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3. Spieltag SpVgg Greuther Fürth - SG Dynamo Dresden

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Dynamo verliert Punkte und Spieler

Die SG Dynamo Dresden hat ihr Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth mit 0:1 verloren. Den entscheidenden Treffer für die Kleeblätter schoss Olivier Occean in der 47. Spielminute. Nach einem Pass von Sebastian Tyrala kam der Kanadier aus 16 Metern frei stehend an den Ball und ließ Dennis Eilhoff im Tor keine Chance.  Rechts unten schlug die Kugel ein und die Fürther Spieler durften feiern.

Bis dahin hatte Dynamo Dresden in der ersten Halbzeit vor allem mit einer kämpferischen Leistung das Spiel offen gestaltet  und den Angriffen der Franken standgehalten. Die Spielvereinigung kam in den ersten Spielminuten zu mehreren guten Tormöglichkeiten, doch weder Olivier Occean noch Stephan Schröck nutzen ihre schön herausgespielten Chancen zur Führung. Dennis Eilhoff konnte einige Gelegenheiten der Gastgeber mit tollen Paraden vereiteln und gab somit der Abwehr um Roman Bregerie und Martin Stoll die nötige Sicherheit. Für Gefahr sorgten die in grün-weiß spielenden Fürther immer wieder von außen. Dynamo Dresden kam dagegen nur selten vor das gegnerische Tor, weil Pavel Fort als einsame Spitze oft für seine Ablagen keinen Mitspieler fand.  Mit etwas Glück wäre aber ein Treffer für die Schwarzgelben drin gewesen, als Robert Koch mit einem genialen Trick gleich zwei Fürther Spieler stehen ließ, sein Schuss aber abgeblockt und zur Ecke geklärt wurde. Wenig später musste Filip Trojan nach einem überharten Foul verletzt ausgewechselt werden, für ihn rutschte Marvin Knoll ins Mittelfeld. Nun fehlte das Durchsetzungsvermögen in der Offensive. Fürth erhöhte immer wieder den Druck auf die Abwehrspieler, die Bälle oft nur nach vorn schlagen konnten. So kam Dynamo kaum ins Spiel und mit einer Nullnummer ging es in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schickte Trainer Ralf Loose seinen Neuzugang Cheikh Gueye auf die linke Verteidigerposition, nahm dafür den am heutigen Tag unsicher wirkenden Sebastian Schuppan vom Platz. Doch nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff klingelte es im Dresdner Kasten. Tor für die SpVgg Greuther Fürth und es stand 1:0. Nun musste Dynamo die defensive Taktik aufgeben, um nicht punktelos nach Dresden zurückreisen zu müssen. Doch es kam noch schlimmer: Nach einem Zweikampf in der Luft traf Christian Fiel seinen Gegenspieler mit dem Ellenbogen ohne Absicht im Gesicht und wurde dafür von Schiedsrichter Tobias Stieler sehr zur Überraschung aller Akteure mit einer roten Karte bedacht. Fünf Spieler der Gastgeber setzten sich sogar für unseren Kapitän ein, doch es half nichts, der Schiedsrichter blieb bei seiner Entscheidung und stellte ihn vom Platz. Gegen zehn tapfer kämpfende Dresdner suchte die Elf von Trainer Mike Büskens nun die Entscheidung, doch eigenes Unvermögen und eine sich nicht aufgebende Dynamo-Elf machten diesen Plan zunichte. Das spürten auch die Fans auf beiden Seiten. Während die Anhänger der Schwarzgelben trotzig ihr Team weiter anfeuerten, wurde das Fürther Publikum merklich unruhiger. Obwohl Max Grün im Tor der Kleeblätter kaum noch Ballkontakte zu verzeichnen hatte, blieb das Spiel spannend. Dynamo konterte das eine oder andere Mal die Hintermannschaft der Gastgeber aus, blieb aber ohne zwingende Chancen.

In der 70. Spielminute rückte dann zum wiederholten Mal der Schiedsrichter in den Mittelpunkt. Nach einem Foul von Robert Koch, der dafür die gelbe Karte kassierte, vergingen einige Sekunden und plötzlich zog der Schiedsrichter die rote Karte gegen Pavel Fort. Der Tscheche führte offenbar aus Unzufriedenheit über den Spielverlauf mit sich selbst einen Monolog in seiner Heimatsprache. Was der Schiedsrichter dabei verstanden haben will, wird sein Geheimnis bleiben. Das brachte dann jedoch den Dynamo-Anhang auf die Palme. Mit acht Feldspielern hieß nun die Aufgabe, nicht auseinander zu fallen. Das Heimpublikum witterte nun Morgenluft und wähnte den Aufstiegsaspiranten auf dem Weg zu einem möglichen Kantersieg, doch trotz Unterzahl war das Herz der Elf von Trainer Ralf Loose immer noch nicht gebrochen. Mit den letzten Reserven verteidigten neun Dresdner den knappen Rückstand und brachten den Gastgeber in Bedrängnis. Das hätte wohl im Stadion niemand erwartet und die Angst, doch noch den Ausgleich zu kassieren, war auf Heimseite unverkennbar. Fürth lud Dynamo erneut zum Kontern ein und als Robert Koch nach einem langen Ball in die Spitze nur durch Foul gestoppt werden konnte, der Schiedsrichter aber nicht reagierte und weiterspielen ließ, warf Ralf Loose aus Verärgerung eine Wasserflasche zu Boden. Für dieses „Vergehen“ schickte der Schiri nun auch den Coach auf die Tribüne.

Die Schuld allein nur beim Schiedsrichter zu suchen, wäre bei der Bewertung des Spieles zu einfach, doch der dreifache Platzverweis verhinderte jede ernsthafte Möglichkeit, den verdienten Torerfolg der Fürther noch auszugleichen. Ein Lob hat sich die Mannschaft trotzdem verdient, denn sie ließ den Kopf nicht hängen und zeigte Moral, auch wenn es gegen einen Aufstiegskandidaten nicht mehr zu einem Punktgewinn reichte. Schlimmer als die Niederlage wiegen die Verluste von Cristian Fiel und Pavel Fort, die mindestens für das kommende Heimspiel gegen Union Berlin gesperrt sein werden. Offen ist außerdem, wie schwer die Verletzung von Filip Trojan ausfällt, der zur MRT-Untersuchung ins Krankenhaus musste. Drücken wir ihm die Daumen, dass er schnell wieder bei der Mannschaft sein kann.