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4. Spieltag SG Dynamo Dresden - 1. FC Union Berlin

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Dynamo deklassiert Union

Vier Tore ihrer Mannschaft sehen die Dynamofans nicht so oft, doch nach dem Pokalerfolg gegen Leverkusen beschenkten die leidenschaftlich spielenden Dynamo-Kicker am Freitagabend die wunderbare Kulisse im Stadionrund mit einem weiteren emotionalen Höhepunkt.
Trainer Ralf Loose hatte die Startaufstellung im Gegensatz zum Auftritt in Fürth stark verändert. Neben den beiden Neuverpflichtungen, dem Brasilianer Cidimar und Giannis Papadopoulos, durfte auch Sascha Pfeffer von Beginn an dabei sein, dafür musste Marcel Heller zunächst auf der Bank Platz nehmen. Cheikh Gueye, der vor einer Woche bereits eine Halbzeit lang den Rasen umpflügte, feierte nun sein Debüt an der Lennestraße. Das Spiel fing sehr verhalten an. Die Anfangsminuten gehörten Dynamo, doch aus dem Spiel heraus ergaben sich keine nennenswerten Torchancen. Union Berlin ließ in der Abwehr nichts anbrennen und wurde selbst nur bei Standardsituationen gefährlich. Nach einer solchen brannte es allerdings nach zwanzig Minuten im Strafraum der Köpenicker. Nach einem Freistoß von Knoll auf der linken Seite kam der aufgerückte Martin Stoll freistehend zum Schuss. Ohne Kompromisse hämmerte er den Ball in die Maschen und ließ die Dynamofans zum ersten Mal an diesem Abend jubeln.
Nach dem Gegentor zeigten sich die Berliner aber nicht beeindruckt und drückten mächtig auf das Tempo. Mit schnellen Zuspielen in die Spitze oder nach Eckbällen bekamen sie mehrere Chancen. Dabei konnte sich Dennis Eilhoff zweimal glänzend in Szene setzen und den knappen Vorsprung mit sehr guten Paraden festhalten. Bis zur Halbzeit blieb Dynamo weiter selbst aktiv und suchte mit ansehnlichem Konterfußball den Weg nach vorn. Knoll und Cidimar konnten ihre Möglichkeiten jedoch nicht nutzen. Als der Schiedsrichter nach den ersten 45 Minuten zur Pause pfiff, war die Laune der Dynamofans gut, sie sollte sich aber in der zweiten Hälfte noch merklich steigern.
Die Gäste aus Berlin kamen mit viel Schwung aus der Kabine, doch Dynamo spielte effektiver und wurde dafür auch schnell belohnt. Nach einer Ecke von Union konnte Koch über rechts nach vorn ziehen, sein Pass fand einen Abnehmer in Knoll, der allein auf den Torwart zumarschierte und souverän traf. Nach diesem Treffer brachen auf den Rängen alle Dämme, auch die Mannschaft spielte sich in einen Rausch. Jeder Angriff der Schwarz-Gelben wurde von den Fans frenetisch begleitet. Union steckte trotz Rückstand nicht auf und kam erneut nach einer Ecke zu einer Chance, die aber durch Bregerie geklärt werden konnte. Das Spiel wurde nun ruppiger, die Dynamo-Spieler konnten nur durch Fouls gebremst werden. Einen dieser Freistöße brachte Knoll direkt vor den Torwart, der gerade noch so klären konnte, der Nachschuss von Pfeffer ging knapp über das Tor. Man spürte jetzt, dass hier das nächste Tor in der Luft lag und dieses Gefühl sollte nicht täuschen. Nach einem Pass vom überragenden Knoll fiel der Ball wieder Pfeffer vor die Füße, der keine Mühe hatte, das runde Leder im Kasten der Berliner unterzubringen. Jubelstürme auf den Rängen und ein emotionaler Ausbruch beim Torschützen ließen schon nach einer guten Stunde Spielzeit schwarzgelbe Feierstimmung aufkommen. Kurz nach dem dritten Dynamo-Tor hatte erneut Knoll mit einem Freistoß aus zentraler Position kurz vor der Strafraumgrenze die Gelegenheit zum Zaubern. Er zirkelte den Ball ins rechte obere Eck, doch Union-Keeper Glinker kratze den Ball aus dem Winkel.
Ein Nachsehen hatte er wenig später, als Koch von Knoll hervorragend in Szene gesetzt wurde. Der Stürmer nahm den Ball im Strafraum an und schlenzte ihn mit etwas Glück am Torwart vorbei über die Linie. Das Stadion glich jetzt einem Tollhaus. Nach dieser Aktion war das Spiel faktisch entschieden, denn Union reagierte geschockt und konnte kaum noch Akzente setzen. In den letzten zwanzig Minuten versuchte Dynamo den Ball laufen zu lassen, doch nach einem dreifachen Wechsel auf Dresdner Seite zeigte die kämpferische und läuferische Leistung ihre Folgen. Das Spielniveau stagnierte auf beiden Seiten. Union gab sich zwar nicht auf, fand aber keinen Weg mehr vor das gegnerische Tor. Koch, der über 90 Minuten die Kapitänsbinde von Fiel trug, ließ noch einmal seine Künste aufblitzen, als er erst über die linke Seite nach vorn lief und auf dem Weg zum Strafraum gleich mehrere Spieler der Köpenicker mit einer Samba-Einlage stehen ließ.
Mit der stimmgewaltigen Kulisse im Rücken sicherte Dynamo das Ergebnis und konnte am Ende einen deutlichen Heimsieg feiern, der nach einer famosen Leistung in der zweiten Halbzeit auch in dieser Höhe absolut verdient ausfiel.