Nie wieder!
Erinnerungstag im deutschen Fußball
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. 81 Jahre später gedenken zahlreiche Vereine in Deutschland den Opfern und machen mit verschiedenen Aktionen klar und deutlich, dass sich solche Gräueltaten nie wiederholen dürfen. Auch die Sportgemeinschaft beteiligt sich unter dem Motto „es waren unsere Nachbarn“.
Die Shoah begann nicht mit dem Bau von Gaskammern und Konzentrationslagern, nicht mit Massenerschießungen und Todesmärschen, sie begann auch nicht mit den unmenschlichsten Foltermethoden. Ihr Start kam schleichend mit Propaganda, systematischer Ausgrenzung und der Einteilung in würdiges und unwürdiges Leben. Daran hatte auch der Sport seinen Anteil. Das NS-Regime nutzte ihn als Propagandamittel, um Arbeitsmoral und Kriegstüchtigkeit zu steigern. Über die Olympischen Spiele 1936 etwa wurde Macht demonstriert und die tödliche Ideologie des Nationalsozialismus in den Köpfen verankert.
Auch der Fußball blieb davon nicht unberührt. Viele Vereine beteiligten sich an der Entrechtung jüdischer Bürgerinnen und Bürger. Fußballer wie der ehemalige Deutsche Meister und Nationalspieler Julius Hirsch wurden am Sport gehindert. Hirsch wurde später deportiert und in Auschwitz ermordet. Auch in Dresden traf es zahlreiche unschuldige Menschen. Etlichen wird heute durch kleine Stolpersteine vor ihren ehemaligen Wohnhäusern gedacht. In unmittelbarer Nähe von Stadion und Trainingszentrum machen diese einmal mehr deutlich, dass diese Bürgerinnen und Bürger der Stadt unsere Nachbarinnen und Nachbarn waren. Tim Schreiber, Konrad Faber und Vinko Sapina haben drei dieser Stolpersteine besucht, Blumen niedergelegt und den Opfern in einem Moment der Stille gedacht. DynamoTV hat die Aktion in einem Video mit klarer Botschaft festgehalten.
Sport und Fußball sind nicht unpolitisch. Per Organisationsform sind Vereine – vor allem eingetragene – Institutionen, welche von Mitbestimmung und Gleichberechtigung leben. Die Sportgemeinschaft ist sich dieser Verantwortung bewusst und setzt den kommenden Spieltag unter das Motto „Nie wieder!“, bei der verschiedene weitere Aktionen an das Unrecht von damals gedenken und klarmachen, dass Ausgrenzung im Fußball keinen Zentimeter Platz hat.
