojekte ein wichtiges Zeichen für Fairplay zu setzen.

Unter dem Motto „Raus aus der Schule, rein ins Stadion“ stellt das Lernzentrum „Denk-Anstoß“ ein breites Spektrum an Jugendbildungsangeboten zur Verfügung. Schulklassen erhalten die Möglichkeit, an einer spannenden Projektwoche im Stadion Dresden teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten.

Fußballschuhe von Dani Schahin für den guten Zweck

Dynamos Zweitliga-Aufstiegsheld Dani Schahin stellte die Fußballschuhe, die er in beiden Relegationsspielen trug, für einen guten Zweck zur Verfügung. Die SG Dynamo Dresden versteigerte diese im Februar 2012 für die erstaunliche Summe von 1.001 Euro. Der Erlös wurde anschließend an den AKuBiZ e.V. aus Pirna überwiesen. Dieser Verein setzt sich aktiv mit den Themen Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft auseinander.

„Das ist eine großartige Unterstützung für unsere Arbeit“, erklärt Anne Nitschke von AKuBiZ anschließend. „Unser neu eröffneter Infotreff ‚Kulturkiste K2‘ und unser ‚Antirassistischer Fußball-Cup‘ werden von diesen Geldern erheblich profitieren. Darüber sind wir sehr glücklich.“

Auch Aufstiegsheld Dani Schahin war begeistert darüber, wie erfolgreich die Auktion verlaufen ist: „Es ehrt mich sehr, dass so viel Geld für meine Aufstiegsschuhe zusammen gekommen ist. Ich habe dieses besondere Paar Schuhe selbstverständlich gern für diesen sinnvollen Zweck hergegeben. Mir liegen Organisationen wie der AKuBiZ besonders am Herzen, denn für Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung darf weder in Dresden noch sonst irgendwo Platz sein.“

Ein ganz besonderer Dank galt natürlich auch Michael T., dem Höchstbietenden und glücklichen Gewinner der Auktion. „Ich bin sehr stolz, dass ich dieses besondere Paar Fußballschuhe ersteigern konnte“, kommentierte der 32-jährige Dresdner seinen Erwerb. „Für mich als langjährigen Fan und Mitglied der Sportgemeinschaft ist es ein sehr persönliches Erinnerungsstück an den sensationellen Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dani Schahins Schuhe bekommen einen Ehrenplatz in meiner Vitrine!“

Was ist der AKuBiZ e.V.?

Der AKuBiZ e.V. aus Pirna setzt sich aktiv mit den Themen Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft auseinander. AKuBiZ betreibt aktiv Aufklärungsarbeit in der Region, organisiert Ausstellungen, Begegnungsfahrten, Buchlesungen oder Konzerte. Seit dem Jahr 2006 veranstaltet AKuBiZ den „Antirassistischen Fußball-Cup“ in der Sächsischen Schweiz und jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit ein Solidaritätskonzert für Asylsuchende.

2004, 2005 und 2006 wurde AKuBiZ mit dem Preis „Botschafter der Toleranz“ der Bundesregierung, 2006 und 2007 mit dem Preis „Ausdrucksstark gegen Rechts“ und 2006 mit dem Ehrenamtspreis des Landkreises Sächsische Schweiz für die bisher geleistete Arbeit ausgezeichnet. Am 14. April 2013 erhielt der Verein bei der festlichen Matinée zum 60. Vereinsjubiläum den SGD-Preis 2013.