KREISEL-Interview mit Jan Seifert und Christian Knoll

Wir wollen mit unserer Arbeit auch die Region stärken.

          Christian Knoll

Zum Zweitliga-Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth nahm die Redaktion des Stadionmagazins KREISEL unsere Nachwuchs Akademie näher unter die Lupe. Entstanden ist dabei ein interessantes Gespräch mit unseren Nachwuchsleitern Jan Seifert (Sport, r.) und Christian Knoll (Organisation und Administration), das wir euch hier vorstellen möchten.

Außerdem hat die KREISEL-Redaktion einen Einblick ins Leben im Dynamo-Internat bekommen. Den Beitrag dazu gibt's hier.
 
Mit Andreas Trautmann, Jan Seifert, René Beuchel, Matthias Lust, Lars Jungnickel, Silvio Schröter und Cristian Fiel laufen jeden Tag ehemalige Fußball-Profis durch die Gänge der Nachwuchs Akademie. Wie wichtig sind Vorbilder für Nachwuchstalente, Christian?
KNOLL: Sehr, sehr wichtig. Wenn ich mir anschaue, wie unsere Nachwuchsspieler aller Altersklassen alles aufsaugen, was sie von ihren Trainern vorgelebt bekommen, dann stelle ich fest, dass alle Übungsleiter versuchen, ein Vorbild für unsere Talente zu sein. Gerade ehemalige Bundesliga-Spieler wie Lars Jungnickel, Matthias Lust oder Cristian Fiel können natürlich auch sehr viele Dinge im Alltag bei der Arbeit auf dem Trainingsplatz weitergeben, die sie selbst als Profi erlebt haben. Von diesem Erfahrungsschatz profitieren natürlich auch unserer Talente bei der Ausbildung.

Was macht für dich den Reiz aus, jeden Tag so viel Verantwortung für die Ausbildung von Dynamos Toptalenten zu tragen?
SEIFERT: Der Reiz steckte für mich persönlich von Anfang an genau da drin, das Glück, was ich selbst auf dem Weg zum Bundesliga-Spieler hatte, an die nächsten Generationen weitergeben zu dürfen.

Du wurdest an der Kinder und Jugendsportschule (KJS) zu DDR-Zeiten als junger Fußballer gefördert. Sind Kinder heute im Allgemeinen besser oder schlechter erzogen?
SEIFERT: (lacht) Das ist eine schwierige Frage, weil man ja immer nur die eigene Perspektive hat. Zu DDR-Zeiten gab es ein relativ starres System, in dem man sich auch als Persönlichkeit nur relativ schwer frei bewegen konnte. Heute ist viel mehr Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein gefordert. Aber auch heute ist es noch so, dass Regeln auch bei der Nachwuchsausbildung wichtig sind, damit man junge Menschen auch auf das Leben fernab des Fußballs optimal vorbereitet. Das Leben ist kein Wunschkonzert: Man muss in unserer heutigen Gesellschaft immer eine bestmögliche Leistung abliefern, egal ob das im Fußball oder im Berufsleben ist.

Seit diesem Sommer bildest du zusammen mit Jan eine Doppelspitze in der Nachwuchs Akademie. Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen euch?
KNOLL: Überragend. Jan gibt konsequent alle Themen an mich weiter, die nichts mit dem Sport zu tun haben und ich mache es umgekehrt genauso. Jeder kann sich so bestens auf seine Aufgaben konzentrieren. Das Gute ist, dass ich die Aufgaben, die ich auch in der Vergangenheit schon gemacht habe, nun auch verantworten kann. So sparen wir in den Abläufen noch einmal Zeit und sind noch effektiver.
SEIFERT: Wir haben uns in den zurückliegenden vier Jahren ein Vertrauensverhältnis in der Zusammenarbeit aufgebaut. Die Anforderungen in der Nachwuchs Akademie sind in den Jahren enorm gestiegen. Meinen Arbeitsstil hat schon immer ausgezeichnet, dass ich zuverlässigen Mitarbeitern sehr viel Vertrauen übertragen kann. Ich bin Teamplayer. Und bin dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Christian.

Wer kümmert sich um welche Aufgaben im Alltag?
SEIFERT: Christian kümmert sich um alle administrativen und organisatorischen Aufgaben in der Nachwuchs Akademie. Ich kann mich durch die neue Aufgabenteilung voll und ganz auf den Sport konzentrieren. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Toptalente den Sprung zu den Profis schaffen. Für diese Arbeit werden wir am Ende abgerechnet. Und ich versuche mich bei dieser wichtigen Aufgabe an verschiedenen Schnittstellen bestmöglich einzubringen, damit die Förderung unserer besten Spieler unter den bestmöglichen Voraussetzungen stattfinden kann.

Im Juli wurde die Akademie zum zweiten Mal nach 2015 durch den DFB mit der höchsten Punktzahl von drei Sternen ausgezeichnet. Was bedeutet das für die Nachwuchsarbeit der SGD?
KNOLL: Extrem viel, anders kann man das gar nicht sagen. Erst einmal erhalten wir dadurch eine wesentliche Summe an Fördermitteln durch die Deutsche Fußball Liga – ohne die es hier so manche Arbeitsstelle gar nicht geben würde. Es gibt sehr viele verschiedene Facetten, die bei der Zertifizierung eine entscheidende Rolle spielen und die sich positiv auf unseren Arbeitsalltag auswirken.
SEIFERT: Allein der Beginn des Zertifizierungsverfahrens vor dem Jahr 2015 hat bei uns dazu geführt, dass sich die Arbeit und die Voraussetzungen in der Nachwuchs Akademie immer weiter professionalisiert und verbessert haben, auch weil der Verein seit der Rückkehr von Ralf Minge als Sportgeschäftsführer ein klares sportliches Konzept für die Nachwuchsarbeit des Vereins vorgegeben und verfolgt hat. Zugleich ist der Verein seitdem bereit, strategisch immer weiter in die Verbesserung der Nachwuchs Akademie zu investieren. Und dieser Prozess geht immer weiter.

Hat sich das auch im Ergebnis des Zertifizierungsverfahrens zwischen 2015 und 2018 bemerkbar gemacht?
KNOLL: Ja, sogar in einem signifikanten Bereich. Wir konnten unser Zertifizierungsergebnis von 2015 zu 2018 bei einem gestiegenen Anforderungsprofil mit drei Sternen bestätigen, aber die Gesamtpunktzahl sogar noch einmal um zehn Prozent steigern. Das ist ein wirklich herausragendes Ergebnis für uns alle, weil es auch einen Fortschritt unserer Arbeit dokumentiert.

Du bist für die Zertifizierung hauptverantwortlich. Wie viel Zeit steckt in diesem Prozess?
KNOLL: Der gesamte Prozess dauert im Grunde über den gesamten Zeitraum von drei Jahren. Die vergangene Saison 2017/18 war für alle beteiligten Trainer und Mitarbeiter der Nachwuchs Akademie extrem anstrengend. Insgesamt gibt es rund 700 Kriterien und zu jedem Kriterium gibt es mindestens ein Dokument, welches fertiggestellt und hochgeladen werden muss. Da ist auch bei mir persönlich das ein oder andere Wochenende draufgegangen.
 
Mit Marvin Stefaniak, Niklas Hauptmann und Markus Schubert haben in den zurückliegenden Jahren drei Spieler, die in der Nachwuchs Akademie ausgebildet wurden, den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft. Wie viel Bestätigung bedeutet das für eure Arbeit?
SEIFERT: Das macht uns natürlich unheimlich stolz, wenn Spieler ganz oben ankommen. Es ist aber vor allem unseren Nachwuchsspielern und ihren Eltern gegenüber ein wichtiges Argument, dass der Weg, den wir hier beschreiten, der richtige ist. Es ist zudem ein Beleg dafür, dass wir den Jungs etwas an die Hand geben, was ihnen dabei hilft, den Sprung in unserem Verein zu den Profis zu schaffen. Das ist die wichtigste Botschaft, denn darum geht es bei der Nachwuchsarbeit letztlich.

Was muss ein Talent mitbringen, um in der heutigen Zeit Fußball-Profi zu werden?
SEIFERT: Es hat sich doch sehr vieles im Vergleich zu meiner Kindheit und Jugend verändert. Der Umgang miteinander, die Ablenkung und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit – all das ist nicht mehr im Ansatz mit meiner Zeit als Jugendspieler zu vergleichen. Aber der Aufwand, den Eltern heute mit ihren Kindern bewältigen müssen, ist wahnsinnig groß geworden, wenn ein Kind es zum Leistungssportler schaffen will.

Wie sieht eine Woche eines Toptalents aus?
SEIFERT: An fünf Tagen in der Woche ist Schule, an vier Tagen davon wird am Nachmittag trainiert – für die Sportschüler kommen noch zwei Einheiten am Vormittag dazu - und am Wochenende findet dann noch ein Spiel statt. Es ist für alle Beteiligten ein gehöriger Spagat zwischen Belastung, Belastbarkeit und Entspannung, die junge Menschen auch für ihre Entwicklung brauchen. Es gibt heute Talente im Alter von 17 oder 18 Jahren, die sind schon völlig ausgelaugt, bevor ihre Fußballkarriere richtig begonnen hat. Da sind wir alle gefordert, um uns diesbezüglich auch immer wieder zu hinterfragen, ob wir schon zu früh zu viel von einem jungen Menschen erwarten.

Was bietet ihr den Spielern an, wenn es zu Problemen während der Ausbildung kommt?
KNOLL: Die Türen stehen in der Nachwuchs Akademie immer offen. Aber natürlich sind im Alltag vor allem die Trainer der jeweiligen Mannschaften erster Ansprechpartner, wenn es Probleme gibt. Mit Silvio Schröter haben wir einen Ex-Profi bei uns in der Akademie, der die Spieler sportpsychologisch betreut und es selbst in Dresden aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis geschafft hat. Zudem ist Lars Nitzsche als pädagogischer Leiter für alle ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um die Persönlichkeitsentwicklung unserer Talente geht.

Wie viele Talente eines Jahrgangs schaffen es zu den Profis?
KNOLL: In der vergangenen Saison waren es wieder zwei Spieler. Unser Ziel, jedes Jahr immer mindestens einen Spieler in den Lizenzspielerkader zu bekommen, haben wir somit wieder mehr als erreicht. Wir führen darüber Statistik, weil wir die Zahlen auch für die Zertifizierung benötigen. In dem Bereich Durchlässigkeit von Nachwuchsspielern in den Profi-Bereich haben wir uns beim Zertifizierungsverfahren beispielsweise um 40 Prozent auf 50 Prozentpunkte in den letzten drei Jahren verbessert. Das ist eine sehr gute Steigerungsrate und bestätigt unseren eingeschlagenen Weg.

Im Sommer haben die Zweitliga-Profis die Dreier- bzw. Fünferkette ins taktische Repertoire aufgenommen. Hat das dann auch unmittelbare Auswirkungen auf die Nachwuchsarbeit?
SEIFERT: Die taktische Ausrichtung unserer Nachwuchsteams ist losgelöst von der momentanen Spielweise der Profis. Im heutigen Fußball ist eine enorme taktische Flexibilität gefordert. Es werden inzwischen alle paar Monate neue Trends gesetzt. Wir wollen dieser Entwicklung auch bei der Ausbildung unserer Talente Schritt halten. Es bringt unserer Meinung nach daher überhaupt nicht den gewünschten Erfolg, wenn wir unsere Nachwuchsspieler jahrelang in einem starren taktischen Korsett ausbilden lassen.

Mannschaften müssen heute auch in der Lage sein, taktische Formationen während eines Spiels zu verändern. Müssen Nachwuchsspieler heute deshalb auch intelligenter sein?
SEIFERT: Das würde ich so pauschal nicht sagen. Aber ich denke auch, dass die Anforderungen an die heutigen Spieler schon insgesamt sehr viel höher geworden sind, als es noch vor 10, 15 oder 20 Jahren der Fall war. Das liegt daran, dass der Fußball von heute nicht nur rasant an Tempo gewonnen hat, sondern auch der Leistungsanspruch, der Druck und das taktische Verständnis sich heute insgesamt auf einem viel höheren Niveau bewegen. Ich denke, dass sich die heutige Generation auch professioneller verhält und noch mehr bereit ist, dem Leistungssport alles unterzuordnen.

Nachwuchs Akademie, Internat und Sportschule. Auf dem Campus des Nachwuchsleistungssports im Sportpark Ostra liegt alles eng beieinander. Welche Rolle nimmt die schulische Ausbildung der Spieler ein?
KNOLL: Die Schule nimmt bei uns eine sehr wichtige Rolle bei der Ausbildung von Talenten ein. Wir haben bei uns daher eine „50 + 1 Regel“ eingeführt, die wir aber etwas anders als im Lizenzierungsverfahren definieren. Bei uns in der Nachwuchsausbildung nimmt Schule 50 + 1 ein. Für den Sport bleiben dann immer noch 49 Prozent. Mit dieser Gewichtung soll auch unseren Talenten von Anfang an klar gemacht werden, dass die Schule nicht nur nebenbei läuft, sondern die Grundlage einer erfolgreichen Ausbildung bei uns in der Nachwuchs Akademie ist.

Träume platzen immer wieder und das Scheitern ist bei der Ausbildung von Leistungssportlern vorprogrammiert. Wie bereitet ihr die Dynamo-Talente in der Akademie auf genau dieses Scheitern vor, wenn es nicht für eine Profi-Karriere reicht?
KNOLL: Alle Nachwuchsspieler haben bei uns den Traum, Fußball-Profi werden zu wollen. Aber nicht jeder Traum kann im Leben in Erfüllung gehen und wir sind uns unserer sozialen Verantwortung absolut bewusst. Das sportliche Scheitern ist von vornherein Teil des Ausbildungskonzeptes. Daher nimmt die Schule – wie eben beschrieben – eine sehr zentrale Rolle ein. Wir sind in diesem Punkt auch sehr konsequent, weil wir uns unserer Verantwortung bewusst sind und wissen, dass es auch bei uns nur weniger als ein Prozent aller Spieler schaffen, später einmal ganz allein vom Profi-Fußball leben zu können.
SEIFERT: Der Rest unserer Talente wird seine Brötchen später im Leben mit einem normalen Beruf verdienen. Bei uns haben in den zurückliegenden Jahren 100 Prozent aller Spieler ihren Schulabschluss geschafft. Auf diese Quote sind wir sehr stolz und damit punkten wir auch bei Gesprächen mit den Eltern unserer Nachwuchsspieler. Wer bei uns den Weg nach der U19 nicht direkt in die 2. Bundesliga schafft, dem versuchen wir mit einem Wechsel in die Regionalliga zu Budissa Bautzen, Neugersdorf oder auch Bischofswerda zu helfen, damit es für die, die es wollen, auch mit dem Fußball weitergehen kann.

Für die Arbeit in der Akademie habt ihr euch Leitlinien, Grundsätze und eine Philosophie gegeben. Wer wacht im Alltag über die Kultur des Miteinanders darüber?
KNOLL: Ich glaube, dass die wenigsten in der Nachwuchs Akademie die Leitlinien im Schlaf aufsagen könnten, aber sie werden bei uns im Haus und auf den Plätzen gelebt. Dabei ist jeder eingeladen, daran mitzuwirken und sich einzubringen – und das tut auch jeder, soweit ich das beurteilen kann. Bei Einstellungsgesprächen sind es zudem Leitplanken, in denen sich jeder bewegen können muss, der bei uns anfangen möchte zu arbeiten.
SEIFERT: Ich bin bei den meisten Nachwuchsspielen ja selbst als Beobachter vor Ort und kann das nur bestätigen, was Christian eben gesagt hat. Hier herrschen eine gute Kultur des Umgangs und eine positive Stimmung. Die Philosophie unserer Nachwuchsausbildung wird von allen Trainern mitgetragen und jeden Tag aufs Neue mit Leben gefüllt.

Im Verhaltenskodex der Akademie heißt es: „Die sportliche Ausbildung und Förderung der Spieler obliegt einzig und allein dem Verein.“ Wie groß ist heute noch der Einfluss von übermotivierten Eltern, die am Spielfeldrand von Nachwuchsspielen rumschreien?
SEIFERT: Das bewegt sich inzwischen in gesunden Grenzen. Als ich 2014 als Nachwuchsleiter zum Verein zurückgekehrt bin, da gab es schon noch den einen oder anderen übermotivierten Elternteil. Inzwischen ist das aber absolut okay. Wenn es Vorfälle dieser Art gibt, dann suchen wir direkt das persönliche Gespräch und klären die Dinge, damit so etwas bei unseren Spielen nicht vorkommt.

Nachwuchsarbeit ist mit viel Fleiß und Geduld verbunden. Wie schwer ist es für euch, dass die besten Talente hier in Dresden bleiben?
KNOLL: In den letzten Jahren haben wir den Kampf um zwei Spieler verloren. 2014 ist Lukas Mai zum FC Bayern München gewechselt und 2016 ist Frederic Benedix zum FC Ingolstadt gegangen. In den zurückliegenden beiden Jahren haben wir aber kein Toptalent mehr abgegeben, weil wir alle Spieler von ihrem Verbleib überzeugen konnten. Das zeigt ganz klar, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unseren Spielern in Dresden eine gute Perspektive bieten können.
SEIFERT: Die größte Gefahr für uns sind inzwischen unseriöse Berater, die Kindern bereits im Alter von 10, 11 oder 12 Jahren erklären wollen, dass es für sie besser wäre, wenn sie 500 Kilometer weit weg gehen, um bessere Chancen auf dem Weg zum Profi-Fußballer zu haben. Das ist meiner Meinung nach absolut ausgesprochener Blödsinn und kontraproduktiv, weil es viel in der Entwicklung eines jungen Menschen kaputt machen kann, wenn er Familie, Freunde und sein gewohntes Umfeld zu früh verlassen muss.

Wie groß ist der Wettbewerb mit den anderen Nachwuchsleistungszentren?
SEIFERT: Es gibt natürlich einen Wettbewerb, dem wir uns aber selbstbewusst stellen. Ich frage immer gern offensiv: Was machen wir hier schlechter als der VfL Wolfsburg oder der FC Bayern München bis zur U17, was einen Vereinswechsel in so jungen Jahren rechtfertigen würde? Mir fällt da nichts ein. Ich denke, dass wir einem Toptalent den Sprung in den Profi-Fußball sogar leichter möglich machen können, weil wir hier den besten Nachwuchsspielern auch eine echte Chance geben, sich im Männerfußball zu beweisen.

Ihr pflegt viele Partnerschaften mit kleineren Vereinen in der Stadt und der Region. Welchen Stellenwert nimmt das bei der Nachwuchsarbeit ein?
SEIFERT: Unser Ziel ist es nicht, dass wir Spieler aus Vereinen holen, die mehrere hundert Kilometer weit entfernt von Dresden sind. Wir suchen vor allem nach jungen und begabten Talenten bei anderen Vereinen aus unserer Stadt und der Region Dresden.
KNOLL: Wir wollen mit unserer Arbeit auch die Region stärken. Dafür haben wir Partnerschaften für ein Perspektivteam mit 21 Vereinen geschlossen, die uns bei der Suche nach Toptalenten aus Dresden und der Region unterstützen. Zudem haben wir im Großfeldbereich und der Trainerausbildung eine internationale Kooperation mit dem SC Borea Dresden sowie FK Ústí nad Labem und dem SK Roudnice nad Labem, wo die Zusammenarbeit überragend läuft. Das Projekt wird ja bekanntlich von der Europäischen Union gefördert und bereichert die Arbeit aller Beteiligten wirklich sehr.

Jan und Christian, vielen Dank für das Gespräch!

Interview: Henry Buschmann
Fotos: Steffen Kuttner