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6. Spieltag MSV Duisburg - SG Dynamo Dresden

Wir müssen die Wut auf den Platz bringen!

Die SG Dynamo Dresden trifft am sechsten Spieltag der laufenden Zweitliga-Saison auf den MSV Duisburg. Die Anreise ins Ruhrgebiet absolviert die Mannschaft erstmals in dieser Saison per Flugzeug. Nach dem Abschlusstraining fliegt die Mannschaft am Donnerstagabend inklusive Trainer- und Betreuerstab von Dresden-Klotzsche nach Düsseldorf. Nach gut einstündiger Flugzeit geht es für die Loose-Schützlinge mit dem Mannschaftsbus direkt ins Quartier nach Duisburg.

Zuvor blickte Ralf Loose während der Spieltags-Pressekonferenz im „glücksgas stadion“ noch einmal mit ruhiger Stimme auf die Vorkommnisse des vergangenen Wochenendes zurück und ließ seinen Emotionen über die Schiedsrichterentscheidungen im Allgemeinen und das zu unrecht aberkannte Knoll-Tor im Speziellen freien Lauf: „Wir müssen gegen den MSV die Wut auf den Platz bringen!“ Dass das Spiel für Dynamo als Aufsteiger gegen die angeschlagenen Duisburger, die in den ersten fünf Spielen erst zwei Punkte holen konnten, kein Selbstläufer wird, brauchte Ralf Loose nicht extra zu betonen: „Wenn wir morgen einen Punkt in Duisburg holen würden, wäre das gut, denn so könnten wir einen Konkurrenten in der Tabelle auf Distanz halten.“

Die Marschrichtung für die Partie stellte der Cheftrainer nochmals deutlich heraus: „Keiner soll mit angezogener Handbremse auftreten! Spieler mit Trainingsrückstand sollen Vollgas geben, solange sie können und dann eben gegebenenfalls in Abhängigkeit des Spielverlaufes ausgewechselt werden – wir müssen gegen die Duisburger als Team geschlossen unser Leistungsvermögen auf den Platz bringen.“ Ralf Loose hat die beiden vergangenen Spiele der Mannschaft von Milan Šaši? genau analysiert und versucht jetzt, die optimale Mannschaftsaufstellung für den kommenden Gegner zu finden. Änderungen in der Startaufstellung wird es in jedem Fall geben, da sich das Dynamo-Lazarett unter der Woche wieder etwas vergrößert hat. So befindet sich Mannschafts-Kapitän Cristian Fiel nach abgesessener Rot-Sperre und überstandenem Virus-Infekts noch im Aufbautraining. Ob Filip Trojan gegen seinen Ex-Klub wieder von Anfang an ran darf, ist „gut möglich“, aber wohl noch nicht abschließend durch den Chefcoach entschieden. Sicher scheint hingegen die Rückkehr von Marcel Heller zu sein. Der Ex-Frankfurter wird aller Voraussicht nach den Platz auf der rechten Außenbahn einnehmen, da Sascha Pfeffer aufgrund eines Magen-Darm-Infekts nicht mit nach Duisburg reisen kann.

„Ob in Koblenz, Kaiserslautern oder jetzt in Duisburg, der Trainer lässt bei seinen Mannschaften taktisch immer gleich spielen: Er will mit langen Bällen auf die Stürmer und eben auch durch gefährliche Standardsituationen zum Torerfolg kommen. Der MSV hat eine handvoll Spieler in der ersten Elf, die über 1,90 Meter groß sind. Davor müssen wir gewarnt sein und insbesondere bei ruhenden Bällen aufmerksam und konzentriert verteidigen“, fasste Duisburg-Experte Filip Trojan die Gefährlichkeit seiner ehemaligen Teamkollegen kompakt zusammen.

Der MSV hat „vor der Saison viel Geld in seine neue Mannschaft investiert“ und ist mit großen Ambitionen in die neue Spielzeit gestartet. Das Sasic-Team findet sich jedoch nach fünf Spieltagen – sicherlich auch zur eigenen Überraschung – im Tabellenkeller der Zweiten Bundesliga wieder. „Die Erwartungen in Duisburg sind groß. Wenn die Spieler nicht 100 Prozent bringen oder eben nicht die erwarteten Ergebnisse eingefahren werden können, kippt die Stimmung im Umfeld schnell“, sagte Trojan zum enttäuschenden Saison-Start seines Ex-Clubs und beschrieb die Atmosphäre in der Arena des MSV wie folgt: „So laut wie bei unseren Heimspielen in Dresden wird es beim MSV nie!“

In Duisburg rechnet man für die Freitagabendpartie mit circa 13.000 Zuschauern, darunter werden mehr als 1.500 Dresdner erwartet. Die Tageskassen am Gäste-Block werden gleichzeitig mit den Stadiontoren, um 16 Uhr, geöffnet. Es gehen mehr als 1.000 Tickets für Dynamo-Fans in den freien Verkauf.

Folgende Spieler können die Reise nach Duisburg verletzungs- oder krankheitsbedingt nicht antreten: Kapitän Cristian Fiel (Aufbautraining nach Virus-Infekt), Alexander Schnetzler (die Fäden der Risswunde auf der Kopfhaut konnten noch nicht entfernt werden), Lars Jungnickel (Virus-Infekt), Sascha Pfeffer (Magen-Darm-Infekt), Benjamin Kirsten (Reha nach Schambeinentzündung) und Gerrit Müller (Reha nach Kreuzband-OP). Sebastian Schuppan konnte hingegen das Abschlusstraining am Donnerstagnachmittag ohne Probleme absolvieren und wird aller Voraussicht nach morgen einsatzfähig sein.

Die Partie gegen den MSV Duisburg wird unter der Leitung von Benjamin Cortus aus Nürnberg ausgetragen. Der 29-jährige Referee feiert beim Anpfiff, um 18 Uhr, in der „Schauinsland-Reisen-Arena“ seine Zweitliga-Premiere.

Dynamo verliert in Duisburg

Nach 90 Minuten heißt der Sieger MSV Duisburg. Nach einem zerfahrenen Beginn in den ersten 25 Minuten mit vielen Ballverlusten auf beiden Seiten und wenigen Chancen kam die Partie ab Mitte der ersten Hälfte etwas mehr in Schwung. Mit Möglichkeiten zuerst für den MSV und kurz vor der Pause auch mit einem Latten-Lupfer von Trojan endete die erste Hälfte aus Dresdner Sicht leider noch nicht. Denn mit der letzten Aktion schoß Bajic unbedrängt eine Ecke zum Duisburger Führungstreffer ein. Mit dem 0:1-Rückstand ging es für die Loose-Elf in die Halbzeit.

Die zweite Hälfte begann gleich wieder mit hochkarätigen Chancen für Duisburg, die auf die Entscheidung drängten. Dynamo gab sich aber noch nicht geschlagen: Brégerie spielte Heller mit einem langen Pass auf links frei, doch der Ex-Duisburger vergab zum eigenen Ärger die Möglichkeit zum Ausgleichstreffer freistehend aus ca. elf Metern. Trainer Ralf Loose versuchte nochmals, mit frischen Kräften (Knoll, Poté und Cidimar) die wenig durchschlagkräftige Dynamo-Offensive anzukurbeln. Das Team um Ersatz-Kapitän Robert Koch wusste sich in der Folgezeit jedoch nicht mehr für den hohen Aufwand zu belohnen.

Der MSV machte mit dem zweiten Treffer des Spieles durch Jula (79.) spät den Deckel auf die Partie. Den traurigen wie unglücklichen Schlusspunkt setzte Dynamos Abwehrspieler Gueye mit seinem Eigentor in der Nachspielzeit – 0:3! Der MSV punktet somit zum ersten Mal in der laufenden Zweitliga-Saison dreifach und verschafft sich damit etwas Luft im Tabellenkeller. Die Schwarz-Gelben haben trotz der deutlichen Auswärtsniederlage gezeigt, dass sie spielerisch bereits in der 2. Bundesliga angekommen sind. Genau das sollte Mut für die nächsten Spiele im Kampf um den Klassenerhalt machen.