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15. Spieltag SG Dynamo Dresden - FC Erzgebirge Aue

Ralf Loose erwartet kampfbetontes Spiel

Dynamo hat es in der aktuellen Zweitliga-Saison gleich mit vier Mannschaften aus dem Osten der Republik zu tun. Union Berlin, Hansa Rostock, Energie Cottbus und Erzgebirge Aue, die früher unter dem Namen „Wismut“ spielten, lassen bei Fußballfans nostalgische Gedanken aufkommen. Schön war die Zeit, als die Schwarz-Gelben zu den besten Teams in der Oberliga zählten. Wenn die Betriebssportgemeinschaft aus dem beschaulichen Aue an die Elbe kam, war von Aufregung nichts zu spüren. Regelmäßig schickten die Dresdner die Wismut-Spieler mit einem standesgemäßen Ergebnis punktlos wieder nach Hause. Als Dynamo Dresden der Sprung in die Bundesliga gelang, kickten die „Veilchen“ drittklassig. Im ersten Heimspiel nach dem Lizenzentzug 1995 trafen die Elbstädter in der Regionalliga die Erzgebirgler wieder und kassierten nach einer frühen Führung am Ende doch eine bittere 1:3-Niederlage. Seitdem herrscht zwischen den Fans der beiden sächsischen Vereinen ein distanziertes Verhältnis. Bis auf eine Ausnahme blieb Dynamo in den Duellen mit Aue lange Zeit sieglos. Unvergessen ist aus schwarzgelber Sicht der 2:1-Erfolg im Lößnitztal im Winter 1996, als mit neun Spielern auf schneebedecktem Rasen der einzige Dresdner Sieg bis 2005 gelang.

Die Vorzeichen vor dem insgesamt fünften Aufeinandertreffen in der 2. Bundesliga lassen Dynamo Dresden nun scheinbar als Favoriten ins Rennen gehen, weil die Schwarz-Gelben mit 17 Punkten nicht nur drei mehr als Aue einsammelten, sondern auch wesentlich öfter ins gegnerische Tor trafen. Zieht man die Statistik für eine Analyse heran, sind zudem die letzten beiden Auftritte der Lila-Weißen an der Lennestraße mit Heimsiegen für die SGD vermerkt, allerdings konnte Dynamo als Zweitligist bisher nur einmal gegen Aue siegen, dreimal verlor man dagegen deutlich.

Ralf Loose kann bei der Aufstellung aus dem Vollen schöpfen. Ein Fragezeichen steht jedoch nach wie vor hinter dem Comeback von Kapitän Cristian Fiel. „Es lässt sich abschließend noch nicht beurteilen, ob er spielen kann oder überhaupt im Kader steht. Wir wollen die restlichen Trainingseinheiten abwarten“, sagt der Trainer, der sich dafür über zwei fitte Stürmer freuen darf. Mickael Poté steht nach seiner grippebedingten Auszeit genauso wie Zlatko Dedic zur Verfügung, der gesund von seiner Länderspielreise aus Slowenien nach Dresden zurückkehrte.

Wie die Fans zieht der Kampf um die sächsische Vorherrschaft auch Mittelfeldspieler Robert Koch in seinen Bann, der den Klassiker wohl zum ersten Mal als Spieler in der Startelf erleben wird. „Ich treffe ehemalige Weggefährten wieder, das Stadion ist ausverkauft“, frohlockt der 25-Jährige, der mit viel Selbstbewusstsein in das heiße Duell gehen will: „Wir sind offensiv gut aufgestellt und immer für ein Tor gut. Die spielerische Qualiät ist in den letzten Wochen besser geworden. Irgendwie werden wir den Riegel schon knacken.“ Er warnt aber davor, die Abwehrarbeit zu vernachlässigen und spricht damit dem eigenen Trainer aus der Seele, der die Gäste nicht unbedingt nur in der Defensive erwartet: „Taktisch sehe ich keinen Grund, etwas zu ändern. Die Auer wollen auch ein Tor schießen, deswegen müssen wir gut mit dem Ball umgehen und möglichst früh stören. Darauf werde ich die Mannschaft einstellen, damit wir nicht nur hochmotiviert, sondern auch klug agieren. Wir werden ein interessantes und kampfbetontes Spiel erleben, bei dem wir im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen treffen sollten.“

Obwohl eine besondere Motivation im Vorfeld der Partie laut Robert Koch nicht unbedingt nötig ist, weil die gesamte Mannschaft die positive Heimserie unbedingt fortsetzen will, hat sich der Oberlausitzer vorgenommen, bis zum Anpfiff seine Mitspieler noch genau darüber aufzuklären, weshalb das Sachsen-Duell ein ganz brisantes Spiel ist, damit jeder Schwarz-Gelbe weiß, was ihn erwarten wird.

Die Begegnung wird 13:30 Uhr von Schiedsrichter Florian Meyer aus Burgdorf angepfiffen. Die Stadiontore öffnen wie gewohnt zwei Stunden vorher. Das Stadion ist restlos ausverkauft, insgesamt werden ca. 29.000 Zuschauer erwartet, davon etwa 2.300 Gästefans.

    Hier gibt es alle Informationen zur Anmeldung für den SMS-Ticker!

    Wichtige Informationen zum Sachsenderby gegen Aue: Alle Fans werden dringend gebeten, so frühzeitig wie möglich den zum "glücksgas stadion" anzutreten. Die Stadiontore werden um 11:30 Uhr geöffnet. Zwar werden alle Einlasstore zur Verfügung stehen, dennoch kann es aus verschiedenen Gründen zu Verzögerungen kommen. Alle Besucher (auch VIP-Gäste) sollten für die Anreise nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel nutzen, da die Parkgelegenheiten rund ums "glücksgas stadion" stark eingeschränkt sind! Es stehen wie gewohnt die Park+Ride-Parkplätze am Stadtrand (Kaditz, Gompitz, Prohlis, Bühlau) zur Verfügung. Die Tickets fürs Stadion können am Spieltag als Fahrkarte (ab 10.00 Uhr bis 4.00 Uhr am Folgetag) für den gesamten Bereich des VVO genutzt werden.

  • Aktion von Dynamo mit den Eislöwen:

Ticketrabatt bei den Eislöwen mit gültiger Eintrittskarte vom Spiel zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue (gilt auch für JK-Inhaber):

  • nur 08,50€ statt 11,00€ Stehplatz
  • nur 11,50€ statt 15,00€ Sitzplatz Kat 2
  • nur 13,00€ statt 17,50€ Sitzplatz Kat 1

Dynamo verschenkt Punkte

Dynamo bleibt laut Tabelle die Nummer 1 in Sachsen. Zumindest über diesen Fakt können sich die Dynamo-Fans freuen. Als Trostpflaster dürfte das aber nicht genügen, um die Laune der schwarz-gelben Anhänger über den Nullpunkt zu heben. Zu bitter wirkt die Niederlage im Herzen aller Dynamos gegen den Rivalen aus Aue. Die "Veilchen" sorgten mit ihrem 2:1-Siegtreffer in letzter Sekunde für den Paukenschlag und bescherten Dynamo wie schon in Düsseldorf zum zweiten Mal in Folge den Genickschlag in der Nachspielzeit.

Die Spannung war vor dem Sachsenklassiker spürbar groß. Vor dem Anpfiff zeigten sich die Dynamo-Fans von ihrer besten Seite. Mit einer wahnsinnigen Choreographie über zwei Tribünen huldigten sie ihrem Verein. "Dynamo unser Leben - Dynamo unser Blut - Wir lieben dich über alles. Dynamo - für dich gehen wir bis in den Tod". Das Dynamo-Logo im K-Block und das Gründungsjahr 1953 auf der Westtribüne sorgten für einen prächtigen Rahmen.

Die ersten Akzente im Spiel setzten dann die Gäste aus dem Erzgebirge. Muhamed Subasic hatte auf seiner linken Abwehrseite schwere Arbeit zu leisten, weil der agile Jan Hochscheidt keine Ruhe gab und mehrfach seine gefährlichen Flanken in den Dresdner Strafraum brachte. Wolfgang Hesl und die Dynamo-Abwehr standen von Beginn an unter Druck. Mit Glück und Geschick wurde ein Gegentreffer verhindert, für eigene Offensivbemühungen blieb jedoch kaum Gelegenheit, weil die Erzgebirgler früh ihre Gegenspieler störten.

Nach zwanzig Minuten tauchten die Schwarz-Gelben zum ersten Mal im Strafraum der Gäste auf. Mickael Poté setzte seinen Mitspieler Robert Koch perfekt in Szene, der über rechts den Ball freistehend mit einem flachen Schuss in die Mitte brachte. Dort wollte Cristian Fiel mit einem Hackentrick Martin Männel im Gästetor überlisten. Dieser Versuch scheiterte noch, doch glücklicherweise stand Zlatko Dedic direkt dahinter parat und verwertete den abprallenden Ball zur überraschenden, aber wichtigen Führung. Danach brannte Dynamo zunächst ein Feuerwerk in der Offensive ab. Mickael Poté hatte nach etwas mehr als einer halben Stunde das zweite Tor auf dem Fuß, doch sein Versuch scheiterte durch das konsequente Eingreifen der Auer Verteidigung. Auch Filip Trojan ließ die Möglichkeit zum Ausbau der Führung verstreichen, denn sein direkter Nachschuss vom Elfmeterpunkt wurde abgeblockt.

Aue fing sich im späteren Spielverlauf wieder und blieb bis zum Halbzeitpfiff vor allem bei Eckbällen und Freistoßen brandgefährlich. Glücklicherweise zielten die "Veilchen" entweder zu ungenau oder fanden in Wolfgang Hesl ihren Meister. Der Torwart musste zahlreiche Bälle aus der Luft pflücken, konnte einmal mit einer sensationellen Parade nach einem Kopfball von Ronny König zur Seite abwehren.

Nach der Pause nahm die Partie dann Fahrt auf und entwickelte sich zu einem hochklassigen Schlagabtausch. Mehr Schwung brachten jedoch die Lila-Weißen mit aus der Kabine. Die Schwarz-Gelben sahen sich in die eigene Hälfte gedrückt und mussten frühzeitig den Ausgleich in Kauf nehmen. Muhamed Subasic gelang es nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Seine Kopballabwehr landete bei Jan Hochscheidt, der noch zwei Abwehrspieler umkurvte und unhaltbar für Wolfgang Hesl und zum Entsetzen der Dynamo-Fans den Ball ins Tor schob. Aue sorgte danach weiter für Gefahr und ließ Dynamo kaum Möglichkeiten, nach vorn zu spielen. Die größte Chance für die Gastgeber in der zweiten Hälfte hatte Zlatko Dedic, der im Strafraum aus halblinker Postion die Kugel an die Lattenunterkante ballerte.

Als sich wohl fast alle im Stadion schon wieder mit einem Unentschieden abgefunden hatten, mit dem vor allem die Dynamo-Fans aufgrund der Leistung ihrer eigenen Mannschaft hätten zufrieden sein müssen, setzte Aue zum alles entscheidenden Schlag an. Romain Brégerie unterschätze einen langen Ball, der Jan Hochscheidt auf die Füße fiel. Der Torschütze des ersten Tores ließ dem herauseilenden Wolfgang Hesl keine Chance und stürzte die Schwarz-Gelben samt Fans in ein tiefes Stimmungsloch. Die Führung der "Veilchen" war wie ein Schlag ins Gesicht, zumal der souverän pfeifende Florian Meyer kurz darauf das Spiel beendete.

Aue gewinnt im fünften Zweitliga-Spiel gegen Dynamo zum vierten Mal und sorgt ergebnistechnisch für einen Vorteil im Kampf um die sächsische Meisterschaft, den Dynamo nun in den nächsten Partien zumindest in der Tabelle offen halten muss.