Die Sportgemeinschaft trauert um Hans-Jürgen Kreische
Ehrenspielführer in der Nacht zum 1. April verstorben
Es sind Momente wie diese, in denen die Welt stillzustehen scheint. Hans-Jürgen „Hansi“ Kreische weilt nicht mehr unter uns. Diese Nachricht zu verkraften, wird für das gesamte Dynamoland einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Sportgemeinschaft ist in Gedanken bei der Familie des Verstorbenen sowie allen Freunden und Weggefährten. Mögest Du in Frieden ruhen, „Hansi“!
„Hansi war ohne Zweifel einer der größten Sportler seiner Zeit. Als junge Kerle haben wir zu ihm aufgeblickt, wie zu kaum jemand anderem. Wenn er den Platz betrat, waren magische Momente nicht weit. Auch nach seiner aktiven Zeit hat er sich in den Dienst der Sportgemeinschaft gestellt, als Cheftrainer, Scout und Unterstützer des Nachwuchses. Ich wünsche seiner Familie viel Kraft in dieser schweren Stunde. Hansi Kreische wird für alle Schwarz-Gelben auf ewig unvergessen bleiben“, so bringt es Weggefährte und Ehrenspielführer Ralf Minge zum Ausdruck.
Hansi Kreische wird für alle Schwarz-Gelben auf ewig unvergessen bleiben.Ralf Minge - Ehrenspielführer der SGD
Dynamos Präsident Ronny Rehn sagt: „Auch wenn ich nicht mehr das Glück hatte, Hans-Jürgen Kreische selbst auf dem Rasen erleben zu dürfen, so waren die Geschichten um die von ihm geschlagenen Schlachten legendär. Mit großem Interesse lauschte ich seinen Anekdoten, die immer für einen Schmunzler zu haben waren. Dass er 2014 mit seinen Erfahrungen und der gewonnenen Expertise zurück in die Nachwuchs Akademie kam, war für den Verein ein riesiger Zugewinn. Es mutet unfassbar an, dass er nun nicht mehr unter uns weilt. Die Sportgemeinschaft ist Dir auf ewig zu größter Dankbarkeit verpflichtet, Hansi! Ruhe in Frieden!“
Die Sportgemeinschaft ist Hansi auf ewig zu größter Dankbarkeit verpflichtet.Ronny Rehn - Präsident der SGD
Es gibt nur wenige Menschen, die ihr gesamtes Leben derartig in den Dienst von Dynamo gestellt haben, wie „Hansi“ Kreische. Der Sohn des Dresdner Fußballers Hans Kreische kam am 19. Juli 1947 zur Welt und begann bereits mit zehn Jahren das Fußballspielen bei der SGD. Nachdem er alle Nachwuchsmannschaften durchlief, kam er bereits im Alter von 17 Jahren gegen den SC Leipzig zu seinem ersten Einsatz bei den Profis und erzielte dabei auch direkt seinen ersten Treffer. Als er im Alter von 21 Jahren zur Nationalmannschaft berufen wurde, gelang ihm dieses Kunststück gleich nochmal. In der Saison 1970/71 wurde er erstmals Torschützenkönig der DDR-Oberliga mit 17 Treffern und hatte somit großen Anteil am ersten Double-Gewinn in der Geschichte des DDR-Fußballs. Die Torjägerkanone sicherte er sich 1972 und 1973 noch zwei weitere Male und galt somit als einer der spielstärksten Akteure seiner Zeit.
Auch wenn ihn von 1973 bis 1975 eine schwere Fußverletzung zur fast zweijährigen Pause zwang, so warf Kreische dies nicht aus der Bahn und er kam zurück, um sich 1976 ein letztes Mal den Titel des besten Torschützen der DDR zu sichern. Im Herbst 1977 beendete Hans-Jürgen Kreische seine aktive Karriere und erzielte bei seinem letzten Oberliga-Einsatz seinen letzten Treffer beim 4:2-Sieg über Wismut Gera. Seine Abschlussstatistik liest sich phänomenal: 344 Spiele, davon 37 im Europapokal, 188 Tore, 74 Vorlagen und etliche Einsätze, in denen er die Mannschaft der SGD als Kapitän aufs Feld führte. Mit insgesamt 262 Torbeteiligungen bleibt „Hansi“ Kreische der unangefochtene Top-Scorer der SGD.
In der dunkelsten Stunde Dynamos, nach Lizenzentzug und Zwangsabstieg, stellte „Hansi“ Kreische seine bedingungslose Treue zur SGD abermals unter Beweis und übernahm in der Regionalligasaison 1995/96 die Verantwortung als Cheftrainer. 2014 holte Ralf Minge als damaliger Sportgeschäftsführer Kreische wieder an Bord der SGD. Mit seiner Expertise, welche er unter anderem in der Bundesliga beim HSV sowie als Scout für den DFB unter Beweis gestellt hatte, sollte er die Nachwuchsarbeit bei Schwarz-Gelb unterstützen. Bis zuletzt sah man den Ehrenspielführer am Messering 18 ein- und ausgehen, wenn er seinen großen Erfahrungsschatz an die Jüngeren im Dienst der Sportgemeinschaft weitergab. Aufgrund von Krankheit nahm seine Präsenz im Stadion und Trainingszentrum in den vergangenen Monaten zunehmend ab. Nun ist Hans-Jürgen Kreische in der Nacht vom 31. März auf den 1. April 2026 im Alter von 78 Jahren verstorben.
Vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstagabend wird es eine Gedenkminute zu Ehren von Hans-Jürgen Kreische geben. Die Mannschaft wird in der Partie zudem mit Trauerflor auflaufen.
