20120816 18cottbusheader bild

18. Spieltag SG Dynamo Dresden - FC Energie Cottbus

Hochspannung vorm Ostduell: Dynamo gegen Energie

Mit einem Heimspiel startet die SG Dynamo Dresden in die Rückrunde der Zweitliga-Saison. Am 18. Spieltag empfangen die Schwarz-Gelben die Mannschaft von Energie Cottbus in Dresden. Es ist das vierte und vorerst letzte Ostduell in der aktuellen Saison, das die Schlachtenbummler der Sportgemeinschaft im heimischen Stadion erleben dürfen. Wenig überraschend ist deshalb die Tatsache, dass die Partie schon im Vorfeld die Massen anzieht. Die Begegnung wird vor vollen Rängen stattfinden. Auch aus Cottbus haben sich zahlreiche Gästefans angekündigt.

Das Aufeinandertreffen der zwei Ostvereine hat mit dem plötzlichen Trainerwechsel bei den Lausitzern noch einmal zusätzliche Brisanz bekommen. Für Ralf Loose ist der Gegner ein ambitionierter Verein, der vor der Saison mit hohen Erwartungen gestartet ist. „Sie wollten oben mitspielen, sind gespickt mit Spielern, die finanziell für Dynamo eine Nummer zu groß waren und haben die Ansprüche zuletzt nicht erfüllt“, macht Loose deutlich, will aber nicht darüber spekulieren, ob sportliche Entwicklung und der Weggang von Claus Dieter Wollitz im Zusammenhang stehen. „Schlussendlich ist auch nicht wichtig, weshalb es passierte, sondern entscheidend ist, was bei uns passiert.“ Der Dynamo-Trainer will ganz allein auf sich selbst und seine Mannschaft schauen. Für Loose kommt es darauf an, dass seine Schützlinge die schwierige personelle Situation im eigenen Team kompensieren und die Lücken füllen.

Neben Kapitän Cristian Fiel, der immer noch an seiner Wadenverletzung laboriert, fällt auch sein Stellvertreter Robert Koch aus, der sich im letzten Heimspiel gegen den FSV Frankfurt seine fünfte Gelbe Karte einhandelte und nun pausieren muss. Wer die Mannschaft auf den Rasen führen darf, will Ralf Loose dem Auserwählten zuerst mitteilen. Auch Linskverteidiger Muhamed Subasic wird nicht dabei sein. Er fehlt wegen muskulären Problemen. Der Trainer fordert deshalb von jedem Spieler mehr Verantwortung, inbesondere auch von denen, die nun in die Bresche springen. Wer letztendlich in der Startelf steht, will Ralf Loose aber erst nach den noch ausstehenden Übungsseinheiten entscheiden. Mickael Poté hat das volle Trainingsprogramm mit absolviert, doch sein Chef will abwarten, ob er die Option zieht, den Stürmer von Beginn an auflaufen zu lassen. Die Vorfreude auf die Begegnung lässt sich der Coach trotz Verletzungssorgen jedoch nicht nehmen. „Uns erwartet eine tolle Kulisse, ein ausverkauftes Haus und hoffentlich ein guter Start in eine erfolgreiche Rückrunde.“

Die Statistik spricht eigentlich für Dynamo (23 Spiele: 12 Siege, 7 Unentschieden, 4 Niederlagen), allerdings gelang der letzte Sieg im alten Jahrtausend, ein 2:0 auswärts im Jahr 1997 – und das ist schon ziemlich lange her. Dynamo gewann damals ebenso das Heimspiel, danach starteten die Lausitzer eine Siegesserie und verloren erst im Rückspiel gegen die Dresdner wieder ein Pflichtspiel. Das Hinspiel in dieser Saison ging aus Dynamo-Sicht mit 1:2 verloren, obwohl Filip Trojan in der ersten Hälfte die Führung erzielte. Für einen versöhnlichen Jahresabschluss im heimischen Rund braucht es gegen Cottbus vollen Einsatz auf dem Rasen und den Rängen. Dann sollte es im sechsten Anlauf gelingen, in einer Zweitliga-Begegnung gegen die Lausitzer endlich mal drei Punkte einzufahren. Immerhin gewannen die Gäste nur zwei ihrer letzten zwölf Spiele. Weiße Flocken und Wind haben sich für das Wochenende auch nicht angekündigt. Deshalb bleibt den Dynamo-Fans mit dem Stadiondach über dem Kopf auch ein überdimensionierter Schneesturm wie bei der Begegnung im alten Rudolf-Harbig-Stadion im Januar 2005 erspart. Das sind zumindest gute Aussichten für das Wochenende, die sich hoffentlich auch sportlich als solche erweisen.

Die Partie beginnt um 13:30 Uhr, die Stadiontore öffnen bereits zwei Stunden vorher. Schiedsrichter des Spieles ist Peter Sippel aus München.

Drei verdiente Punkte am dritten Advent

Glühwein und Stollen gehören zum dritten Advent wie drei Punkte für Dynamo Dresden im Ostduell gegen Energie Cottbus. Die Schwarz-Gelben krönten ihren kampfbetonten und spielerisch überzeugenden Auftritt gegen die Lausitzer mit einem hochverdienten 2:1-Sieg. Gefeierter Held des Tages war Doppeltorschütze Mickael Poté.

Es war ein erfolgreicher Auftakt in die Zweitliga-Rückrunde für Dynamo Dresden. Ralf Loose musste seine Mannschaft nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Cristian Fiel und Muhamed Subasic und der Gelbsperre von Robert Koch umstellen. In die Abwehr rückte Sebastian Schuppan, auf der rechten Seite im Mittelfeld durfte sich Marcel Heller in der ersten Halbzeit ausprobieren. Gästetrainer Markus Feldhoff, der ebenso einige Ausfälle zu beklagen hatte, bot mit Dimitar Rangelov nur einen Stürmer auf. Doch die Cottbuser versteckten sich keineswegs und nahmen mit dem Anpfiff die Partie in die eigene Hand. Mit hohen Flanken forderten sie die Abwehr um Kapitän Romain Brégerie immer wieder zu konzentrierter Arbeit heraus, konnten sich aber nicht entscheidend durchsetzen. Im weiteren Spielverlauf steigerten sich die Gastgeber schließlich und erhöhten ihre Offensivbemühungen. Zählbares sprang dabei jedoch noch nicht heraus. Die größte Chance zur Führung hatte Giannis Papadopoulos, der nach 25 Minuten plötzlich frei zum Kopfball kam, Gästekeeper Rene Renno aber nicht überwinden konnte. Zuvor hatte Romain Brégerie den Ball per Fuß in Richtung Tor befördert, doch erst sein verunglückter Versuch ermöglichte dem Griechen die hundertprozentige Gelegenheit. Die erste Halbzeit war insgesamt für beide Teams chancenarm, weil die Abwehrreihen keine Geschenke zu verteilen hatten. So ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Kabine. Einziger Aufreger für die Fans war höchstens noch ein herrenloser Schuh, der nach einem Schuss von Rok Kronaveter durch den Dynamo-Strafraum flog.

In der zweiten Halbzeit ging es gleich richtig los. Nur drei Minuten waren gespielt, als Giannis Papadopoulos aus gut 30 Metern einfach abzog, nachdem die Abwehr der Lausitzer den Ball nicht aus der Gefahrenzone schlagen konnte. Der kapitale Schuss des Griechen landete am Lattenkreuz und sprang von dort direkt zurück in den Strafraum. Da stand Mickael Poté frei und brauchte nur noch mit dem Kopf abstauben. Mit der Führung drückte Dynamo nun dem Spiel den schwarz-gelben Stempel auf. Filip Trojan hatte kurz darauf ebenfalls nach einem fulimanten Versuch das zweite Tor auf dem Fuß, fand jedoch in Rene Renno seinen Meister, der den Ball mit den Fäusten abwehren konnte. Allzu lange durften sich die Dynamo-Fans im Stadion allerdings nicht freuen. Nach einem langen Ball auf den enteilten Dimitar Rangelov kamen die Cottbuser zum Ausgleich. Der Stürmer ließ seine Klasse aufblitzen und lupfte die Kugel über den herausgeeilten Wolfgang Hesl ins Tor. Nicht schon wieder, dachte sich wohl der Großteil der Fans auf den Rängen, nachdem Dynamo eine Führung zum wiederholten Mal nur kurz behaupten konnte. Die Angst ging um, dass Cottbus nun Oberwasser bekommt, doch die Hausherren blieben engagiert bei der Sache und spielten weiter auf das gegnerische Tor. Besonders der eingewechselte Sascha Pfeffer brachte auf der rechten Seite viel Schwung in die Partie. Die Lausitzer lauerten dagegen auf Konter, die aber von der Dynamo-Abwehr mit einer konzentrierten und kampfstarken Leistung unterbunden werden konnten.

Als das Spiel dem Ende entgegen ging und auf den Rängen die ersten Diskussionen darüber begannen, welche Bedeutung dieser eine Punkt haben könnte, schlug Dynamo doch noch eiskalt zu. David Solga hatte im Mittelfeld den Ball am Fuß, fasste sich ein Herz und dribbelte mit der Kugel bis zur Strafraumgrenze. Von dort gab er den tödlichen Pass auf seinen Kollegen Mickael Poté, der freistehend vor Rene Renno mit einem Schuss das Leder über die Linie drücken wollte. Der Gäste-Keeper war zwar noch dran und den Fans stockte schon der Atem, weil alle dachten, dass die Chance vergeben war, doch glücklicherweise drehte sich die Kugel über den Keeper schlussendlich doch über die Linie, ohne das der wartenede Mickael Poté nochmal nachsetzen musste. Mit der Euphorie im Rücken kämpfte die Mannschaft mit Hilfe der emotionsgeladenen Fans die letzten Minuten tapfer und als Schiedsrichter Peter Sippel zur Pfeife griff, war der Jubel im Stadion grenzenlos.

Zum ersten Mal kann Dynamo Dresden in der zweiten Liga den Konkurrenten aus der Lausitz besiegen. Mit drei Punkten beschenkt die Mannschaft sich, den Trainer und die Anhänger, die nun mit viel Optimismus auf das letzte Punktspiel in diesem Jahr schielen dürfen, in dem es auswärts gegen Hansa Rostock gleich wieder um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt geht.