Verein
04. Mai 2017 // 12.22 Uhr

„Solch ein Moment bleibt immer in Erinnerung.”

Hans-Jürgen „Dixie” Dörner | Ehrenspielführer-Interviews zum Traditionstag, Teil V von VIII


Den „1. Dresdner Traditionstag“ beim Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf nahm die aktive Fanszene zum Anlass, mit den Ehrenspielführern der SG Dynamo Dresden ins Gespräch zu kommen.Carsten, Danny, Fabian, Felix, Mathias, Paul und René von ULTRAS DYNAMO sprachen mit „Hansi“ Kreische, Klaus Sammer, Dieter Riedel, „Dixie“ Dörner, Eduard Geyer und Hartmut Schade. Außerdem nahmen sich Romy Auslender, die Tochter von Reinhard Häfner, und René Beuchel als ehemaliger Schützling von Wolfgang Oeser Zeit für ein Gespräch.

Wir veröffentlichen die Interviews als achtteilige Serie.

Hat es mehr Laune gemacht für Dynamo aufzulaufen – oder vielleicht doch eher für die Nationalmannschaft?

Der Verein war natürlich ganz klar mein Favorit. Schon alleine deswegen, weil es die Grundlage dafür war, dass man für die Nationalmannschaft ausgewählt wurde. Ich denke, wir haben hier in Dresden sehr erfolgreich gespielt. Somit hat die ganze Sache enorm Spaß gemacht! Dann kamen natürlich auch mit Dynamo die internationalen Spiele dazu. Das waren die absoluten Highlights.

Sie waren als Nachwuchsspieler vor allem im Sturm unterwegs, spielten bei Dynamo aber als Libero. Wie kam es dazu?

Nochmal von vorn, denn das war genau umgedreht. Ich habe in der DDR-Juniorenauswahl (damals U18) auf der Libero-Position gespielt. Als ich zurück nach Dresden kam, spielte ich unter Walter Fritzsch als Mittelstürmer. Das lief in den ersten Oberliga-Jahren sehr gut. Dann kam das Europapokal-Spiel gegen Leeds United und da hab‘ ich dann als Abwehrspieler angefangen, mich eingespielt und bin dabei geblieben.

Sie wurden im Trikot der SGD fünfmal DDR-Meister und fünfmal FDGB-Pokalsieger. Was waren für Sie die gefühlsmäßig ergreifendsten Meisterschaften und Pokalsiege?

Die erste Meisterschaft ist immer etwas sehr Besonderes. Zumal wir nach knappen 20 Jahren zum ersten Mal wieder einen Meistertitel nach Dresden geholt haben. Solch ein Moment bleibt einfach immer in Erinnerung. Die Pokalfinalspiele gegen den BFC waren ebenfalls absolute Höhepunkte in meiner Karriere. Besonders im Finale 1984, als ich per direkt geschossenem Freistoß das 1:0 erzielte. Das wird mir nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Zu welchem Zeitpunkt begann in Ihren Augen so etwas wie eine dynamische Fanszene heranzuwachsen?

Mit den Erfolgen der Mannschaft in den 1970er Jahren hat sich im alten Rudolf-Harbig-Stadion alles allmählich entwickelt. Dresden war während meiner aktiven Fußballkarriere eine Fußballstadt, wie sie es heute ist. Die Menschen, die hier leben, sind fußballbegeistert und Dynamo-infiziert.

{media-left}Wie hat sich das Ganze entwickelt und wie würden Sie die heutige Situation beschreiben?

Der Fanrückhalt hat sich dann über den Zwangsabstieg aus der Bundesliga im Jahr 1995 hinaus fortgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Fans dem Verein trotz den Strapazen treu geblieben, auch in den niederen Ligen. Das war dann ja die Zeit, wo die Schulden entstanden. Als man dann wieder in der dritten bzw. zweiten Liga aufspielte, hat sich die Fanszene sehr positiv und zügig entwickelt. Heute bekommt die Mannschaft von den Rängen unheimliche Unterstützung, egal ob das zuhause oder auswärts ist. Daran sieht man, dass der Verein dementsprechend lebt.

Was halten Sie vom heutigen Profifußball? Von den Gehältern, von Spielern, die aller zwei, drei Jahre den Verein wechseln sowie von ausgegliederten ersten Mannschaften?

Der Fußball hat sich ziemlich rasant entwickelt, besonders in Anbetracht der Gehälter und den Ablösesummen. Da traten ganz schnell finanzielle Summen auf, die für den Zuschauer nur schwer greifbar sind. Das wird sich in Zukunft nicht mehr so schnell zurückentwickeln, weil die Summen immer weiter steigen. Eine Ausgliederung kommt für mich in Dresden gar nicht in Frage. Wir sind hier in Dresden auch ohne Ausgliederung auf einem guten Weg und stabilisieren uns.

Macht es Sie stolz, dass die SG Dynamo Dresden ein eingetragener Verein und vor allem dank der finanziellen Unterstützung der Mitglieder endlich schuldenfrei ist?

Man kann schlichtweg nur den Hut ziehen vor den Mitgliedern. Zweimal wurde mit angepassten Ausnahmen, je nach Alter oder sozialer Umstände, eine Sonderumlage in Höhe von 72 Euro gezahlt. Da gab so manch einer das sprichwörtliche letzte Hemd für Dynamo. Dadurch konnten die Schulden auf ein Minimum reduziert werden. Schlussendlich ist Dynamo durch diese Sonderumlagen schuldenfrei geworden. Zu erwähnen ist dabei aber natürlich auch das Bayern-Spiel. Das hatte ebenfalls einen großen Anteil an der Entschuldung des Vereins. Beide Aktionen sind in Deutschland einfach einzigartig. Deswegen ist Dynamo Dresden ein besonderer Verein für mich.

Fühlen Sie sich wohl im Aufsichtsrat von Dynamo Dresden? Könnten Sie sich für die Zukunft andere Funktionen im Verein vorstellen?

Momentan fühle ich mich im Aufsichtsrat sehr wohl. Deswegen bin ich ja auch noch einmal angetreten. Wir sind gut besetzt und machen gute Arbeit. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Interview: Mathias (Ultras Dynamo)

Dies ist eine migrierte News einer früheren Website-Version der SG Dynamo Dresden. Wir bitten um Verständnis, dass es aus technischen Gründen möglicherweise zu Fehlern in der Darstellung kommen kann bzw. einzelne Links nicht funktionieren.


 

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