Meisterpokal der NOFV-Oberliga 2001/02
S’Dräumchen des Monats | Mai 2025
Es war der erste Schritt aus der sportlichen Versenkung hin zu einer Professionalisierung in der sächsischen Landeshauptstadt – der Gewinn der NOFV-Oberliga Staffel Süd im Mai 2002. 23 Jahre später erinnert der Pokal jener Saison an diesen Triumph.
Zu Saisonbeginn 2001 stand an der Lennéstraße 12 eine Mannschaft beisammen, die nicht viel hatte, aber den Glauben an sich selbst, den unbedingten Ehrgeiz, Spiele zu gewinnen, Kampfeswille und Fleiß. Dies forderte ihr Trainer Christoph Franke auch ein. Und so startete man überaus erfolgreich hinein in diese Spielzeit. Dynamo stand vom 4. Spieltag an auf dem ersten Tabellenplatz. Nun könnte man beim Blick auf die Gegner – wir reden von Braunsbedra, Neugersdorf oder Wacker Gotha – sagen, dass dies auch Anspruch von Dynamo Dresden sein müsse, doch Hochmut war allzu oft der Fallstrick von Schwarz-Gelb gewesen in den Jahren zuvor.
Eine Tugend, die Franke nicht duldete und so erspielte man sich Sieg um Sieg und verlor erst am 9. Spieltag gegen den VFC Plauen, der im Laufe der Saison zu den ärgsten Kontrahenten um die Meisterschaft werden sollte. Die Mannschaft um Maik Wagefeld, Steffen Heidrich und Thomas Neubert ließ sich davon genauso wenig unterkriegen, wie vom Unentschieden gegen den dritten Anwärter auf die Meisterschaft, Carl-Zeiss Jena. Dennoch war es zur Winterpause denkbar knapp an der Spitze. Herbstmeister wurden die Vogtländer, punktgleich mit Dynamo zwar aber mit dem besseren Torverhältnis. Dahinter lauerten nur drei Punkte entfernt Jena und Lok Leipzig.
Schwarz-Gelb holte sich den Platz an der Sonne jedoch schnell zurück und konnte dem Konkurrenten aus Südwestsachsen im März 2002 eine empfindliche Niederlage zufügen. Man war drauf und dran, die Spitze zu halten, bis eine Heimniederlage gegen Chemie Leipzig die Sportgemeinschaft am 28. Spieltag nochmal ins Wanken brachte. Zwar waren Plauen und Jena immer noch auf vier Punkte entfernt, hatten jedoch auch ein Spiel weniger.
Drei Siege später verfolgte Dynamo, das spielfrei hatte, von der Couch aus, das Spiel der Plauener, die Gotha mit 5:0 zurück nach Thüringen schickten und somit bis auf drei Punkte heran waren, zu allem Überfluss mit dem besseren Torverhältnis. Eine Niederlage am letzten Spieltag in Hoyerswerda bei einem gleichzeitigen Sieg der Plauener in Braunsbedra und die Meisterschaft wäre dahin. Lange wollte dabei an jenem 26. Mai in der Lausitz kein Treffer gelingen, bevor Neubert Schwarz-Gelb in der 68. Minute erlöste. Doch in der Schlussviertelstunde glichen die Gastgeber aus (76.). Erst ein ganz später Doppelschlag von Denis Kozlov (86.) und Daniel Ziebig (88.) brachte die Gewissheit, dass man die Meisterschaft sicher und sich so auch für die Relegation zur damals drittklassigen Regionalliga qualifiziert hatte.
Dort bezwang man schließlich in zwei packenden Partien die zweite Mannschaft von Hertha BSC, wobei Heidrich in der 27. Minute des Hinspiels den einzigen Treffer beider Partien erzielte. Beim Rückspiel zitterte Schwarz-Gelb bis zum Schluss, fing sich allerdings kein Gegentor, womit der Aufstieg perfekt war. Den Grundstein für den Aufstieg aus der Versenkung hatte jedoch die ehrliche Spielweise jener Saison gelegt, mit Siegen gegen u.a. Zittau, Sondershausen und Grimma. Der Pokal aus der Spielzeit ist unser „Dräumchen des Monats“ im Mai 2025.
