20120816 14duesseldorfheader bild

14. Spieltag Fortuna Düsseldorf - SG Dynamo Dresden

Dynamo will Fortuna ein Bein stellen

Die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden hat es momentan nicht leicht. Nach den Ereignissen rund um den Verein in dieser Woche steht Trainer Ralf Loose vor der schwierigen Aufgabe, die Mannschaft für den Auftritt bei Fortuna Düsseldorf optimal vorzubereiten. Dynamo muss am Freitagabend um 18 Uhr beim aktuellen Spitzenreiter antreten, der mit einer imposanten Serie aufwarten kann. Die Rheinländer haben seit 22 Pflichtspielen nicht mehr verloren und weisen in dieser Saison im heimischen Stadion mit sechs Siegen eine makellose Bilanz auf.

Für Ralf Loose ist das allerdings kein Grund, die Flinte schon vorher ins Korn zu werfen: „Die Fortuna hat Einzelspieler mit Erfahrung in den eigenen Reihen, die eine Partie allein entscheiden können, aber auch deren Serie wird irgendwann reißen“, ist sich der Trainer sicher. Seine Mannschaft reist per Flugzeug nach Düsseldorf und hat ebenso eine kleine Serie im Gepäck. Die letzten vier Ligaspiele hat Dynamo nicht verloren, zweimal auch auswärts die volle Punktzahl eingefahren. Nach dem 5:1-Heimsieg gegen den Karlsruher SC können die Schwarz-Gelben außerdem mit viel Selbstbewusstsein auflaufen. „Fortuna Düsseldorf hat in der Stadt eine große Begeisterung ausgelöst und gehört in die erste Bundesliga. Das Publikum steht hinter der Mannschaft und wir gehen als Außenseiter ins Rennen“, weiß Ralf Loose, will sich aber nicht kampflos ergeben: „Wir versuchen, die Stärken des Gegners auszuschalten. Ob wir die Sturmgewalt stoppen können, werden wir sehen.“

Eventuell gefährdet ist der Einsatz von Kapitän Cristian Fiel, der das Training wegen Wadenproblemen abbrechen musste, aber mit in den Flieger nach Düsseldorf stieg. „Es wäre schade, wenn er ausfällt, da sich das Gefüge der Mannschaft gefunden hatte“, sagt Ralf Loose. Giannis Papadopoulos ist im Kader zurück und könnte neben David Solga im defensiven Mittelfeld auflaufen, während Lars Jungnickel als mögliche Alternative noch nicht in Frage kommt. Ihn will der Trainer in den Testspielen während der Länderspielpause zunächst weitere Spielpraxis sammeln lassen. Auf Torejagd will Pavel Fort in Düsseldorf gehen. Nachdem er in den letzten Heimspielen jeweils als Joker seine Trefferquote erhöhte, erhebt er keinen Anspruch auf einen Stammplatz. „Natürlich möchte ich immer spielen, in erster Linie aber mithelfen, dass meine Mannschaft gewinnt. Die Fortuna ist derzeit die beste Mannschaft in der zweiten Liga, aber ich habe ein positives Gefühl“, verrät der Tscheche, der von Ralf Loose in seiner Position als dritter Stürmer gelobt wird, weil er diese Rolle vorbildlich erfüllt.

Viermal trat Dynamo bisher in Düsseldorf zum Duell der Traditionsvereine an und die Bilanz ist aus schwarz-gelber Sicht positiv. Zwei Siege (jeweils 2:1), ein Unentschieden (1:1) und eine Niederlage (0:1) sprechen dafür, dass auch diesmal mehr drin sein kann. „Wir müssen auswärts wie zuletzt den Mut haben, nach vorn zu spielen, unsere Chancen zu nutzen und Treffer zu erzielen“, fordert Ralf Loose und erinnert daran, „dass gegen München und Braunschweig auch keiner einen Cent auf uns gesetzt hatte und es dann doch anders kam.“ Als Trainer kehrt der 48-Jährige zu seinem Ex-Verein zurück, bei dem er zwischen 1987 und 1993 insgesamt 188 Spiele bestritt und als Kapiän zu den Führungsspielern zählte. Auch auf Düsseldorfer Seite wird man auf drei alte Dresdner Bekannte treffen. Norbert Meier, der sich ein Jahr als Übungsleiter bei Dynamo Dresden versuchen durfte, wurde nur drei Monate nach seiner Entlassung an der Elbe bei den Rheinländern als Coach vorgestellt und formte trotz einiger Rückschläge (u.a. verlor man in der letzten Saison die ersten sechs Punktspiele und schied im DFB-Pokal gegen den ehemaligen Drittligsten Koblenz aus) seine Mannschaft zum heißen Aufstiegsanwärter. In der spielt auch Thomas Bröker seit 2010 erfolgreich als Stürmer (fünf Saisontore), während der dritte Ex-Dynamo Ranisav Jovanovic gegen Dresden sehr wahrscheinlich nicht im Kader steht (erst ein Saisonspiel).

Das Spiel beginnt um 18 Uhr, die Stadiontore öffnen zwei Stunden vorher. Schiedsrichter der Partie wird Robert Hartmann aus Krugzell sein.

Bittere Niederlage in der Nachspielzeit

Die Enttäuschung stand den Dynamo-Spielern nach dem Abpfiff ins Gesicht geschrieben. Faktisch mit dem Schlusspfiff, in der zweiten Minute der Nachspielzeit, nahm sich Ex-Dynamo Ranisav Jovanovic ein Herz und knallte die Kugel mit einem satten Linksschuss von der rechten Strafraumecke über Wolfgang Hesl in die Maschen und machte damit jegliche Hoffnungen auf einen Punktgewinn für Dynamo zunichte.

Die Geschichte der ersten Halbzeit ist schnell erzählt. Die erwartete Düsseldorfer Offensivkraft blieb zunächst aus, weil Dynamo in der Abwehr konzentriert und sicher die Bälle klären konnte. Nur einmal passte die Dynamo-Abwehr nicht auf. Maximilian Beister kam dadurch an der Strafraumgrenze in zentraler Position frei zum Schuss, zog mit links ab und ließ Wolfgang Hesl keine Chance. Die Fortuna ging in Führung und unter den Dynamo-Fans ging die Befürchtung um, dass die Düsseldorfer nun ernst machen. Doch die Schwarz-Gelben ließen sich vom Rückstand nicht beeindrucken und gingen weiter hartnäckig in die Zweikämpfe. Daraus ergaben sich immer wieder Möglichkeiten, weil die Gastgeber ihrem Gegner zuviel Platz in der eigenen Hälfte ließen. Dynamo wollte dieses Angebot lange Zeit nicht annehmen. Doch kurz vor der Pause klingelte es doch noch. Mickael Poté kam mit etwas Glück aus 16 Metern direkt vor dem Düsseldorfer Tor an den Ball und spitzelte die Kugel mit dem linken Fuß ins rechte untere Eck. Der Ausgleich ließ die mitgereisten Dynamo-Fans jubeln, während die Düsseldorfer Anhänger zunächst einmal mit einer leichten Unstimmigkeit zum Pausentee gingen.

In der zweiten Hälfte zeigte Düsseldorf dann seine Klasse und kontrollierte über weite Teile das Spiel. Unzählige Ecken konnten die Rheinländer allerdings nicht für die erneute Führung nutzen und auch der große Sturmlauf blieb aus. Aus einer sicheren Abwehr heraus ließen die schwarz-gelben Verteidiger keine klaren Möglichkeiten zu. Mit zunehmender Spielzeit schien alles darauf hinaus zu laufen, dass es der Dynamo-Elf gelingt, einen wichtigen Punkt mit nach Dresden zu entführen. Die Angriffe der Düsseldorfer waren nicht mehr zwingend und den Schwarz-Gelben gelang es öfter, mit Angriffen für Entlastung und eigene Torgefahr zu sorgen. Als sich alle schon auf das Unentschieden eingestellt hatten, schlug der eingewechselte Ranisav Jovanovic zu und stürzte die Mannschaft und die Fans in tiefe Traurigkeit.

Dynamo kämpfte tapfer und aufopferungsvoll und konnte die Partie bis zum Schluss offen gestalten. Trotz des späten Rückschlages sollte das Team jetzt nicht die Köpfe hängen lassen.

Kurz vor dem Anpfiff wurde aus dem Dynamo-Block ein Böller geworfen. Der Täter wurde von den schwarz-gelben Anhängern erkannt und dem Ordnungsdienst übergeben. Sollte der DFB für diesen Vorfall eine Strafe aussprechen, wird der Verein gegen den Verursacher zivilrechtlich vorgehen. Fortuna Düsseldorf wird ihm zudem ein bundesweites Stadionverbot aussprechen.