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Vorbereitung SG Dynamo Dresden - Dukla Prag

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Testspiel verloren, viele Erkenntnisse gewonnen

Etwa 500 Zuschauer fanden sich am Freitagnachmittag bei kühlen Temperaturen auf dem Sportplatz Bodenbacher Straße ein, um das Testspiel der Schwarz-Gelben gegen Dukla Prag zu sehen. Nach einer torlosen ersten Hälfte gingen die Gäste nach einem Heber von Pospech in Führung (55.). Filip Trojan konnte nach einer Vorlage von Soufian Benyamina ausgleichen (73.), ehe Albiach mit einem Schlenzer ins lange Eck das Siegtor für die Tschechen erzielte (76.).

Dynamo-Trainer Olaf Janßen nutzte das Testspiel, um verschiedene taktische Spielformen zu probieren und ließ zunächst mit Mickael Poté nur eine nominelle Spitze auflaufen. Hinter dem Stürmer agierte im offensiven Mittelfeld ein Trio mit Robert Koch, Idir Ouali und dem rumänischen Probespieler Cristian Muscalu. Neben Anthony Losilla feierte Tobias Kempe nach langer Verletzungspause auf der Sechser-Position sein Comeback auf dem grünen Rasen. Die Viererkette bildete das zuletzt auch in der zweiten Liga zum Einsatz gekommende Quartett, bestehend aus Thorsten Schulz, Romain Brégerie, Adam Susac und Cheikh Gueye. Im Tor stand Florian Fromlowitz.

Die Anfangsphase gehörte den Gästen aus Tschechien, die nach acht Minuten auch für das erste Achtungszeichen sorgten. Nach einer Hereinhgabe kam ein Prager Spieler unter Bedrängnis am Elfmeterpunkt an den Ball. Sein Schuss aus der Drehung flog an den Innenpfosten und rollte von dort ins Feld zurück. Gueye konnte die Situation mit einem Befreiungsschlag jedoch schnell bereinigten. Die Schwarz-Gelben fanden danach besser ins Spiel und kombinierten sich unter häufiger Einbeziehung der beiden Außenbahnen immer wieder nach vorn. Die beste Gelegenheit für ein Dresdner Tor hatte nach einer solchen Angriffsform Robert Koch, der mit dem Fuß ein flaches Zuspiel von Gueye erreichte, den Ball aber knapp über die Querlatte beförderte. Dynamo-Cheftrainer Olaf Janßen gab an der Seitenlinie während der 90 Minuten lautstarke Anweisungen und fungierte als Motivator für seine Jungs. Nach einer halben Stunde hatten die Zuschauer ein weiteres Mal den Torschrei auf den Lippen, als aus dem Gewühl im Strafraum ein Schuss auf das Dukla-Tor kam, den der Prager Keeper aber stark parierete. Gefährliche Strafraumszenen ergaben sich für die Schwarz-Gelben hauptsächlich nach Flanken, doch ein Treffer blieb ihnen trotz zahlreicher Bemühungen verwehrt. Dukla Prag, vor der Saison in die erste tschechische Liga aufgestiegen, bot der Dynamo-Elf wenige Räume und forderte von den Schwarz-Gelben auch im Abwehrverhalten vollste Konzentration ab. Kurz vor der Halbzeit wollten die Gäste einen Elfmeter zugesprochen bekommen, nachdem ein Mitspieler im Strafraum zu Boden ging, aber Schiedsrichter Alexander Sather aus Grimma ließ weiterlaufen. Mit einem torlosen Unentschieden ging es nach temporeichen 45 Minuten in die Halbzeitpause.

Olaf Janßen wechselte fast die komplette Mannschaft aus. Nico Pellatz übernahm die Torhüter-Position hinter einer Viererkette, bestehend aus Christoph Menz, Alban Sabah, der auch nach langer Auszeit wieder ins Dynamo-Trikot schlüpfte, Toni Leistner und Sebastian Schuppan. Im Mittelfeld brachte Cristian Fiel, der heute ebenfalls nach langer Abstinenz wieder zum Einsatz kam, mit Filip Trojan reichlich Routine ins Spiel. Tobias Müller und Muscalu, der als Einziger auch nach der Pause auf dem Feld stand, sollten über die Außen das neue Sturmduo Soufian Benyamina und Amine Aoudia mit Vorlagen füttern.

Den ersten Torschuss im zweiten Durchgang gab Benyamina ab. Die neuformierte Dynamo-Elf ließ sich im weiteren Spielverlauf von den Gästen überrumpeln, die gleich mehrfach gefährlich vor dem Tor der Schwarz-Gelben auftauchten. Mit Bravour meisterte Nico Pellatz zwei brenzlige Situationen, in denen er mit seinen Paraden die Mannschaft vor dem Rückstand bewahrte. Machtlos war er allerdings in der 55. Minute, als sich der Tscheche Zbynek Pospech im Zweikampf durchsetzen konnte und mit einem Heber den Ball über Pellatz im Kasten unterbringen konnte. Nach der Führung für Dukla Prag agierte die Elf von Janßen zunächst nervös und ermöglichte mit einer unkoordinierten Spielweise den Gästen zahlreiche Möglichkeiten. Eine davon konnte Pellatz mit beherztem Eingreifen verhindern, als er sich vor den heranstürmenden Albiach warf und ihm das Leder mit den Händen vom Fuß spitzelte. Bei der nachfolgenden Ecke kam es vor der Ausführung zu einem Gerangel im Dynamo-Strafraum, das für Dukla-Kapitän Vorel mit einer Gelben Karte endete.

Die Schwarz-Gelben fingen sich schließlich und hätten durch Aoudia fast den Ausgleich markiert. Der algerische Nationalstürmer kam nur wenige Meter vor dem Tor nach einem guten Zuspiel von Benyamina an den Ball, konnte ihn aber nur an den Pfosten setzen. Eine Viertelstunde vor dem Ende brachte Janßen für Muscalu, der bei seiner Auswechslung mit Szenenapplaus von den etwa 500 Zuschauern bedacht wurde, mit Marvin Stefaniak nochmals einen frischen Spieler auf das Feld. Alban Sabah stieg anschließend nach einer Ecke im Strafraum des Gegners am höchsten, brachte mit seinem wuchtigen Kopfball Filip Rada im Prager Tor aber nicht in Bedrängnis.

Dynamo bemühte sich in der Folge weiter um schönen und schnellen Kombinationsfußball und wurde schließlich dafür auch belohnt. Erneut war es Benyamina, der ein Zuspiel in die Mitte brachte, wo Filip Trojan von der Strafraumgrenze zentral vorm Tor abzog und mit seinem Flachschuss zum 1:1 einschoss (73.). Die Anhänger durften allerdings nur drei Minuten auf ein schwarz-gelbes Erfolgserlebnis hoffen. Nestor Albiach vollendete eine Offensivaktion mit einem tollen Tor. Aus gut 20 Metern schlenzte er den Ball freistehend ins lange Eck und ließ Pellatz keine Abwehrchance. (76.). Im Anschluss kam Dynamo zu weiteren Chancen, um den erneuten Ausgleich zu erzielen. Die beste Möglichkeit hatte Fiel. In aussichtsreicher Position schickte der Routinier nach einem ruhenden Ball, der von Trojan flach herein gegeben wurde, das Leder allerdings hoch in den Dresdner Abendhimmel. Auf der anderen Seite verhinderte Pellatz nach einem verdeckten Schuss reaktionsschnell einen dritten Gegentreffer.

Obwohl sich die Schwarz-Gelben durch schnelles Umschalten, direkte Zuspiele und schöne Kombinationen nach vorn arbeiteten, fehlten am Ende die zwingenden Abschlüsse, um die Prager Abwehr in der Schlussphase noch einmal ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. So blieb es beim 2:1 für den tschechischen Erstligisten und Dukla Prag konnte nach 90 Minuten als Sieger vom Platz gehen.