Profis
19. September 2026 // 22.45 Uhr

Führung gegen Tabellenführer verspielt

Zweikampf zwischen Spielern von Hertha BSC und Dynamo Dresden

Spielbericht: SG Dynamo Dresden – Hertha BSC 1:2 (1:1)


Die SG Dynamo Dresden hat am 6. Spieltag der Zweitligasaison 2026/27 mit 1:2 (1:1) gegen Hertha BSC verloren. Nach der frühen Führung durch Patrice Covic (10.) und dem Berliner Ausgleich vor der Pause (29.) entschied Jón Dagur Thorsteinsson die Partie vor 29.122 Zuschauerinnen und Zuschauern im zweiten Durchgang zugunsten der Gäste (80.).

Dynamos Cheftrainer Thomas Stamm passte seine Startelf im Vergleich zum Unentschieden in Braunschweig auf drei Positionen an: In der Innenverteidigung gab Till Neininger sein Debüt und ersetzte den angeschlagenen Thomas Keller. Als Rechtsverteidiger begann Simon Straudi für Jonas Sterner, auf der rechten Angriffsseite startete Patrice Covic für Kennedy Okpala.

Von Beginn an entwickelte sich eine umkämpfte Partie zwischen den Strafräumen. Beide Mannschaften suchten zunächst häufig den Weg über hohe Bälle, klare Spielkontrolle stellte sich auf keiner Seite ein. Den ersten nennenswerten Angriff verbuchte Dynamo: Alexander Rossipal drang nach einer Kombination um den Strafraum in die Box ein, seine Hereingabe wurde gerade noch zur Ecke geklärt. Auch die folgenden Standards spielte Schwarz-Gelb variantenreich aus und blieb in dieser Phase am Drücker.

10. Minute: Covic mit der verdienten Führung

Der verdiente Lohn folgte in der 10. Minute: Patrice Covic nahm selbst Tempo auf, kombinierte mit Vincent Vermeij und zog anschließend vom Strafraumrand ab. Weil der Abschluss noch abgefälscht wurde, bekam Hertha-Keeper Marius Gersbeck Probleme mit dem Ball – und Dynamo führte früh mit 1:0. Auch danach blieb die Mannschaft von Thomas Stamm griffig, bissig in den Zweikämpfen und suchte weiter den Weg nach vorn.

29. Minute: Ausgleich aus dem Nichts

Hertha brauchte einige Zeit, um besser in die Partie zu finden. Während die Gäste um den Dresdner Strafraum präsenter wurden, überzeugte vor allem der erst 19-jährige Till Neininger als ruhiger Anker in der Defensive. Einen Distanzversuch von Thorsteinsson blockte die Leihgabe vom VfL Wolfsburg, anschließend war Tim Schreiber zur Stelle. Auf der Gegenseite hatte Dynamo die große Möglichkeit zum Ausbau der Führung: Covic setzte sich rechts stark durch und legte butterweich an den Fünfmeterraum, doch Vermeij setzte seinen Abschluss am langen Pfosten vorbei. Statt des möglichen 2:0 fiel wenig später der Ausgleich: In der 29. Minute durfte Jón Dagur Thorsteinsson aus 19 Metern abziehen und traf flach ins lange Eck zum 1:1.

Der Treffer brachte die Berliner zurück ins Spiel, während Dynamo sich über ausgelassene Chancen ärgern musste. Kurz nach dem Ausgleich schoss Oluwaseun Adewumi nach einer Hereingabe aus der Rücklage vorbei.

In den letzten Minuten der ersten Hälfte drückten beide Teams auf die Führung. Ben Bobzien zwang mit einem Schlenzer vom Strafraumrand Gersbeck zu einer Parade (42.). Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es dann im Dresdner Strafraum brenzlig: Zunächst klärte Simon Straudi für den bereits geschlagenen Schreiber auf der Linie nach einem Schuss von Sebastian Grönning, anschließend rettete die schwarz-gelbe Defensive im Verbund. So blieb es nach intensiven ersten 45 Minuten beim 1:1.

Zweite Halbzeit: Offener Schlagabtausch & VAR-Eingriff

Nach dem Seitenwechsel kam Dynamo erneut druckvoll aus der Kabine. Schwarz-Gelb suchte sofort wieder den Weg nach vorn, doch im letzten Drittel fehlte die nötige Präzision. Auf der Gegenseite hatte Hertha die Riesenchance: Adewumi legte in der 53. Minute quer auf Nilsson, der aus drei Metern über das leere Tor schoss.

Nur wenig später wurde es erneut brenzlig. Erst ließ Vincent Vermeij in aussichtsreicher Position die direkte Abschlussmöglichkeit liegen, im Gegenzug flankte Josip Brekalo an den langen Pfosten, wo sich Oluwaseun Adewumi durchsetzte und traf. Der vermeintliche Hertha-Treffer wurde nach VAR-Eingriff jedoch wegen eines Handspiels aberkannt – Dynamo hatte Glück, weiter beim 1:1 zu bleiben.

Die SGD blieb offensiv bemüht, brachte sich aber zu oft durch Ungenauigkeiten um bessere Möglichkeiten. Thomas Stamm reagierte und brachte Christoph Daferner sowie Tobias Raschl für Vermeij und Niklas Hauptmann. Kurz darauf hatte Dynamo die nächste große Gelegenheit: Bobzien legte von der Grundlinie scharf quer, doch die Berliner Defensive bekam vor Daferner noch ein Bein dazwischen.

In dieser Phase blieb die Partie völlig offen. Auf der einen Seite köpfte Thorsteinsson über das Tor, auf der anderen Seite erspielte Simon Straudi eine Ecke für Dynamo. Beide Trainer wechselten mehrfach: Bei Dresden kamen unter anderem Jonas Sterner, Friedrich Müller und Jakob Lemmer, Hertha brachte Deyovaisio Zeefuik und Farid Alfa-Ruprecht. Gerade Alfa-Ruprecht hatte kurz nach seiner Einwechslung die große Chance zur Berliner Führung, doch Tim Schreiber parierte stark.

80. Minute: Thorsteinsson statt Daferner - Hertha dreht die Partie

Die Entscheidung fiel schließlich in der 80. Minute – aus Dresdner Sicht besonders bitter. Daferner erhielt im Strafraum den Ball und hätte auf den einlaufenden Jakob Lemmer querlegen können, entschied sich aber selbst für den Abschluss. Im direkten Gegenzug durfte Thorsteinsson erneut zu frei abschließen und traf zum 1:2 für Hertha. Dynamo warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorn, verlor im Aufbau aber zu schnell die Bälle, während die Gäste defensiv clever zustellten.

Fünf Minuten Nachspielzeit gab Schiedsrichter Christian Dingert noch obendrauf, doch Hertha verteidigte den Vorsprung konzentriert. Schreiber verhinderte in der Nachspielzeit mit einer starken Parade gegen einen Distanzschuss sogar noch das 1:3. Am Ende musste sich die SG Dynamo Dresden trotz eines intensiven Auftritts und guter Chancen mit 1:2 geschlagen geben.

Nun wartet eine Länderspielpause auf die Liga. Weiter geht´s für die SGD mit dem Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück am Samstag, dem 10. Oktober (Anpfiff: 13 Uhr).

Aufstellungen:

SG Dynamo Dresden: Schreiber – Rossipal, Muhamedbegovic, Neininger, Straudi (74. Sterner) – Rapp (74. Müller), Hauptmann (66. Raschl), Wagner – Bobzien, Covic (74. Lemmer), Vermeij (66. Daferner)

Hertha BSC: Gersbeck – Eitschberger (74. Zeefuik), Gechter, Kolbe, Pedersen – Seguin, Sessa (89. Klemens) – Thorsteinsson (86. Gouram), Adewumi (74. Alfa-Ruprecht), Brekalo – Grönning (46. Nilsson)

Tore: 1:0 Covic (10.), 1:1 Thorsteinsson (29.), 1:2 Thorsteinsson (80.)

Gelbe Karten: Wagner (32.), Muhamedbegovic (37.), Pedersen (37.), Brekalo (42.)
Gelb-Rote Karten:  -
Rote Karten: -


 

Tabelle

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