Auswärtsniederlage in Unterzahl
1. FC Heidenheim - SG Dynamo Dresden 5:2 (0:1)
Die SG Dynamo Dresden musste sich am 3. Spieltag der Zweitligasaison 2026/27 dem 1. FC Heidenheim mit 5:2 (0:1) geschlagen geben. Nach einer verdienten Pausenführung sah Thomas Keller nach dem Seitenwechsel Gelb-Rot und die Gastgeber zeigten sich in der Schlussphase gnadenlos effizient.
Cheftrainer Thomas Stamm musste im Vergleich zum 6:0-Pokalauswärtssieg in Münster einmal tauschen: Nicolai Rapp pausierte mit Problemen an der Achillessehne, für ihn startete Lukas Boeder auf der Sechs.
Die Dresdner bestimmten in der Anfangsphase das Geschehen, während Heidenheim zunächst vor allem auf Stabilität im Aufbau bedacht war und erst nach und nach besser in die Partie fand. Der erste Abschluss der Gastgeber ging auf das Konto von Mathias Honsak, dessen Schlenzer jedoch deutlich über das Tor flog. Dynamo blieb in Zweikämpfen, Ballbesitz und Passspiel überlegen, ohne Torhüter Thomas Dähne zunächst ernsthaft zu prüfen.
Nach einer Viertelstunde nahm die Partie mehr Fahrt auf. Ben Bobzien holte eine weitere Ecke heraus, Keller versuchte es aus großer Distanz, und wenig später kam Kapitän Niklas Hauptmann nach Zusammenspiel mit Bobzien aus 17 Metern zum Abschluss. Der Ball rauschte knapp am langen Pfosten vorbei.
30. Minute: Vermeij verwertet Sterner-Ecke
In der 30. Minute belohnte sich Dynamo schließlich für den aktiven Auftritt. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf erarbeiteten sich die Dresdner einen Eckball. Jonas Sterner brachte die Hereingabe scharf an den kurzen Pfosten, Vincent Vermeij stieg hoch und köpfte zum 1:0 für die SGD ein. Auch danach blieben die Gäste dran: Eine Flanke von Hauptmann fand Kaan İnanoğlu, dessen Kopfball Dähne parieren musste.
Heidenheim suchte in der Schlussphase der ersten Halbzeit nach Antworten. Kaufmann scheiterte im Eins-gegen-Eins an Schreiber, der stark parierte. Auf der Gegenseite kam Bobzien mit einem strammen Distanzschuss dem zweiten Dresdner Treffer nahe, ehe eine weitere Sterner-Flanke am Fünfmeterraum Gefahr brachte. Kurz vor der Pause hatte Dynamo sogar die große Chance auf das 2:0: İnanoğlu legte quer auf Haupe, doch dessen zentraler Abschluss wurde von Dähne entschärft.
In der einminütigen Nachspielzeit blieb es beim knappen Vorsprung. Noch einmal musste Schreiber auf der Gegenseite eingreifen und rettete die Führung, ehe Schiedsrichter Felix Bickel zur Pause pfiff. Nach einer intensiven ersten Hälfte führte Dynamo verdient mit 1:0.
Zweite Halbzeit: Dynamo verpasst das 2:0
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Heidenheim kam mit mehr Druck aus der Kabine, doch Dynamo hatte zunächst die große Möglichkeit zum zweiten Treffer: İnanoğlu setzte Vermeij stark in Szene, der Niederländer wurde im letzten Moment am Abschluss gehindert. Auf der anderen Seite rückte Tim Schreiber immer mehr in den Mittelpunkt. Erst parierte er einen wuchtigen Dropkick von Costly, kurz darauf war er auch gegen Zivzivadze stark unten und hielt die Dresdner Führung fest.
67. Minute: Ausgleich & Gelb-Rot für Keller
Die Gastgeber erhöhten nun spürbar die Schlagzahl. Costly setzte eine Direktabnahme an die Latte, Schöppner köpfte wenig später knapp am Pfosten vorbei. In der 67. Minute fiel dann der Ausgleich: Nach einer Ecke bekam Heidenheim den zweiten Ball, brachte ihn erneut ins Zentrum, und Jan Schöppner nickte zum 1:1 ein. Für Dynamo kam es noch bitterer, denn nur kurz darauf sah Thomas Keller nach einem Foul an Costly die Gelb-Rote Karte.
73. Minute: Wagner mit der erneuten Führung & Müller ins eigene Netz
Trotz Unterzahl antwortete die SGD eindrucksvoll. Bobzien drang in den Strafraum ein, kam nach einem Kontakt wieder auf die Beine und legte quer auf Robert Wagner. Der vollendete trocken unter die Latte und brachte Dynamo in der 73. Minute erneut in Führung. Doch die Freude hielt nicht lange: Friedrich Müller wollte eine Hereingabe abfangen und lupfte den Ball unglücklich über Schreiber hinweg ins eigene Tor – 2:2.
Schlussphase: Heidenheim brutal effizient
In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Heidenheim ließ zunächst zwei große Chancen liegen, ehe Oualid Mhamdi in der 87. Minute einen abgewehrten Ball direkt nahm und wuchtig ins kurze Eck zum 3:2 traf. Nur zwei Minuten später köpfte Julian Niehues nach einer Ecke zum 4:2 ein. Dynamo war nun sichtbar angeschlagen, und in der Nachspielzeit konterten sich die Gastgeber sogar noch zum fünften Treffer: Maximilian Breunig stellte auf 5:2.
Die Dresdner gaben sich dennoch nicht auf. Dähne musste zunächst einen harten Distanzschuss von Sterner entschärfen, ehe Sterner in der siebten Minute der Nachspielzeit doch noch traf. Sein Abschluss rutschte irgendwie durch und sorgte für den 5:3-Endstand. Kurz darauf war Schluss: Nach einer Führung zur Pause und einer erneuten Führung in Unterzahl musste sich Dynamo Dresden in einem wilden, dramatischen und am Ende bitteren Spiel beim 1. FC Heidenheim mit 3:5 geschlagen geben.
Die Niederlage gilt es nun schnell abzuschütteln, denn am kommenden Samstag, dem 5. September, gastiert der VfL Bochum zum Topspiel im Rudolf-Harbig-Stadion. Anpfiff ist dann unter Flutlicht 20.30 Uhr.
Aufstellungen:
1. FC Heidenheim: Dähne - Busch (80. Niehues), Mainka, Föhrenbach, Heule - Kerber (56. Mhamdi), Schöppner, Costly, Honsak (56. Hennrich) - Zivzivadze (80. Wagner), Kaufmann (71. Breunig)
SG Dynamo Dresden: Schreiber - Rossipal, Müller, Keller, Sterner - Boeder (68. Oehmichen), Wagner, Hauptmann (71. Muhamedbegovic) - Bobzien (84. Fröling), Vermeij (84. Raschl), İnanoğlu (68. Lemmer)
Tore: 0:1 Vermeij (30.), 1:1 Schöppner (67.), 1:2 Wagner (73.), 2:2 Müller (Eigentor, 77.), 3:2 Mhamdi (87.), 4:2 Niehues (89.), 5:2 Breunig (90.+2), 5:3 Sterner (90.+7)
Gelbe Karten: Keller (26.), Kerber (47.), Honsak (52.), Bobzien (78.)
Gelb-Rote Karten: Keller (69.)
Rote Karten: -
