saison20122013
13. März 2013 // 22.26 Uhr

Herber Rückschlag im Abstiegskampf

Dynamo „on ice“ am Sonntag bei den Dresdner Eislöwen

"Letzte Woche waren wir nach dem Sieg gegen Hertha BSC die beste Mannschaft in Deutschland", sagte Dynamo-Spieler Cristian Fiel nach Abpfiff der Partie im Erzgebirgsstadion mit Verweis auf die hochgelobte Leistung gegen den Aufstiegsaspiranten aus Berlin. "Heute sind wir aber deswegen nicht gleich die schlechteste", schickte der Routinier nach dem Auftritt gegen Aue gleich hinterher. Das wichtige Auswärtsspiel der SG Dynamo Dresden gegen den direkten Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt verloren die Dresdner mit 0:1.

In der Tat war die Partie schon vor dem Anpfiff eine hochbrisante Angelegenheit, denn nur der Sieger hatte die Möglichkeit, sich mit drei Punkten zumindest vorrübergehend mit Abstand nach unten von den anderen Mannschaften abzusetzen. Peter Pacult zog mit Anthony Losilla einen neuen Innenverteidiger aus dem Hut, obwohl diese Personalie keine überraschende war. Nach dem überzeugenden Spiel gegen Hertha kam der Franzose erneut im Abwehrzentrum zum Einsatz, während Cristian Fiel von Anfang an im defensiven Mittelfeld loslegen durfte. Ansonsten vertraute der Dynamo-Trainer auf die gleiche Startelf der letzten Spiele.

Schon die Anfangsphase wurde von beiden Teams sehr intensiv geführt. Aue war die erste Mannschaft, die auf sich aufmerksam machte. Mit einer Doppelchance von Fink und Hensel sorgten die Gastgeber für ein Achtungszeichen und es war zu spüren, dass die schwarz-gelbe Hintermannschaft zunächst einige Probleme hatte, die wild aufspielenden Hausherren zu bändigen.

Doch schon in der achten Minute hätten die mitgereisten 2.700 Dynamo-Fans jubeln können, als Lynel Kitambala im Sechszehner zum Schuss kam, doch der kleine Männel im Aue-Tor konnte den Gegentreffer mit einem Reflex gerade noch so verhindern. Es wäre eine wichtige Führung gewesen, die dem Spiel vielleicht die richtige Richtung gegeben hätte, aber Eventualitäten zählen im Fußball nun mal nicht.

Nach einer Viertelstunde hatten die Schwarz-Gelben zunehmend die Kontrolle über die Partie übernommen und konnten sich mehrere Chancen erspielen. Die beste hatte Mickael Poté nach einem Eckball, als er das Leder per Kopf nur knapp am Tor vorbeisetzte. Die Gastgeber hatten in dieser Phase immer wieder Probleme, den Ball sicher und gefährlich nach vorn zu passen, während die Dresdner ihre Sicherheit im Angriffsspiel gefunden hatten. Im gutbesuchten Erzgebirgsstadion waren 30 Minuten gespielt, als Jan Hochscheidt zum Mann des Tages avancierte. Nachdem die Dynamo-Abwehr den Ball nicht aus der eigenen Hälfte bringen konnten, erkämpften sich die Auer die Kugel mit Pressing. Nach zwei schnellen Pässen nahm Hochscheidt vor dem Strafraum anlauf, lief einige Meter quer zur Linie und brachte den Ball dann aus der Drehung platziert auf das Tor. Ohne Abwehrchance schlug die Kugel neben dem linken Pfosten ein und und Aue führte im sächsischen Prestigeduell.

In den Folgeminuten drückten die "Veilchen" weiter nach vorn und brachten das Dynamo-Tor mehrfach in Bedrängnis. Schlitte wollte nach einer Vorlage von Hensel aus fünf Metern mit einem Lupfer per Kopf den Dynamo-Keeper überwinden, doch Kirsten erreichte mit den Händen noch den Ball und klärte zur Ecke. Die Gastgeber waren mit dem Tor zurück im Spiel und setzten Dynamo frühzeitig unter Druck, störten beim Spielaufbau schon an der Mittellinie. Die Schwarz-Gelben brachten es nicht fertig, diese aggressive Spielweise zu umgehen und scheiterten nach vorn immer wieder an den bissigen Lila-Weißen. Einmal wurde es doch gefährlich, als nach einer Ecke Anthony Losilla zum Kopfball kam, der Ball aber neben das Tor flog.

In der Halbzeitpause motivierte Pacult seine Schützlinge. Hier ist was mitzunehmen, habe er den Spielern gesagt und noch mehr Mut und Giftigkeit im offensiven Bereich eingefordert. Dies schien sich dann zu Beginn auch einzustellen, obwohl Pezzoni mit einem Kopfball an die Latte zwischendurch für eine Schrecksekunde im Dynamo-Lager sorgte. Im Anschluss dominierten aber die Gäste aus Dresden das Geschehen auf dem Platz. Aue beschränkte sich sehr früh darauf, die knappe Führung zu verteidigen. "Mit Mann und Maus haben sie sich hinten reingestellt, so wie wir vor einer Woche gegen Hertha", äußerte sich Pacult zu den nicht erfolgreichen Bemühungen, den Ausgleich zu erzielen.

Mit Pavel Fort für Lynel Kitambala und Robert Koch für Tobias Kempe brachte der Dynamo-Coach zwei neue frische Kräfte, doch die richtig große Gelegenheit blieb aus. Zwar sorgte Fort nach seiner Einwechslung mit zwei schnellen Torschüssen für einen kleinen Hoffnungsschimmer, doch wirklich zwingende Aktionen waren Mangelware. Idir Ouali hatte per Kopf den Ausgleich noch am ehesten auf dem Kopf, doch Männel konnte abermals seine Klasse unter Beweis stellen und parieren. Die Dynamo-Spieler ließen jedoch nicht locker und schlugen die Bälle immer wieder nach vorn, versuchten es auch mindestens genauso oft mit spielerischen Mitteln, doch das Tor der "Veilchen" war vernagelt. Die Hausherren selbst konnten sich selten aus der Abwehr befreien. Viele ihrer Angriffe zeigten keine Wirkung und veranlassten das Auer Publikum auf den Rängn oft zu Eingebungen, die bewiesen, dass auch den Erzgebirglern die Muffe im Abstiegskampf geht.

So verrannen die Minuten und Gelegenheiten, ohne dass es den Schwarz-Gelben noch einmal vergönnt war, sich mit einem Treffer für eine ohne Zweifel kämpferische und bemühte Leistung zu belohnen. Als Schiedsrichter Deniz Aytekin die Partie abpfiff, brach Jubel im sonnigen Lößnitztal aus, während sich im Dresdner Block die Gesichter dem zuletzt grauen Winterwetter anpassten. Trotz optischer Überlegenheit im zweiten Durchgang musste sich Dynamo mit der bitteren Niederlage abfinden, die aus Sicht von Benjamin Kirsten absolut unnötig war. Im Interview nach dem Spiel konnte der Keeper seine ganz persönliche Enttäuschung nur schwer verbergen.

So verharrt Dynamo auch nach 25 Punktspielen auf dem Relegationsplatz, konnte sich dank der Niederlagen der Konkurrenz zumindest nach hinten ein Polster von drei Punkten erhalten, leider aber mit Blick nach vorn keinen Boden gutmachen. So muss in einer Woche, wenn am 18. März zum Montagabend der 1. FC Köln in Dresden zu Gast sein wird, das Ruder wieder gegen einen Großen der Liga herum gerissen werden.

Das Fanprojekt Dresden wertet jedes Auswärtsspiel der SG Dynamo Dresden mit Hilfe eines Fragebogen aus, der von allen Dynamo-Fans ausgefüllt werden kann. Die Ergebnisse gehen den jeweiligen Kooperationspartnern vor Ort schriftlich zu. Hier gehts zum Fragebogen.

Dies ist eine migrierte News einer früheren Website-Version der SG Dynamo Dresden. Wir bitten um Verständnis, dass es aus technischen Gründen möglicherweise zu Fehlern in der Darstellung kommen kann bzw. einzelne Links nicht funktionieren.


 

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