saison20122013
09. Februar 2013 // 15.43 Uhr

Deutliche Niederlage nach leichten Fehlern

Die U17 (im Bild Robin Fluß) empfängt am Samstag zum Rückrundenstart Energie Cottbus

Der "Betze" bleibt für Dynamo Dresden gefühlt ein Achttausender, der sich nicht so leicht bezwingen lässt. Diese Erkenntnis mussten die Schwarz-Gelben auch im fünften Versuch leidvoll erfahren. Nach 90 Minuten freute sich der Tabellendritte aus Kaiserslautern über einen deutlichen 3:0-Erfolg, während Dynamo mit leeren Händen die weite Heimreise antritt.

Peter Pacult wollte den Kult-Berg der Pfalz mit nur einer Spitze in Person von Mickael Poté erstürmen. Der Kapitän erhielt dabei gleich eine dreifache Unterstützung aus dem Mittelfeld, das mit Tobias Kempe, Idir Ouali und Tobias Jänicke, der für seinen Namensvetter Müller in die Startelf rückte, sehr offensiv ausgerichtet war. Den frei gewordenen Platz von Anthony Losilla, der gelb-gesperrt fehlte, nahm David Solga ein.

Dynamo legte von Beginn an einen couragierten Auftritt hin. Kaiserslautern-Trainer Franco Foda fühlte sich nach dem Spiel bestätigt, als er sagte: "Ich wusste, dass Dresden Fußballspielen kann und zweikampfstark ist. Das haben sie in den ersten Minuten auch gezeigt." In dieser Phase gelang es Dynamo, den Hausherren den Schneid abzukaufen. Einerseits schnappte gleich mehrfach die Abseitsfalle zu und das ungeduldige "Betze"-Publikum schien schnell nervös zu werden, andererseits versteckten sich die Schwarz-Gelben nicht und bliesen selbst zum Angriff auf das Lautern-Tor. Zum ersten Mal zappelte der Ball nach elf Minuten im Kasten von Benjamin Kirsten, der beim Kopfball von Bunjaku allerdings vom Schweizer umgerempelt wurde. Glück hatte der Dynamo-Keeper nach zwanzig Minuten, als ein Kopfball von Karl nur wenige Zentimeter über die Querlatte strich. Bei den Schwarz-Gelben waren es Kempe und Poté, die jeweils mit einem Solo über den halben Platz für überraschte Gesichter bei den Fans der "Roten Teufel" sorgten, die sich wohl über den offensiven Stil der Dresdner verwundert die Augen rieben.

Mit einem Sonntagsschuss aus 25 Metern versetzte Karl den aufbegehrenden Dynamo-Spielern in der 24. Minute zunächst einen herben Schlag in den Nacken. Der Winter-Neuzugang von Union Berlin hämmerte den Ball nach einem Zuspiel von Baumjohann freistehend unter die Querlatte und ließ Kirsten dabei keine Abwehrchance. 1:0 für Kaiserslautern. Mit einem tollen Angriff im direkten Gegenzug setzten die Schwarz-Gelben sofort ein wichtiges Zeichen der Moral. Ouali hatte mit einem Hackentrick den mitgelaufenen Solga freigespielt, der beherzt den Abschluss suchte, der jedoch an einem Pfälzer Bein hängen blieb. Fast hätte Poté im zweiten Versuch noch den Ball neben Sippel vorbei ins Tor bugsiert. Es war zu diesem Zeitpunkt trotz Rückstand noch ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Mannschaften ließen dem Gegner in der eigenen Hälfte viele Räume, die vor allem der schnelle Idrissou auf der einen und Kempe auf der anderen Seite zu nutzen wussten.

Tragisch wurde es noch vor der Pause für Dynamos Rechtsverteidiger Cheikh Gueye, der nach etwas mehr als einer halben Stunde in letzter Sekunde mit einem waghalsigen Manöver den Ball nach einer scharfen Hereingabe von der Linie kratzte. Diesen mannschaftsdienlichen Einsatz bezahlte der Senegalese vier Minuten später mit einer verletzungsbedingten Auswechslung, nachdem er nach kurzer Behandlungspause auf das Spielfeld zurückgekehrt war. Florian Jungwirth übernahm die Position von Gueye in der Abwehrreihe. Diese Umstellung nutzen die Pfälzer schon im nächsten Angriff eiskalt aus, als ein Zuspiel von Köhler über Baumjohann auf Idrissou zum 2:0 führte. Der Stürmer aus Kamerun hatte aus wenigen Metern keine Mühe, die Eingabe per Kopf zu verwandeln und Kaiserslautern vor der Halbzeit bereits auf die Siegerstraße zu bringen. Besonders bitter war für Dynamo der doppelte Rückstand auch deshalb, weil er den bisherigen Spielverlauf nur bedingt wiederspiegelte.

Nach dem Seitenwechsel verflachte das Duell der beiden Traditionsvereine zunehmend, was daran lag, dass Kaiserslautern sich darauf beschränkte, Dynamo anrennen zu lassen, um selbst zu kontern. So gelang es den Schwarz-Gelben in dieser Phase, das eigene Offensivspiel kontrolliert aufzuziehen. Dabei blieben die Pacult-Schützlinge ungefährlich und bestätigten zum wiederholten Mal, warum sie in der 2. Bundesliga zu den Teams mit den wenigstens selbst erzielten Treffern gehören. Für aufkommende Torgefahr sorgte nach seiner Einwechslung der Ex-Frankfurter Erwin Hoffer, der bei jedem seiner Ballkontakte nicht nur von den Heimfans frenetisch bejubelt wurde, sondern damit auch brandgefährliche Aktionen herauf beschwor. Einen seiner Schüsse konnte Benjamin Kirsten nur abklatschen lassen, bevor er im Zweikampf mit dem heranbrausenden Idrissou keine Sekunde zu spät zur Stelle war, um das 0:3 zu verhindern.

Die Schwarz-Gelben ließen sich von den vielen Kontern der Pfälzer aber nicht beeindrucken und probierten sich weiterhin am Toreschießen. Das eingewechselte Tschechen-Duo Filip Trojan und Pavel Fort verpasste nach einem Angriff nur knapp eine scharfe Hereingabe von Mannschaftskollege Ouali. Doch statt dem ersten Dynamo-Treffer lag der dritte Streich der "Roten Teufel" in der Luft. Nach einer Unaufmerksamkeit der Abwehr musste Benjamin Kirsten gegen Weiser alles riskieren und hätte dabei fast einen Elfmeter verursacht. Machtlos war er unmittelbar danach gegen Hoffer, der das runde Leder ins lange Eck schlenzte und das Spiel zehn Minuten vor Abpfiff endgültig entschied. Vujadin Savic und die Querlatte sorgten dafür, dass es bis zum Ende nicht noch schlimmer kam. Erst klärte der Innenverteidiger als letzter Mann einen weiteren Versuch von Hoffer, in der Nachspielzeit bewahrte das Torgebälk die Dresdner vor dem vierten Gegentor.

Als Schiedsrichter Deniz Aytekin nach 90 und zwei Minuten Nachspielzeit mit seinem Abpfiff den Feierabend ankündigte, war für die Schwarz-Gelben und die über 5.000 mitgereisten Dynamo-Fans das wahrscheinlichste im Vorfeld erwartete Szenario eingetreten. Eine Niederlage in Kaiserslautern, die wohl auch in dieser Höhe nicht überraschend kam. Deutlich wurde das Defizit der Dresdner im Vergleich mit Kaiserslautern beim Torabschluss. Trotz der Überlegenheit beim Ballbesitz und einer mit 82 Prozent fast schon überragenden Quote für erfolgreiche Pässe fehlte das im Fußball so entscheidende Kriterium eines eigenen Treffers. Über eine Woche haben Peter Pacult und das Team nun Zeit, sich auf das wichtige Heimspiel gegen Sandhausen vorzubereiten. Dann geht es nicht nur darum, endlich den Bock umzustoßen, sondern auch das überfällige Zeichen im Abstiegskampf zu setzen.

Das Fanprojekt Dresden wertet jedes Auswärtsspiel der SG Dynamo Dresden mit Hilfe eines Fragebogen aus, der von allen Dynamo-Fans ausgefüllt werden kann. Die Ergebnisse gehen den jeweiligen Kooperationspartnern vor Ort schriftlich zu. Hier gehts zum Fragebogen.

Dies ist eine migrierte News einer früheren Website-Version der SG Dynamo Dresden. Wir bitten um Verständnis, dass es aus technischen Gründen möglicherweise zu Fehlern in der Darstellung kommen kann bzw. einzelne Links nicht funktionieren.


 

Weitere News

Mehr News der SGD

Ihr Browser ist veraltet.
Er wird nicht mehr aktualisiert.
Bitte laden Sie einen dieser aktuellen und kostenlosen Browser herunter.
Chrome Mozilla Firefox Microsoft Edge
Chrome Firefox Edge
Google Chrome
Mozilla Firefox
MS Edge
Warum benötige ich einen aktuellen Browser?
Sicherheit
Neuere Browser schützen besser vor Viren, Betrug, Datendiebstahl und anderen Bedrohungen Ihrer Privatsphäre und Sicherheit. Aktuelle Browser schließen Sicherheitslücken, durch die Angreifer in Ihren Computer gelangen können.
Neue Technologien
Die auf modernen Webseiten eingesetzten Techniken werden durch aktuelle Browser besser unterstützt. So erhöht sich die Funktionalität, und die Darstellung wird verbessert. Mit neuen Funktionen und Erweiterungen werden Sie schneller und einfacher im Internet surfen können.