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13. Juni 2026 // 12.50 Uhr

"Die intensivste Zeit"

Frauen-Trainer René Müller beim Abklatschen mit einer Spielerin.
René Müller verlässt die Sportgemeinschaft nach zwei intensiven Jahren.

Frauentrainer René Müller im Interview


Zweimal Meister, Zweimal Aufsteiger - René Müller hat als Trainer der Frauenmannschaft seit der Gründung vor zwei Jahren das Maximum herausgeholt. Nach dem Abschluss der Spielzeit und dem Aufstieg in die Landesliga endet seine Zeit bei Schwarz-Gelb auf eigenen Wunsch. Wir haben nach dem letzten Spieltag mit dem Erfolgstrainer über seine Zeit bei Dynamo gesprochen.

René, eine lange und erfolgreiche Saison liegt hinter euch. Wie ist das Gefühl jetzt an den Tagen nach dem Saisonende?

Man fühlt sich in jedem Fall erschöpft. Trotz des positiven Saisonausgangs war es mental sehr anstrengend, vor allem mit Blick auf die letzten Wochen. Es kamen zuletzt immer wieder Widerstände, die es uns verwehrt haben, den Titel bereits eher unter Dach und Fach zu bringen. Aber am Ende sind wir natürlich maximal glücklich, dass wir derart souverän die Meisterschaft geholt und uns jetzt mit dem Aufstieg belohnt haben.

Bereits vor dem letzten Spiel in Heidenau standet ihr als Meister fest. Anschließend wurde gefeiert, einzelne Spielerinnen wurden verabschiedet und auch du hast dabei ein paar Präsente als Dankeschön von der Mannschaft bekommen – denn dein Weg endet auf eigenen Wunsch nach der Saison.

Die Verabschiedung war sehr emotional. Man hat dabei immer gemischte Gefühle, weil man natürlich die Entscheidung bewusst getroffen hat, aber die Aufgabe immer mit vollem Herzblut angegangen ist. Die Fans haben dann ebenfalls noch Präsente übergeben. Alles in allem war es, mit den Verabschiedungen der Spielerinnen, sehr emotional und schön.

Wann und wie ist in dir die Entscheidung gereift, dass es nach der Saison und zwei Meisterschaften innerhalb von zwei Jahren bei Dynamo nicht weitergeht?

Für mich ist es vor allem der Faktor Zeit. Neben dem Beruf eine solche Aufgabe auszufüllen, bedeutet immer, dass man weniger Zeit für die Familie hat. In der kommenden Spielzeit wird noch eine weitere Trainingseinheit hinzukommen – das wäre mit meinem Alltag nicht mehr vereinbar, auch wenn ich lange überlegt habe. Dafür ist mir aber die Familie und die Zeit mit den Kindern zu wichtig.

Lass uns einmal auf deine Zeit bei der Sportgemeinschaft zurückblicken. Kannst du dich noch an die Anfänge erinnern?

Natürlich! Als ich die Zusage erhalten habe, dass ich die Trainerstelle bekomme, war ich gerade im Urlaub im Alicante. Da gab es zur Feier des Tages erstmal einen Pina Colada (lacht). Anschließend ging es Schlag auf Schlag – wir hatten die Sichtungstrainings mit über 200 Frauen und Mädchen, was beeindruckend war. Ehrlicherweise war ich da auch ein Stück weit nervös. Aber es hat großen Spaß gemacht.

Du warst zuvor nie Trainer einer Frauenmannschaft…

Und trotz dessen, dass es auch meine kürzeste Zeit als Trainer war, würde ich sie als die intensivste bezeichnen. Ich wollte bewusst dieses neue Kapitel aufschlagen und in den Frauenfußball wechseln.

Was war für dich in deiner Trainertätigkeit anders? Musstest du überhaupt etwas umstellen?

Vom inhaltlichen musste ich nichts umstellen. Die Mannschaft war hervorragend ausgebildet und war technisch und physisch sehr gut aufgestellt. Auch wenn man natürlich einen athletischen Unterschied zu Männern erkennt, so war für mich vor allem das Miteinander ein anderes. Der Frauenfußball ist deutlich emotionaler, aber der Zusammenhalt in der Kabine ist nach meinem Gefühl identisch.

Was würdest du sagen hat euer Team ausgemacht, dass ihr vom Start weg erfolgreich sein konntet?

Zum einen die fußballerische Qualität von jeder einzelnen Spielerin. Aber auch das starke Herzblut für den Verein. Alle in der Mannschaft kommen aus der Region und brennen darauf, für Dynamo alles zu geben.

Was im Gegenzug natürlich auch Druck von außen bedeutet, erfolgreich sein zu müssen?

Tatsächlich nur von außen. Im Verein wurde uns jederzeit der Rücken gestärkt aber kein zwingendes Ziel auferlegt. Für viele Gegner war es natürlich ein Highlight gegen Dynamo zu spielen – entsprechend körperlich ging es auch hin und wieder zu. Aber das haben die Spielerinnen hervorragend angenommen.

Was hat sich in den zwei Jahren bei dir besonders eingebrannt?

Das ist schwer, weil es sehr viele schöne Momente gab. Ich erinnere mich aber gern an ein Heimspiel zurück, als die Profimannschaft den Aufstieg in die 2. Bundesliga gefeiert hatte. Als der Truck von der Feier am Terrassenufer am Platz im Ostragelände vorbeifuhr, haben wir gerade ein Tor erzielt und alle auf dem Truck und wir auf dem Rasen konnten gemeinsam jubeln.

Was sind deine Wünsche für deine Mannschaft und den Frauenfußball bei Schwarz-Gelb?

Ich wünsche mir, dass der Verein weiter nachhaltig bleibt und alles geduldig aufbaut. Wir haben bereits jetzt viel Potenzial im Nachwuchsbereich, die später unsere Frauenmannschaft besser machen können. Wir haben alle gemeinsam das Fundament gelegt und es ist bis hierher schon vieles gewachsen. Es kommen mehr Zuschauer zu den Spielen und mittlerweile gibt es ein Cateringangebot. Es geht nicht von heute auf morgen und es darf keinesfalls die Schablone Herrenfußball aufgelegt werden – denn der Frauenfußball ist anders.

René, danke dir für deine Zeit und vor allem für deinen Einsatz bei Dynamo. Zweifacher Meistertrainer, das kann dir keiner mehr nehmen. Alles Gute für die Zukunft!


 

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