Ort der Erinnerung am Rudolf-Harbig-Stadion feierlich eingeweiht
Präsidium, Geschäftsführung und Ehrenspielführer enthüllten das lang geplante Projekt
Am Freitagabend, dem 23. Oktober 2026, wurde der gerade erst fertiggestellte Ort der Erinnerung am Rudolf-Harbig-Stadion feierlich eingeweiht. Zahlreiche bekannte Gesichter aus der Sportgemeinschaft nahmen an der Veranstaltung teil.
Zum Auftakt dankte Präsident Ronny Rehn allen Beteiligten für ihre Unterstützung bei der Umsetzung dieses für den Verein so bedeutsamen Projekts. Anschließend wandte sich Sportbürgermeister Jan Donhauser als Vertreter der Stadt an die Versammelten. Traditionsbeauftragter Jens Genschmar berichtete über den Werdegang und die Geschichte des Gedenkorts. Geschäftsführer Stephan Zimmermann dankte den beteiligten Gewerken sowie der Stadionprojektgesellschaft und überreichte den Ehrenamtlichen, welche sich jahrelang um die Pflege des Walter-Fritzsch-Denkmals gekümmert hatten, sowie den Geschäftsführern von Thümer Landschaftsbau und den Sächsischen Sandsteinwerken, die maßgeblich an der Umsetzung beteiligt waren, Dynamo-Geschenkboxen. Danach ergriff Frank Ganzera das Wort. Sichtlich gerührt erinnerte er an die verstorbenen Legenden und Weggefährten und hob die Bedeutung eines solchen Ortes hervor. Abschließend sprach Martin Häfner, Sohn des vor zehn Jahren verstorbenen Reinhard Häfner. Er betonte, wie froh er darüber sei, dass die Hinterbliebenen all jener, die Dynamo die Treue geschworen haben, nun unmittelbar am Rudolf-Harbig-Stadion einen würdigen Ort der Erinnerung finden. Hier könnten sie künftig Momente der Trauer und des Gedenkens miteinander teilen.
Gemeinsam wurde aller verstorbenen Fans, Wegbegleiter und Mitglieder gedacht. Unter den Anwesenden waren zahlreiche Ehrenspielführer und Ehrenmitglieder, Angehörige, Vertreter der aktiven Fanszene und der Vereinsgremien sowie jene Ehrenamtlichen, die sich bislang um die Pflege des Walter-Fritzsch-Denkmals gekümmert hatten. Gemeinsam hielten sie eine Schweigeminute ab. Kurz zuvor war erstmals die Beleuchtung des Gedenkorts eingeschaltet worden, die die Veranstaltung in warmes Licht tauchte. Bei einem kleinen Umtrunk kamen die Gäste anschließend noch einmal miteinander ins Gespräch und ließen den Abend ausklingen.
Am Samstag, dem 24. Oktober, wird das Präsidium den Gedenkort erneut besuchen und anlässlich des zehnten Todestags von Ehrenspielführer Reinhard Häfner einen Kranz niederlegen. Alle Schwarz-Gelben sind herzlich eingeladen, den Ort ebenfalls zu besuchen und dort ihrer verstorbenen Angehörigen oder Freunde aus der Dynamo-Familie zu gedenken.
Die Hintergründe des Projekts
Im Vorfeld des Dresdner Traditionstags im April 2026 hatte sich eine Projektgruppe zusammengefunden, um die Idee eines würdigen Gedenkorts in Stadionnähe voranzutreiben. Diese bestand spätestens mit dem Ableben von Rekordspieler Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner sowie der ihm gewidmeten Trauerfeier 2022. Die Gruppe erstellte erste Skizzen, holte Kostenvoranschläge ein und beantragte die erforderlichen Genehmigungen. Der Tod von Ehrenspielführer Hans-Jürgen „Hansi“ Kreische führte der Sportgemeinschaft schmerzlich vor Augen, wie dringend eine Veränderung des Status quo notwendig war. Dennoch sollte kein Schnellschuss entstehen, sondern ein Ort, der allen verstorbenen Schwarz-Gelben gerecht wird und ihren Hinterbliebenen ein würdevolles Gedenken ermöglicht. Schon während der Planung wurden Spenden gesammelt und mehrere Versteigerungen organisiert, deren Erlöse dem Projekt zugutekamen. So kamen unter anderem Trikots und weitere getragene Accessoires der Spieler aus der vergangenen Saison unter den Hammer. Hinzu kamen Auktionen der Frauenkirchen-Sondertrikots und des Sandsteintrikots von Uwe Jahr. Beim Heimspiel gegen Bochum wurde zudem über den Becherpfand im Stadion ein fünfstelliger Betrag eingenommen. Nachdem Ende September sämtliche Entwürfe freigegeben worden waren und die erforderlichen Genehmigungen vorlagen, begann die ambitionierte Umsetzung. Rechtzeitig zum zehnten Todestag von Reinhard Häfner konnte das Projekt abgeschlossen werden.
