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34. Spieltag FSV Frankfurt - SG Dynamo Dresden

Dynamo auf Titeljagd! Werden die Schwarz-Gelben bester Aufsteiger?

Es ist immer etwas Besonderes, das letzte Spiel einer Saison. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, als die Kicker und Fans der SG Dynamo Dresden noch mitten in einem grandiosen und nervenaufreibendem Herzschlagfinale mitfiebern und zittern konnten, hat sich spätestens nach dem umjubelten Heimsieg gegen den FC St. Pauli eine Glückseligkeit rund um den Verein breit gemacht. Bevor es für die Schützlinge von Dynamo-Trainer Ralf Loose jedoch in die wohlverdienten Ferien geht, steht das letzte Pflichtspiel an. Die Reise führt die Schwarz-Gelben nach Frankfurt. Im Schatten der großen Eintracht hält sich der FSV Frankfurt seit der Saison 2008/09 in der 2. Bundesliga und hat auch diesmal vor allem durch eine deutliche Leistungssteigerung in der Rückrunde den Klassenerhalt frühzeitig gesichert.

Die Partie zwischen den Hessen und Dynamo könnte man deshalb wohl auf dem Papier als Kampf um die Goldene Ananas ausrufen, allerdings dürfte das bei beiden Mannschaften keine große Rolle spielen. Die Gastgeber wollen vor heimischen Publikum nicht enttäuschen und den Schwarz-Gelben winkt der inoffzielle Titel des besten Aufsteigers, der gleichzeitig mit Platz 8 in der Tabelle belohnt wird, den die Sachsen mit ihrem Sieg gegen St. Pauli am letzten Spieltag eroberten. Ein erfolgreiches Spiel würde eine bisher sensationelle Saison krönen. „Die Mannschaft hat in der Woche gut gearbeitet und war mit Spaß bei der Sache. Ich habe gemerkt, dass alle mit viel Ehrgeiz ausgestattet sind und das Spiel unbedingt gewinnen wollen“, zieht Co-Trainer Nico Däbritz eine kleine Bilanz der letzten Trainingstage. „Es gibt auch noch Geld zu verdienen und eine extra Motivationsspritze brauchen wir nicht, weil wir mit einem positiven Erlebnis alle glücklich in den Urlaub gehen möchten.“ Und allein die Tatsache, dass die Hessen auf ihrer Baustelle mit einem ausverkauften Haus rechnen, insgesamt werden über 10.000 Zuschauer erwartet, zeigt den Stellenwert der Partie. Die Anzahl der in Dresden verkauften Gästekarten macht deutlich, dass die Schwarz-Gelben in der Pflicht stehen, ihren mitreisenden Fans einen stimmungsvollen und freudigen Saisonabschluss zu bescheren.

Dynamo-Trainer Ralf Loose, der zur Spielerbeobachtung quer durch Europa reist, um potenzielle Neuzugänge unter die Lupe zu nehmen und deshalb zur Pressekonferenz vor dem Spiel von seinem Assistenten Nico Däbritz vertreten wurde, muss in Frankfurt auf seinen etatmäßigen Rechtsverteidiger Cheikh Gueye verzichten. Der Senegalese kassierte gegen St. Pauli seine fünfte Gelbe Karte. Mit Romain Brégerie wird ein weiterer Abwehrspieler fehlen. Der Franzose fällt mit muskulären Problemen aus. Martin Stoll und Toni Leistner rutschen in den Kader und dürfen sich Hoffnungen auf einen Einsatz machen. Einer ist vor dem Duell mit den Hessen ganz besonders gut drauf. Nach zwei Auftritten in den beiden DFB-Pokalspielen gegen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund steht Alexander Schnetzler nun vor seinem Punktspiel-Debüt im schwarz-gelben Trikot. „Es ist schön, wenn man als Alternative gehandelt wird. Ich würde mich freuen, wenn es klappt, lasse mich aber überraschen“, sagt der Pokalheld und blickt auf seine bisherige Saison zurück. „Natürlich bin ich aus meiner Sicht nicht zufrieden, aber Cheikh Gueye hat seine Sache immer gut gemacht. Ich habe es einfach nicht geschafft, an ihm vorbeizukommen.“

Mit seinen Kollegen steht der Abwehrspieler nun vor einer Charakterprobe, wie es Co-Trainer Nico Däbritz formuliert. Schon das erste Aufeinandertreffen im Hinspiel ließ deutlich werden, dass die Frankfurter keine Mannschaft sind, die leicht zu bezwingen ist. Trotz zweimaliger Führung reichte es damals nur zu einem 2:2-Unentschieden. Obwohl Dynamo Dresden in den letzten sechs Spielen nur einmal ohne Punkte vom Platz ging, die Hessen dagegen nur einen Dreier einfahren konnten, dürfte wohl bei beiden Teams die Tagesform entscheidend sein, um das Spiel für sich zu entscheiden.

Die Partie steht unter der Leitung von Christian Fischer aus Hemer. Anpfiff ist um 13:30 Uhr, die Stadiontore öffnen zwei Stunden früher. In Dresden wurden 2.500 Karten für den Gästebereich verkauft, erwartet werden über 10.000 Besucher.

Unentschieden beim Saisonfinale

Dynamo Dresden hat im letzten Saisonspiel beim FSV Frankfurt ein 1:1-Unentschieden erkämpft. Nach der Führung durch Zlatko Dedic in der 57. Minute konnten die Gastgeber durch Ilian Micanski in der 73. Minute ausgleichen. Damit beendet die Schwarz-Gelben die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Vor dem Spiel musste Dynamo-Trainer Ralf Loose kurzfristig seine Innenverteidigung umstellen, da Vujadin Savic mit Magenproblemen nicht einsatzbereit war. Für ihn rückte Martin Stoll ins Abwehrzentrum neben Florian Jungwirth, der Romain Brégerie ersetzte. Auf der Rechtsverteidiger-Position kam Alexander Schnetzler zu seinem ersten Zweitliga-Einsatz für Dynamo Dresden.

Die ersten Spielminuten bestimmten die Gastgeber das Geschehen auf dem gut bespielbaren Rasen, während die schwarz-gelben Schlachtenbummler das Gesangsduell auf den Rängen für sich entscheiden konnten. Vor allem Ilian Micanski sorgte mit seinen Antritten für Torgefahr vor dem Kasten von Benjamin Kirsten, der zudem mit einer tadellosen Leistung sein Team vor dem Rückstand bewahrte. Nach 20 Minuten war er zur Stelle und parierte einen Schuss des FSV-Stürmers in großartiger Manier. Für die größte Chance der Dresdner sorgte dann mit Manuel Konrad ein Spieler der Hessen, der eine Freistoß-Flanke per Kopf fast ins eigene Tor verlängert hätte, doch der Ball ging knapp am linken Toreck vorbei. Zlatko Dedic hatte nach einer halben Stunde dann doch die Dresdner Führung auf dem Fuß, doch sein Drehschuss aus sechs Metern landete neben dem rechten Pfosten. Bis zur Pause bemühten sich die Hessen, ihren Fans ein Tor zu schenken, aber neben der sicher stehenden Dynamo-Abwehr sorgten auch ihre Verzweiflungsschüsse aus der Distanz für Unzufriedenheit beim Halbzeitpfiff.

Die Intensität der Frankfurter Offensivbemühungen zeigen sich in der Statistik zum Spiel, die nach 90 Minuten ein Flankenverhältnis von 32:10 für die Gastgeber ausweist. Bei den Spielanteilen waren beide Teams auf Augenhöhe (50:50), während die Schwarz-Gelben fast jeden dritten Zweikampf gewinnen konnten, was wiederum den großen Kampfeswillen und eine bravouröse Abwehrarbeit bescheinigt.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bließen die Gastgeber erneut zum Angriff und forderten nach nur wenigen gespielten Sekunden einen Elfmeter, als plötzlich Ilian Micanski im Strafraum lag. Der Pfiff blieb aber aus und mit Wut im Bauch stürmten die Hessen weiter nach vorn und hatten durch Marcel Gaus eine weitere dicke Gelegenheit, doch der Mittelfeldspieler schob die Kugel an Benjamin Kirsten und dem Pfosten vorbei. Die Dresdner Führung fiel dann wie aus dem Nichts. Mickael Poté verlängerte einen langen Ball per Kopf auf seinen Sturmpartner Zlatko Dedic. Der Slowene hob die Kugel mit einer Bogenlampe ins Tor und ließ die ca. 3.000 mitgereisten Anhänger der Schwarz-Gelben jubeln. Wenige Minuten später hatte Mickael Poté die riesengroße Chance, die Vorentscheidung zu erzwingen. Nachdem er Patric Klandt im Frankfurter Tor bereits ausgespielt hatte, traf er aus spitzem Winkel nur das Außennetz. So kamen die Gastgeber kurz darauf zum verdienten Ausgleich, als nach mehreren Kombinationen Ilian Micanski im Strafraum frei stand und aus wenigen Metern den Ball über die Linie drücken konnte.

Fast hätte es für Dynamo doch noch zum Sieg gereicht, denn in der Schlussphase lag der Ball plötzlich wieder im Frankfurter Tor. Mickael Poté hatte sich im Strafraum-Gewusel gegen den Frankfurter Keeper durchgesetzt, dabei allerdings zu harten Einsatz gezeigt. Deshalb ließ Schiedsrichter Christian Fischer den Treffer nicht zählen und unterbrach die Jubelfeiern der Spieler und Fans. So konnte sich der Slowene Zlatko Dedic mit seinem dreizehnten Saisontor die interne Torschützen-Krone sichern.

Die letzten Minuten im Spiel nutze Ralf Loose nochmal für einen dreifachen Wechsel, aber entscheidende Impulse ergaben sich daraus nicht mehr. So blieb es am Ende bei einem Remis, das aus schwarz-gelber Sicht in Ordnung geht und für Frankfurt verdientermaßen ausfällt. Durch den Braunschweiger Sieg gegen Ingolstadt (3:1) zogen die Niedersachsen zwar in der Tabelle an Dynamo wieder vorbei, aber Platz 9 in der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg ist ein Ergebnis, dass sich nicht nur sehen lassen kann, sondern vor der Spielzeit definitiv niemand so erwartet hat.

Nun verabschieden sich die Spieler und der Trainerstab zunächst erst einmal in den Urlaub, um sich von den Strapazen der letzten Wochen zu erholen. Ende Mai geht es dann schon wieder mit der Trainingsvorbereitung los. Bis dahin wünschen wir allen Dynamo-Fans und Freunden des Vereins ebenso die Gelegenheit, ein wenig durchzuschnaufen, um mit voller Elan in die nächste Runde des Zweitliga-Abenteuers zu starten.