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13. Spieltag SG Dynamo Dresden - Karlsruher SC

Dynamo will kleine Serie fortsetzen

Nach dem Aus im Pokal am Dienstagabend steht für die SG Dynamo Dresden wieder der Zweitliga-Alltag auf dem Programm. Im Heimspiel am Sonnabend, dem 29.10.2011, um 13 Uhr, empfängt die Mannschaft von Cheftrainer Ralf Loose den Karlsruher SC. Der ehemalige Bundesligist kämpft wie Dynamo in diesem Jahr um den Klassenerhalt.

Die Partie gegen die Badener wird für die Schwarz-Gelben zum Fingerzeig, in welche Richtung der Weg in der zweiten Liga geht. Mit einem Sieg könnte Dynamo zwischen sich und die Abstiegsränge ein komfortables Polster aufbauen und den direkten Konkurrenten auf Abstand halten. Dass Heimspiele gegen die Tabellenkinder kein Selbstläufer sind, zeigte der letzte Auftritt gegen Alemannia Aachen. Deswegen fordert der Trainer von seinen Spielern wieder eine couragierte und konzentrierte Leistung. „Nach der schwierigen Woche wollen wir uns jetzt voll auf das Sportliche konzentrieren. Karlsruhe ist ein schwerer Gegner“, beurteilt Ralf Loose und will deshalb mit zwei Stürmern für Offensivdrang sorgen. Verzichten muss der Coach allerdings auf Giannis Papadopoulos, der wegen einer Muskelverhärtung ausfallen wird. Auch nicht dabei ist definitiv Dennis Eilhoff. Der 29-Jährige muss wegen einer Kapselverletzung am linken Finger, die er sich zu Beginn der Saison im Spiel gegen Rostock zuzog und die zuletzt wieder schlimmer wurde, auf seinen Platz auf der Bank verzichten. Er fällt voraussichtlich sechs Wochen aus. Für ihn rückt erstmals nach langer Pause wieder Benjamin Kirsten in den Kader. „Benny hat in den letzten Übungseinheiten gezeigt, dass er gut trainiert und wesentlich besser drauf ist, als noch in der Saisonvorbereitung“, lobt der Trainer den Torwart. Ralf Loose ist sicher, dass seine Spieler das schwere Pokalspiel gegen Borussia Dortmund körperlich weggesteckt haben. „Man muss dann eben ein wenig mehr beißen und sich durchkämpfen. Außerdem haben wir die Typen, die das gut können“, macht sich der Trainer keine Sorgen. Er kann zudem auf Alternativen zurückgreifen: „Ich bin mit den Trainingseindrücken der Spieler zufrieden, die hinten dran sind. Alle haben gut trainiert und jeder hat gezeigt, dass ich ihn bringen kann.“

Mit Selbstbewusstsein geht auch Filip Trojan in das anstehende Heimspiel. „Das Pokalspiel haben wir zwar noch in den Knochen, aber die Regeneration ist abgeschlossen, das Spiel im Kopf abgehakt.“ Der Mittelfeldspieler erwartet ein Geduldsspiel, sieht Dynamo aber im Vorteil: „Wir spielen zu Hause und wollen gewinnen.“ Die Vorkommnisse vom Pokalspiel hatten nach Aussage von Ralf Loose keine Auswirkungen auf die Spielvorbereitung. Er erwartet auf dem Platz eine kampfbetonte Partie und auf den Rängen ein besonnenes Verhalten der Fans wie in den bisherigen Heimspielen auch. „Unsere kleine Serie aus den letzten Spielen wollen wir ausbauen. Dazu brauchen wir Entschlossenheit und mehr Offensivdrang als zuletzt, auch wenn man unsere Stürmer in Schutz nehmen muss, die in den beiden vergangenen Auswärtspartien in Braunschweig und Dortmund enorme Defensivarbeit leisten mussten“, sagt Loose. Filip Trojan hofft gegen Karlsruhe auf ein persönliches Erfolgserlebnis: „Die letzten Wochen hätten besser laufen können. Trotz vieler Chancen habe ich nicht getroffen, aber wichtig ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind und dafür werde ich wie immer alles geben.“

Die Gäste kommen mit Klemen Lavric nach Dresden, der in der Saison 2004/2005 im schwarz-gelben Dress zum Torschützen vom Dienst avancierte und den Sachsen den Klassenerhalt sicherte. Die letzte Begegnung gegen den Karlsruher SC dürften die Dynamo-Fans in bester Erinnerung haben. Im April 2004 konnte in einem spannenden und emotionalen Spiel ein wichtiger 3:2-Heimsieg errungen werden, auch wenn es am Saisonende doch nicht zum Klassenerhalt reichte.

Das Spiel beginnt um 13 Uhr. Die Stadiontore öffnen bereits zwei Stunden früher. Bisher wurden 22.000 Karten verkauft, davon etwa 500 an Fans des Karlsruher SC. Die Tageskassen sind geöffnet, allerdings bleiben die Kassen an der Blüherstraße geschlossen. Interessierte Besucher, die das erwartet schöne Wetter für einen Ausflug ins Stadion nutzen wollen, erhalten Tickets an den Kassenbereichen am Lenneplatz und dem K-Block. Geleitet wird die Partie von Frank Willenborg aus Osnabrück.

Mannschaft und Fans feiern Schützenfest

Dynamo Dresden hat seine Serie von ungeschlagenen Spielen fortgesetzt und die nächsten drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren. Die Elf von Trainer Ralf Loose holte aus den letzten vier Spielen zehn Punkte und hat sich mit dem heutigen Sieg vom Tabellenkeller zunächst erst einmal abgesetzt.

Mit viel Elan gingen die Gastgeber gegen den Karlsruher SC in die Partie. Schon nach zwei Minuten hatte Mickael Poté die erste gute Gelegenheit, als sein Kopfball den Karlsruher Keeper zu einer Glanzparade zwang. Die Anfangsphase gehörte eindeutig den Schwarz-Gelben, die sich mehrere Möglichkeiten erarbeiten konnten. Die Badener standen dagegen nur hinten drin und zeigten wenig Offensivbemühungen. Nach mehr als zwanzig Minuten gelang ihnen der erste Torschuss. Dynamo ließ aber in der Abwehr nichts anbrennen. Es war eine knappe halbe Stunde Spielzeit vergangen, als sich die Ereignisse auf dem Spielfeld plötzlich überschlugen.

Innerhalb von zehn Minuten sahen die Zuschauer im Stadion vier Tore. Zunächst eröffnete Zlatko Dedic den Torreigen, als er einen Strafstoß souverän verwandeln konnte. Mit rechts verlud er den Gäste-Keeper. Vorher war Filip Trojan im Strafraum von hinten gefoult worden. Zwei Minuten später fiel schon das zweite Tor für Dynamo. Nach einem langen Ball von Cristian Fiel in den Strafraum stand Muhamed Subasic am langen Pfosten frei. Robert Koch hatte in der Mitte noch über den Ball geschlagen, doch der Linksverteidiger setzte die Kugel ins lange Eck und sorgte damit für eine komfortable Führung. Doch das war noch nicht alles in der ersten Halbzeit.

Wolfgang Hesl wollte seine Qualitäten als Spieleröffner beweisen, schoss dabei aber einen Karlsruher an. Der Ball flog in hohem Bogen über den Torwart zurück in den Straftraum. Er konnte den Ball nicht mehr fangen und wäre Romain Bregerie nicht zur Stelle gewesen, hätte dieser Fehler böse ausgehen können. Glück gehabt, dachten sich wohl auch die Dynamo-Fans. Die daraus folgende Ecke nutzen die Gäste durch Giuseppe Aquaro allerdings zum Anschlusstreffer. Nach dem nächsten Gegenangriff der Dynamo-Elf konnten die schwarz-gelben Anhänger dann schon wieder jubeln. Robert Koch stand nach einer Kopfballverlängerung von Mickael Poté im Strafraum auf halblinks frei und beförderte die Kugel an den langen Innenpfosten. Von dort prallte der Ball ins Tor. Ein halber Billiardtreffer, der zum Glück schnell wieder für Beruhigung unter den Schwarz-Gelben auf dem Rasen und den Rängen sorgte.

Die Gäste kamen nach der Halbzeit schließlich mit mehr Schwung aus der Kabine und bemühten noch einmal ihren Offensivgeist. Doch schon mit dem zweiten Konter verflogen alle Hoffnungen auf eine Rückkehr ins Spiel. Filip Trojan wurde von Mickael Poté allein in Richtung Tor geschickt und verwandelte diese Vorlage souverän am Keeper des KSC vorbei zur Vorentscheidung. Das Tor ließ den Aufschwung der Badener im Keim ersticken, während Dynamo wieder mittendrin war. Doch erst der eingewechselte Pavel Fort sorgte für den fünften Treffer, als er freistehend im Strafraum an den Ball kam und das Leder mit einem straffen Schuss im Kasten versenkte.

Dynamo zeigte eine tolle und souveräne Leistung, ließ sich auch vom zwischenzeitlichen Anschlusstreffer nicht verunsichern. Fünf Tore durften die Dynamo-Fans schon lange nicht mehr in einem Pflichtspiel bejubeln. Mit diesem Sieg schreibt Dynamo nach einer schwierigen Woche wieder positive Schlagzeilen und kann nun selbstbewusst zur Fortuna nach Düsseldorf reisen.