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2012/13 SG Dynamo Dresden - FC Hradec Kralove

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Sehenswerter Schlagabtausch mit vielen Toren

Dynamo Dresden hat am Samstagnachmittag in einem Testspiel den tschechischen Erstligisten Hradec Kralove mit 5:2 (3:0) geschlagen. Die Dynamo-Tore erzielten in Freiberg vor 1.152 Zuschauern zweimal Mickael Poté, Romain Brégerie, Idir Ouali und Giannis Papadopoulos. Für die Gäste traf Halilovic doppelt.

Während der zweite schwarz-gelbe Anzug am Freitagnachmittag in Dresden-Weißig beim Test gegen den polnischen Vizemeister Pogon Stettin noch von herbstlichen Winden und anhaltendem Regen gebeutelt wurde, testete Ralf Loose seine erste Elf am Samstag bei feinstem Spätsommerwetter. Dynamo nahm das Heft des Handelns von Beginn an in die Hand und eröffnete das Spiel mit einem schnellen Tor. Idir Ouali ließ nach zwei Minuten an der rechten Eckfahne ebenso viele Gegner stehen und wurde vom dritten im Strafraum regelwidrig gestoppt. FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer, der mit der insgesamt sehr fair geführten Partie keine Probleme hatte, deutete sofort auf den Punkt. Mickael Poté ließ sich die Chance nicht entgehen und drückte den Ball mit der Innenseite flach ins Eck. Die Tschechen zeigten sich beeindruckt und Dynamo machte weiter mächtig Dampf. Nach einem eigentlich etwas zu lang geratenem flachen Ball ins Sturmzentrum reagierte der Torwart der Tschechen zu spät, so dass Mickael Poté noch vor ihm an den Ball kommen konnte, sich das Spielgerät vorbeilegte und in der 9. Minute bereits seinen zweiten Treffer der Partie markierte.

Auch danach blieben die Dresdner auf dem etwas tiefen Freiberger Geläuf am Drücker und ließen die in weiß spielenden Gäste nicht zur Entfaltung kommen. Nach einem Eckball holte sich Robert Koch den zweiten Ball, bekam jedoch nicht genügend Druck hinter die Kunststoffkugel, weshalb der tschechische Schlussmann Jiri Lindr letztlich keine Schwierigkeiten hatte, den Schuss zu entschärfen (20.). Dessen Vorderleute tauchten nur selten vor dem Tor der „Heimmannschaft“ auf. In der 28. Minute prüfte Dusan Uskovic Benjamin Kirsten mit einem Distanzschuss aufs kurze Eck, konnte dem Ball jedoch nicht genügend Fahrt mitgeben. Abgesehen davon kam der Dresdner Schlussmann meist nur dann an den Ball, wenn Brégerie und Co. ihn in den Spielaufbau einbezogen. Der französische Abwehrchef operierte immer wieder mit langen Diagonalbällen auf den linken Flügel, wo Filip Trojan sich oft gut freilief. Nach einem zu hoch justierten Schuss von Anthony Losilla (30.) hatte Romain Brégerie dann seinen großen Auftritt vor dem Kasten von Jiri Lindr. Tomas Rezek hatte Florian Jungwirth gefoult und der Franzose brachte „einen nicht nur mit Gewalt geschossenen“ (Ralf Loose), kurz vorgelegten Freistoß aus 18 Metern leicht abgefälscht im linken Angel unter – 3:0 nach 33 Minuten.

Auch mit der nun deutlichen Führung im Rücken ließ Dynamo nicht nach. In Minute 37 spielte Koch auf rechts Idir Ouali frei, der sich mit einer Finte zur Grundlinie durchtankte, jedoch mit seiner flachen Eingabe keinen Abnehmer fand. Kurz darauf gelang den Dresdnern fast der vierte Treffer: Nach Flanke von Trojan ließen die Tschechen Mickael Poté zu viel Platz, der den Kopfball jedoch nur an die Latte nagelte (40.). Vor der Pause prüfte auch noch Filip Trojan seinen Landsmann im Tor von Hradec Kralove: Robert Koch hatte sich den Ball im Mittelfeld erkämpft und die Kugel dann im Liegen zu Mickael Poté gespitzelt, der Trojan auf links einsetzte. Doch Jiri Lindr parierte dessen strammen Flachschuss mit einer Fußabwehr (43.).

Zur Halbzeit brachte Ralf Loose David Solga für Anthony Losilla und Lynel Kitambala für Filip Trojan. Auch die Gäste wechselten zweimal: Für Petr Janosik und Tomas Rezek kamen Pavel Dvorak und Michal Pavek. Vor allem Pavel Dvorak sorgte nun auf der linken tschechischen Angriffsseite immer wieder für Alarm und brachte Cheikh Gueye mehrmals in Verlegenheit. Unterstützt wurde er dabei vom tschechischen Siebener, Vojtech Stepan, der sich mit seinem Dresdner Pendant Idir Ouali einige hitzige Laufduelle lieferte. Bei den Dresdnern ließ die Konzentration im zweiten Durchgang etwas nach, woraus der Gegner Kapital schlug. Immer wieder war es Vojtech Stepan, der Lücken in die rechte Seite der Dresdner Abwehr reißen konnte. Die Tschechen kontrollierten das Spiel nun etwas besser – und kassierten doch das vierte Gegentor. Nach einem Eckball konnten sie sich nicht befreien, der Ball fiel Idir Ouali am Strafraum vor den linken Fuß, von wo aus er trocken und flach zum 4:0 im langen linken Eck einschlug (58.).

Sollte es die erste Nullnummer für Benny Kirsten werden? Fehlanzeige. In der 67. Minute bediente der eingewechselte Pavel Dvorak seinen Kollegen Emir Halilovic, dessen Spannstoß Romain Brégerie unglücklich ins eigene Tor abfälschte. Ralf Loose rotierte weiter, brachte Toni Leistner für Bjarne Thoelke, Pavel Fort für Mickael Poté, Tobias Jänicke für Idir Ouali und Cüneyt Köz  für Cheikh Gueye (70.) Sieben Minuten später ließen die nun von den Dresdner Nachlässigkeiten profitierenden Tschechen noch einen zweiten Treffer folgen: Haris Harba spielte den Ball sehenswert flach in die Nahtstelle der Abwehr, Romain Brégerie verlor ausnahmsweise einen Zweikampf, was abermals Emir Halilovic mit einem gefühlvollen Chip über Benny Kirsten ins lange Eck ausnutzte. Den Schlusspunkt setzte Giannis Papadopoulos mit einem sehenswerten Volleyspannstoß: Einen geklärten Ball nahm er aus 25 Metern direkt und jagte den Ball ins linke Toreck. Lindr war zwar unten, konnte jedoch nicht mehr abwehren (87.).

So setzte sich Dynamo zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen souverän gegen einen Erstligisten durch, konnte jedoch beide Male nicht zu Null spielen.  Dresdens Cheftrainer Ralf Loose und 1.152 Zuschauer im Freiberger „Stadion Platz der Einheit“ sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten, in deren zweiter „Leichtsinn und ein Schuss Überheblichkeit“ (Ralf Loose) dem Gegner zwei Treffer ermöglichten. Dennoch zog Ralf Loose ein insgesamt positives Fazit. „Das waren zwei ordentliche Tests gegen Erstligisten, in denen wir uns jeweils überzeugend verkauft haben. Mit Braunschweig kommt nun jedoch ein anderes Kaliber. Unser Ziel ist es gleichwohl, ihnen die erste Niederlage beizubringen“, formulierte der Dresdner Cheftrainer das Ziel für die nächste Woche.