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30. Spieltag Karlsruher SC - SG Dynamo Dresden

Dynamo geht im Wildpark auf Punktejagd

Nach den Osterfeiertagen steht in der 2. Bundesliga das spannende Saisonfinale bevor. Fünf Spieltage haben alle 18 Mannschaften jeweils noch vor sich, bevor es in eine lange Sommerpause geht. Eingeläutet wird der Endspurt mit einer englischen Woche, in der Dynamo Dresden zum Auswärtsspiel beim Karlsruher SC antritt. Am Mittwoch, dem 11. April 2012, müssen sich die Schwarz-Gelben im Wildparkstadion beweisen, in dem es in in der Vergangenheit noch nicht viel zu holen gab. In sechs Versuchen gelang es lediglich in der ersten Zweitliga-Spielzeit, durch ein Tor von Ansgar Brinkmann einen Punkt nach Sachsen zu entführen. Zwei Spieler, die in dieser Partie auf dem Rasen standen, haben heute die Seiten getauscht. Klemen Lavric, der Dynamo 2004/05 mit seinen Toren zum Klassenerhalt schoss, steht heute in Diensten der Badener. Im Kader der Dresdner steht dagegen Abwehrspieler Martin Stoll, der für den gelbgesperrten Filip Trojan in das Aufgebot rückt.

Dynamo-Trainer Ralf Loose vertraut für die Partie gegen Karlsruhe ansonsten auf seine Stammformation, muss aber noch ein Fragezeichen hinter den möglichen Einsatz von Robert Koch setzen, der über Ostern unter Magen-Darm-Problemen litt. „Wir warten bis zum Schluss ab, ob er von Anfang an auflaufen kann“, sagt der Coach und ergänzt, dass sein Team in dieser Saison bereits viele Rückschläge verkraftet hat und motiviert ist, um in Karlsruhe zu bestehen. Im Gegensatz zu Dynamo müssen die Gastgeber unbedingt drei Punkte holen, weil sie tief im Abstiegskampf stecken. Deshalb erwartet auch Dynamo-Stürmer Zlatko Dedic eine schwierige Partie. „Zum Glück haben wir bereits soviele Punkte, um ohne Druck unser Spiel aufzuziehen. Rufen wir eine ähnliche Leistung wie gegen Braunschweig ab und nutzen die Chancen, gehen wir nicht leer aus.“ Der Slowene will in den letzten Spielen für Dynamo nochmal alles geben, bevor er sich Gedanken um seine Zukunft macht. „Ich fühle mich hier wohl. Der Trainer hat mir stets sein Vertrauen geschenkt, ich bin in eine richtig gute Mannschaft gekommen und durfte zeigen, dass ich in der 2. Bundesliga mithalten und Tore schießen kann“, sagt der Stürmer rückblickend auf seine bisherige Zeit im schwarz-gelben Trikot.

Einen Tag nach dem Auftritt in Karlsruhe feiert die Sportgemeinschaft nicht nur ihren 59. Geburtstag, auch Trainer Ralf Loose darf dann auf ein ganzes Jahr im Verein zurückschauen. Zuvor möchte er sich aber voll auf den kommenden Gegner konzentrieren. „Sie sind nach dem Trainerwechsel deutlich im Aufwind. Damit wir etwas mitnehmen, müssen wir alles geben.“ Die Badener werden seit gut zwei Wochen von Interimstrainer Markus Kauczinski betreut, der Jörn Andersen ersetzt. Der Norweger übernahm wenige Tage nach dem 5:1-Sieg der Schwarz-Gelben im Hinspiel das Kommando und löste Rainer Scharinger ab, der nach der deutlichen Niederlage seinen Hut nehmen musste. So einfach wie damals wird das Duell am frühen Mittwochabend nicht. „Der KSC hat eine Mannschaft, die nicht abwartend agiert, sondern munter nach vorn spielt und sich Möglichkeiten erarbeitet. Da ist volle Konzentration gefragt“, fordert Ralf Loose von seinen Schützlingen. Sie sollen Torchancen verhindern und über Konterfußball zum Erfolg kommen. „Wir sind selbst gut drauf, haben auswärts zuletzt auch gewonnen und dürfen uns sicher auf eine spannende und heiße Partie freuen“.

17:30 Uhr ist Anpfiff im Wildparkstadion. Die Gastgeber rechnen mit ca. 15.000 Zuschauern, davon bis zu 2.000 Dynamo-Fans. 

Dynamo muss punktlos die Heimreise antreten

Dynamo hatte im Spiel gegen Karlsruhe die große Chance, mit einem Punktgewinn den Klassenerhalt rechnerisch perfekt zu machen. Für die Gastgeber ging es dagegen um das nackte Überleben. Ralf Loose musste den gelb-gesperrten Filip Trojan ersetzen und gab Maik Kegel auf der linken Seite eine neue Einsatzchance. Der Youngster gehörte in der ersten Halbzeit dann auch zu den größten Aktivposten. Allerdings dominierten die Gastgeber die ersten 45 Minuten, die sich gleich mehrere Torchancen erarbeiten konnten. Im Abschluss fehlte aber die Genauigkeit. Zudem kämpften die Schwarz-Gelben gemeinschaftlich um jeden Ball und konnten so die eine oder andere brenzlige Situation im eigenen Strafraum klären oder mit Hilfe von Benjamin Kirsten abwehren.

Als der Duft des Pausentees schon aus der Kabine wehte, kam Dynamo zu seiner größten Chance und hätte den Spielverlauf der ersten Hälfte fast auf den Kopf gestellt. Nach einer schönen Kombination wurde der Ball aus dem Strafraum des KSC in die Mitte abgewehrt. David Solga nahm die Kugel direkt und zwang KSC-Keeper Dirk Orlishausen zu einer Rettungstat. Der Abpraller fiel Zlatko Dedic vor die Füße, der das Leder aber im Nachschuss nicht im Tor unterbringen konnte.

Die zweite Halbzeit verlief dann ähnlich wie der erste Durchgang. Dynamo kam ohne wirklichen Elan aus der Kabine zurück, während die Gastgeber gleich deutlich machten, dass für sie nur ein Sieg zur Debatte steht. Immer wieder musste die Dynamo-Abwehr in höchster Not klären. Nach einer guten Stunde bekamen die Karlsruher nach einem Foul von Maik Kegel in zentraler Position vor dem Strafraum einen Freistoß zugesprochen. Ionut Rada schickte das Leder mit einem strammen Schuss in Richtung Tor. Benjamin Kirsten konnte zwar den Ball noch berühren, aber seitlich rollte das Leder seiner Bestimmung zu und bevor der Dynamo-Keeper den Ball aus der Gefahrenzone schlagen konnte, war er auch schon hinter die Linie getrudelt. Die Badener ruhten sich dann aber auf der verdienten Führung nicht aus und belagerten weiter das Gehäuse der Schwarz-Gelben. Kurz nach dem ersten Tor musste Benjamin Kirsten erneut mit einem tollen Reflex klären, nachdem ein Schuss von Klemen Lavric abgefälscht worden war. Ralf Loose brachte danach mit Giannis Papadopoulos und Sascha Pfeffer zwei frische Kräfte ins Spiel, aber für mehr Offensivdrang und damit Entlastung im eigenen Sechszehner sorgte das nicht.

Stattdessen gelang den Gastgebern mit dem zweiten Tor die Vorentscheidung. Gaetan Krebs verwandelte im zweiten Versuch seine Möglichkeit, nachdem Kirsten einen scharfen Schuss aus dem Hinterhalt erst parieren konnte, die Kugel aber direkt vor die Füße des KSC-Spielers fiel. Damit waren die Messen im Wildparkstadion gelesen, denn nach vorn fanden die Pässe der Dynamo-Spieler keinen Abnehmer mehr. Die Badener brachten den Vorsprung sicher ins Ziel und schicken Dynamo mit einer Niederlage zurück an die Elbe.